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Wohnsituation in Linden: Differenzieren statt
Pauschalisieren
Fest zum Jahresbeginn Lebendiges Linden
e.V. Linden-Limmer Zeitung (LiZ) 01/2012

Die Einschätzung der Wohnsituation in Linden hat es in den
letzten Monaten mächtig im Blätterwald rauschen lassen. Begriffe
wie Luxussanierung oder Gentrifizierung schweben wie eine
Kriegserklärung über den Köpfen innovativer Wohnungseigentümer im
Stadtteil. Grund genug für die Projektgruppe Veranstaltungen des
Vereins Lebendiges Linden eine objektive Betrachtung der Lage zu
veranlassen. Frau Dr. Kaiser, Fachbereich Planen und
Stadtentwicklung Hannover, zeigte Fakten auf. Der allgemeine Trend
zeigt deutlich eine Rückkehr in die Stadt, das gilt auch für
Familien mit Kindern, die natürlich mehr und damit teureren
Wohnraum als Einzelpersonen benötigen. Linden gehört zu den Top 10
der bevorzugten Stadtteile, besonders bei jungen Menschen.
Der Wohnungsleerstand geht kontinuierlich nach unten, besonders
in Linden-Nord, hier ist weniger Leerstand als im Stadtdurchschnitt
zu beobachten. Die Wohndauer in Linden ist mit durchschnittlich
fünf Jahren deutlich kürzer als in anderen Stadtteilen.
Wohneigentum, in dem die Besitzer selbst wohnen, machen in
Linden-Nord 14% aus, Linden-Mitte 25% (überdurchschnittlich hoch)
und Linden-Süd 18% aus. Die Miete bei Neuvermietung nach Inseraten
in der Zeitung: Linden-Nord 6,19 € (das ist Stadtdurchschnitt),
Linden-Mitte 6,12 € und Linden-Süd 5,98 €. Die Mietentwicklung in
Linden lässt keinen dramatischen Anstieg erkennen, so die
Stadtplanerin. Der Preisanstieg entspricht in etwa der allgemeinen
Inflationsrate. Ziel solle es sein, einen sozial ausgewogenen
Stadtteil zu schaffen, in dem sowohl arme als auch reiche Menschen
leben.
„Auf der Grundlage der vorgestellten Fakten können wir keine
Gentrifizierung feststellen“, so das Fazit von Frau Dr. Kaiser,
„Mietenanstiege bei Neuvermietungen sind in gewissem Umfang
gegeben, liegen jedoch im Durchschnittsniveau von Hannover“.
Mietsteigerungen durch eine energetische Sanierung oder bei einem
Wohnungsneubau seien nicht zu vermeiden. esch
Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der ©
Linden-Limmer Zeitung (LiZ)
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