Linden-Chronik

 

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1115 - 2012 - Jeder kann Ideen und Vorschläge mitteilen -> Kontakt

Geschichte mit Daten
von Gunnar Werner
letzte Aktualisierung: 30.05.2012

Jahrhunderte
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Stadtplan Linden von 1913
Stadtplan Linden von 1876

2015: 900 Jahre Linden
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2012: Fössebad-Freibad außer Betrieb
Das Freibad im Fössebad, das sich zwar in Limmer befindet, aber von vielen Menschen aus Linden genutzt wird, wird zu Beginn der Sommersaison 2012 nicht in Betrieb genommen, da die erforderliche Wasserqualität auf Grund alter Technik, neuer amtlicher Anforderungen und begrenzter finanzieller Spielräume nicht gewährleistet werden kann. Für die rund 37.000 Menschen aus Linden bieten sich somit als nächstgelegene Alternativen das Ricklinger Freibad und das Volksbad Limmer nahe Herrenhausen an, da Linden kein eigenes Schwimmbad aufzuweisen hat.

2008: Beabsichtigte Schließung der Stadtbibliothek Limmerstraße, Sperrung Justus-Garten-Brücke, Gründung „Deisterkiez e. V.”
Der Rat der Stadt Hannover beabsichtigt, die Stadtbibliothek im Freizeitheim Linden zu schließen, um nach der Sanierung des Gebäudekomplexes Lindener Rathaus die dort vorhandene Bibliothek zu erweitern und zu einem Medien- und Lernzentrum umzubauen. Daraufhin bildet sich eine „Bürgerinitiative gegen die Schließung der Stadtbibliothek Limmerstraße“, die im Laufe der Zeit für ihre Unterschriftenliste zum Erhalt der Bibliothek mehr als 30.000 Unterschriften, auch von bundesweit namhaften Personen, gewinnt.
Für die privat initiierte Veranstaltung „Fährmannsfest“ wird erstmals ein öffentlicher Weg, die Justus-Garten-Brücke, abgesperrt und nur gegen Zahlung eines Eintrittsgeldes passierbar.
Zur positiven Entwicklung der Deisterstraße wird der Verein „Deisterkiez e. V.”, der für alle an der Deisterstraße Interessierten offen sein will, gegründet.

2007: Gründungen „LindenGut e. V.“ und „LindenLimmerStiftung“
Geschäftsleute und Gewerbetreibende rund um den Lindener Marktplatz gründen im Herbst den Verein „LindenGut e. V.”, um ihre Interessen zu bündeln.
Die neu gegründete LindenLimmerStiftung, die Projekte aus den Bereichen Erziehung, Bildung und Soziales unterstützen möchte, erhält am 22.11.2007 vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport die offizielle Anerkennung.

2006: Dreharbeiten Limmerstraße, Umbaubeginn „Ihme-Zentrum”
In der Limmerstraße / Ecke Kötnerholzweg finden Dreharbeiten für den Film „Mein alter Freund Fritz” statt.
Das Ihme-Zentrum soll zum „Linden-Park“ umgebaut werden und der Umbau bis 2009 abgeschlossen sein, was jedoch in Folge von Finanzierungsproblemen durch die weltweite Finanz- und Bankenkrise 2007 auch im Jahr 2012 noch auf unbestimmte Zeit aussteht.

2005: 1. Volkslauf Linden-Limmer
Am 27. August 2005 fand erstmals der Volkslauf Linden-Limmer mit einem Schnupperlauf über ca. 580 m und der Volkslaufstrecke über 7.3 km statt.

2003: Baubeginn Gilde-Carré und Bennostraße
Auf dem Gelände der ehemaligen Gilde Brauerei zwischen Blumenauerstraße und Stephanusstraße beginnen die Baumaßnahmen für das so genannte „Gilde-Carré”.
In der Bennostraße lässt der katholische Orden „Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul” die Häuser 5 und 7 abreißen, um einen Neubau für Senioren/-innen zu errichten.

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Küchengartenpavillon am Lindener Berg in 2003

2000: Gründung „Quartier e. V.”
„Quartier e. V.” wird gegründet mit dem Ziel, sich in der historischen Forschungs-, Vermittlungs-, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit sowie in der Stadtteilkultur und Stadtteilgeschichtsarbeit zu engagieren.

20. Jahrhundert
oben 20 19 18 17 16 15 14 13+früher

1997 bis 2001 Bau Ahrberg-Viertel
Das Ahrberg-Viertel in Linden-Süd entsteht.

1997: Start „Radio Flora”
„Radio Flora” beginnt zu senden.

1991: Gründungen „Faust e. V.” und „Lebendiges Linden e. V.“
Das soziokulturelle Stadtteilzentrum Faust e. V. (Trägerverein FAbrikUmnutzung und STadteilkultur) wird von einer im Herbst 1989 gegründeten Bürgerinitiative (Interessensgemeinschaft Werner & Ehlers ) aus der Taufe gehoben. Das heutige Faust-Gelände befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Bettfedernfabrik Werner & Ehlers, die 1890 von Hannover nach Linden an die Ihme zog und 1990 in Konkurs ging.
Mit den Zielen, das Kulturleben zu fördern und Öffentlichkeitsarbeit für Linden zu leisten, wird am 23.04.1991 der Verein „Lebendiges Linden e. V.“ gegründet.

1983: Start Fährmannsfest
Das erste Fährmannsfest wird veranstaltet und findet seither jährlich am Ufer von Ihme und Leine bei der Justus-Garten-Brücke statt.

1981: Brand Apollo-Kino
Das Apollo-Kino brennt aus und wird wieder aufgebaut.

1978: Gründung Stadtteilforum und Sanierungskommission Linden-Nord
Ein Stadtteilforum bildet sich und eine Sanierungskommission wird eingerichtet.

1976: Start Sanierungsgebiet Linden-Nord und Gründung Frauenzentrum
Linden-Nord wird mit Hilfe des Städtebauförderungsgesetzes und auf Inititiative der Lindener zum Sanierungsgebiet erklärt.
Hannover erhält in der Wittekindstraße sein erstes Frauenzentrum mit Buchladen.

1975: Gründung „Aktion Limmerstraße”
Geschäftsleute der Limmerstraße rufen die „Aktion Limmerstraße” ins Leben.

1973: Start Flächensanierung Linden-Nord
Die alte Arbeitersiedlung wird abgerissen. Die Fannystraße verschwindet. In Folge entstehen das Hochhaus bei der Mathildenstraße und das Altenzentrum „Werner-Blumenberg-Haus” bei der Velvetstraße.

1972: Start Sanierung Linden-Süd
Die Stadt erklärt sich zur Sanierungsträgerschaft bereit und erkennt das Mitspracherecht einer Bürgerinitiative an.

1971: Gründung IGS Linden
Die Integrierte Gesamtschule Linden wird als erste ihrer Art in Hannover und als eine von sieben in Niedersachsen eröffnet.

1971 – 1976: Bau Ihmezentrum
Das Ihmezentrum wird gebaut.

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Postkarte ca. 1980 aus der Sammlung Bornemann / www.luchssecurity.de 

1969: Explosion am Bahnhof Linden und Gründung Jugendzentrum Freizeitheim
Ein mit Munition beladener Güterwagen fängt Feuer und explodiert. Dabei kommen vier Bahnmitarbeiter und 8 Feuerwehrleute ums Leben und 40 Personen werden verletzt.
Im Freizeitheim Linden wird ein Jugendzentrum eingeweiht.

1968: Gründung Volkssternwarte, Brauerei-Fusion und Start Butjerfest
Auf dem Lindener Berg gründet Prof. Dr. Rudolf Hase mit der „Astronomischen Arbeitsgemeinschaft”, die sich 1947 bildete, eine Volkssternwarte, die seit 1986 „Sternwarte Geschwister Herschel Hannover e.V .” heißt.
Lindener Aktien Brauerei und Gilde Brauerei fusionieren zur Lindener Gilde Bräu AG.
Das erste Butjerfest wird ausgerichtet. Butjer sind die, die von buten (= außen) kommen, weswegen früher aus Sicht der Hannoveraner die Lindener Butjer waren, weil Linden damals nicht Teil Hannovers war und draußen vor der Stadt lag.

1966: Gründung Kindertagesstätte
Im von-Alten-Garten wird eine neu gebaute Kindertagesstätte eröffnet.

1965: Gründung Jugendzentrum Lindener Berg
Der Neubau eines evangelischen Jugendzentrums am Lindener Berg kommt zum Abschluss.

1963: Bau Heizkraftwerk
1963 entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Baumwollspinnerei und -weberei das von Architekt Rudolf Christfreund geplante Heizkraftwerk.

1962: Brand Kino am Schwarzen Bär
Das Kino am Schwarzen Bär, mit 900 Plätzen eines der größten in Hannover, wird durch einen Brand vernichtet.

1961: Bau Freizeitheim Linden und Ende Limmerbrunnenbad
Das Freizeitheim Linden wird eröffnet.
Am „Limmer Brunnen” wird der Badebetrieb eingestellt.

1959: neues Fössebad und Bau Dornröschenbrücke
Das von Architekt Heinz Goesmann entworfene Fössebad wird eingeweiht. Es ist das erste kombinierte Hallen- und Freibad der Bundesrepublik Deutschland. Die Jahre zuvor war der Badebetrieb an der Fösse wegen Flussverschmutzung eingestellt worden.
Die hölzerne Leinaubrücke wird durch die Dornröschenbrücke in Massivbauweise ersetzt.

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Postkarte 1958 aus der Sammlung Bornemann / www.luchssecurity.de 

1957: neue Martinskirche
Die nach Kriegszerstörung unter Architekt Dieter Oesterlen neu aufgebaute Martinskirche wird eingeweiht.

1956: Dreharbeiten Stärkestraße
In der Stärkestraße finden Filmaufnahmen für den Film „Carl Zeiss” statt.

1955: Gründung Stadtbücherei Linden, Neubau „Schwarzer Bär” und Gerhard-Uhlhorn-Kirche
Im wieder aufgebauten Rathaus wird eine Stadt- und Jugendbücherei als Freihandbücherei eingerichtet.
Das von den Architekten Paul und Rudolf Brandes geplante Büro-, Geschäfts- und Gasthaus „Schwarzer Bär” wird eingeweiht.
Die Gerhard-Uhlhorn-Kirche wird in der Salzmannstraße am Leineufer nahe der Ihmemündung errichtet.

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Postkarte 1964 aus der Sammlung Bornemann / www.luchssecurity.de 

1948: Gründung Selbsthilfe-Kindergarten
Im Lindener Volkspark wird ein durch Selbsthilfe errichteter Kindergarten eröffnet.

1946: Hochwasser
Weniger als ein Jahr nach Kriegsende, in der Nacht von Samstag 09. Februar zu Sonntag 10. Februar, also im Winter, erreicht der Pegel der Leine, der sonst bei 1,20 m liegt, nach 10 Tagen Regen einen Pegelstand von 7,88 m. Das Hochwasser überschwemmt weite Teile von Linden, Limmer, Ricklingen und der Glocksee. In Linden stehen manche Straßen bis zu 1,65 m unter Wasser, nahe dem Dornröschen ertrinken zwei Personen, außerdem werden Lebensmittel, Brennholz und Baumaterialien unbrauchbar.

1933 - 1938: politischer Widerstand und Verfolgung
-> mehr im Anhang

1939 – 1945: 2. Weltkrieg
In der Jacobsstraße 10 richtet Kurt Schumacher 1945 für die SPD ein Büro ein; im selben Haus befindet sich in der Wohnung von Maxim Bosse ein Büro der KPD.
Am 10. April 1945 marschieren die Amerikaner über die Limmerstraße ein.
1944 gibt es eine Verhaftung von 19 Hanomag-Arbeitern wegen Zugehörigkeit zu einer Widerstandsgruppe.
1943 wird die Zionskirche wegen des jüdischen Bezugs im Namen in Erlöserkirche umbenannt. Es gab während der Nazidiktatur in einigen Gemeinden, darunter Linden, einen regelrechten Glaubenskampf zwischen den zwei Gruppierungen Bekenntnischristen und den der NSDAP nahe stehenden Deutschen Christen (DC). In der Gemeinde der Erlöserkirche verlief die Auseinandersetzung relativ ruhig, bei der Martinskirche gab es schon mehr Konflikte und bei der Bethlehemkirche verlief der Streit relativ intensiv: Bekenntnispfarrer Brüdern und DC-Pfarrer Wiebe, unterstützt vom NSDAP-Ortsgruppenleiter in Limmer, führten eine Art Kleinkrieg.
1942 wird der Lindener Widerstandskämpfer Wilhelm Bluhm im KZ ermordet.
Den ersten Fliegeralarm gibt es in der Nacht 03./04. Sept. 1939.

Die Kriegsschäden in Linden sind geringer als in anderen Teilen Hannovers.
Die Martinskirche ist stark beschädigt und wird wieder aufgebaut werden.
Das Neue Rathaus am Lindener Markt ist stark beschädigt und wird 1954/1955 wieder aufgebaut werden.
Das Postgebäude am Lindener Markt/Posthornstraße wird zerstört und in den 1960er Jahren von einem Neubau ersetzt werden.
Das von-Platen-Schloss im von-Alten-Garten und der Saalbau Sander (ehemals Volksheim des Arbeiterbildungsvereins von 1895 zu Linden) in der Jacobsstraße sind zerstört.

1937: Bau Legionsbrücke
Zwischen ehemaliger Ohe bzw. Lavesallee und der Auestraße wird eine Brücke über die Ihme gebaut.

1933: Flucht Hannah Arendt
Die deutsch-jüdische Historikerin und politische Philosophin Hannah Arendt, deren Geburtshaus sich am Lindener Marktplatz 2 befindet, flüchtet aus Deutschland.

1932: Landkreis Hannover statt Linden, Wahlen
Der Landkreis Linden wird per Verordnung durch das preußische Staatsministerium aufgelöst und dem Landkreis Hannover zugeordnet.
Bei den Wahlen stimmen in Linden im Vergleich zu Hannover etwa 20% mehr für Hindenburg, 50% weniger für Hitler und 140% mehr für Thälmann.

1930: Bau Capitol-Hochhaus
An der Ihmebrücke (später Benno-Ohnesorg-Brücke) wird das Capitol-Hochhaus mit Architekt Friedrich Hartjenstein errichtet.

1929: toter Polizist
Bei Tumulten beim Restaurant „Posthorn” wird ein Polizist getötet.

1927: Bau Badehaus am Küchengarten
Die „Städtischen Bäder” am Küchengarten werden gebaut, damit Familien, die keine Badezimmer in der Wohnung haben, Dusch- und Wannenbäder nutzen können. 1938 kostete ein Duschbad 20 Pfennige, ein Wannenbad 70 Pfennige.

1925: Küchengarten-Pavillon-Umsetzung
Der vom Küchengarten auf den Lindener Berg umgesetzte Pavillon wird als Krieger-Gedächtnis-Stätte eingeweiht. Im Obergeschoss liegt das Goldene Buch von Linden aus, bis es später ebenso wie andere Exponate gestohlen wird.

1922: Gründung Weltliche Schule Fröbelstraße
In der Fröbelstraße wird von freigeistigen Anhängern der Arbeiterbewegung die erste Weltliche Schule (inoffiziell Pestalozzischule, später Albert-Schweitzer-Schule) für Schüler/-innen, die vom Religionsunterricht befreit sind, eingerichtet.

1920: Eingemeindung Lindens nach Hannover
Der erste Eingemeindungsversuch Lindens im Jahr 1865 wurde vom Magistrat Hannover abgelehnt, ebenso ein Antrag aus dem Jahr 1867 sowie ein Antrag von 1880; nun endlich ist Linden ein Teil von Hannover.

1919: Gründung Volkshochschule, Kleingartenverein Linden und Arbeiterrat
Eine Volkshochschule (VHS) wird eingerichtet.
Der Kleingartenverein Linden wird gegründet.
Linden und Hannover bilden einen gemeinsamen, 138 Mitglieder zählenden Arbeiterrat.

1917: Eröffnung Lindener Hafen
Der Lindener Hafen wird nach dreijähriger Bauzeit eröffnet.

1914 – 1918: 1. Weltkrieg
Nach Kriegsende hat Linden mehr als 2000 Kriegsopfer zum Leidwesen der Angehörigen und zum Verdruss der Fabrikanten, denen Arbeitskräfte fehlen, zu verzeichnen.
Im Lindenhof wird ein Reserve-Lazarett eingerichtet.
1914 unterstützen Teile der SPD und der Gewerkschaften Antikriegskundgebungen

1913: Stadterweiterung und Gründung Wassersportverein
Im Jahr 1913 erfolgt die Eingemeindung Ricklingens nach Linden.
Ein Wassersportverein „Welle”, der später „Freier Wassersport-Verein Hannover-Linden” heißt und 1919 bereits über 1000 Mitglieder zählt, wird im Fössepark gegründet und zieht 1925 nach Limmer um.

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Stadtplan Linden von 1913, -> große Version

1912: Gründung Kleingartenkolonie am Ihlpohl
Die Kleingartenkolonie „Eintracht” wird am Ihlpohl ins Leben gerufen.

1911: Gründung Ruderverein
Der „Ruderverein Linden”, der sich am Ende der Limmerstraße nahe Limmer befindet, wird als Arbeitersportverein gegründet, aber vom Deutschen Ruder-Verband nicht aufgenommen wegen der Art der Erwerbstätigkeit (Hände-Arbeit) der Lindener Mitglieder.

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Küchengartenpavillon (hinten links) am Küchengarten ca. 1911
Danksagung an Herrn Stephanus für die Bereitstellung dieses Bildes.

1909: Stadterweiterung
Im Jahr 1909 werden Limmer, Bornum, Davenstedt und Badenstedt nach Linden eingemeindet.

1908: Gründung Apollo-Kino
Das Apollo-Kino wird an der Stelle des ehemaligen Tanzsaals Sander eröffnet. Es gilt als ältestes Vorstadtkino Deutschlands. Hans-Joachim Flebbe arbeitete hier, bevor er mit Cinemaxx-Kinos bekannt wurde.

1907: Gründung Sportverein Linden
Der SV Linden 07, der sich am Lindener Berg befindet, wird gegründet.

1906: Bau Bethlehemkirche
Die Fertigstellung der Bethlehemkirche erfolgt nach einem Entwurf von Karl Mohrmann.

1904: Bau Josephstift
Ein katholisches Krankenhaus, das Josephstift, wird in Nähe St.-Benno-Kirche in Betrieb genommen.

1902: Bau St. Bennokirche
Die katholische St. Bennokirche wird errichtet.

1900: Gründung Victoria Linden
Der TSV Victoria Linden, der sich im Fösseweg befindet, wird gegründet.

19. Jahrhundert
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1899: Gründung Humboldtschule
In Linden wird die Humboldtschule eröffnet.

1898: Bau Rathaus Lindener Markt
Am Lindener Markt entsteht ein neues Rathaus von Emil Seydel.

1897: Bau E-Werk
Linden errichtet ein eigenes Elektrizitätswerk.

1896: Gründung Wurstfabrik und Poliklinik, Einweihung Nachtwächterbrunnen

Fritz Ahrberg gründet an der Deisterstraße eine Wurstfabrik.

In der Falkenstraße wird mit Errichtung einer Poliklinik die Basis für das spätere Siloah-Krankenhaus geschaffen.

Der Nachtwächter-Brunnen von Hans Dammann, der ursprünglich für den hannoverschen Holzmarkt gedacht war, wird von Lindener Bürgern für den Lindener Marktplatz gestiftet und im September eingeweiht.

1894: Gründung Marktplatz

Im Kernbereich des alten Dorfes Linden wird gegen den Widerstand der dort ansässigen Bauern mittels Enteignung und nach dem Abriss vieler alter Gebäude ein Marktplatz eingerichtet, der später „Lindener Marktplatz” benannt wird.

1894: Start Straßenbahn
Zwischen Linden und Körtingsdorf (Nähe Bornumer Holz) wird eine Straßenbahnlinie eröffnet.

1892: Gründung Theater
Ein Volkstheater wird gegründet.

1891: Gründung Gewerbegerichte
Es werden Gewerbegerichte eingerichtet.

1890: Bau Spinnereibrücke
Die Spinnereibrücke (später Leinertbrücke) zwischen Glocksee und Küchengarten wird in Betrieb genommen.

1889: Stadt-Wappen
Linden erhält durch königlichen Erlass die Erlaubnis für das Wappen mit dem roten Löwen vor der Linde auf einem Schild mit je 4 blauen und silbernen Querstreifen und mit einer dreitürmigen Mauerkrone.

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1888: neue Brauerei
Die Gründung der Kaiser-Brauerei erfolgt.

1887: Gründung Fabrikanten-Verein und Königliches Gymnasium
Der Fabrikanten-Verein Hannover-Linden, aus dem der spätere Industrie-Club hervorgeht, wird gegründet.
Mit dem Bau eines königlichen Gymnasiums wird begonnen.

1886: Kreisfreie Stadt Linden, Gründung Brotfabrik
Die Stadt Linden wird kreisfreie Stadt.
Eine Brotfabrik, aus der später „Harry’s“ Brotfabrik hervorgeht, wird gegründet.

1885: Landkreis Linden
Nach der Stadtgründung entsteht auf Grund einer neuen Kreisordnung aus den Ämtern Linden und Wennigsen der Landkreis Linden als größter Landkreis der preußischen Provinz Hannover.

1884: Stadt Linden, Gründung Schrebergärten und Gymnasium
Linden, bis dahin als das größte Dorf Preußens geltend, wird Stadt: Die Gemeinde Linden ändert nach fehlgeschlagenen Eingemeindungsversuchen bei Hannover ihr Verfassungsstatut, um durch königliche Verordnung eine städtische Verfassung zu erhalten.
Die ersten Schrebergärten werden im Fössefeld angelegt.
Das Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasium, das einmal Helene-Lange-Gymnasium heißen wird, wird in Betrieb genommen.

1883: Bau Rathaus, Gründung Bürgerverein und Start Wochenmarkt
An der Deisterstraße bei der Ricklinger Straße lässt man durch den Architekten Christop Hehl ein Rathaus für Linden bauen, das das Gemeindehaus in der Posthornstraße ablösen soll.
Ein Bürgerverein wird gegründet.
Der erste Lindener Wochenmarkt findet am 18. August 1883 statt.

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Postkarte 1917 aus der Sammlung Bornemann / www.luchssecurity.de 

1880: Hochwasser, Stellenabbau und Bau Erlöserkirche
Große Teile Lindens, der Calenberger Neustadt, der Glocksee und Ricklingens werden bei einem Hochwasser überschwemmt.
„Hanomag” muss 3000 Stellen von 3500 abbauen.
Die durch Conrad Wilhelm Hase errichtete lutherische Zionskirche, deren Bau 1878 begann und die 1943 in  Erlöserkirche umbenannt werden wird, wird eingeweiht, auch wenn ihr Turm erst 1882 bei Gesamtbaukosten von 120000 Mark fertiggestellt werden wird. Die Lindener Dorfkirche erhält nun die Bezeichnung „St. Martin”.

1878: Bau Wasserbehälter auf dem Lindener Berg
Ein Wasserbehälter wird anstelle des Lindener Berggasthauses auf dem Lindener Berg errichtet und dient zusammen mit dem neuen Grundwassergewinnungsbecken in Ricklingen der Wasserversorgung.

1876: Gründung Freiwillige Feuerwehr
Eine Freiwillige Feuerwehr wird gegründet.

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Stadtplan Linden von 1876, -> große Version

1875: steigende Einwohner- und Gebäudezahlen
Die Bevölkerungszahl beträgt 22899, die Anzahl der Häuser 1147; im Jahr 1862 waren es noch 10000 Einwohner/-innen und 537 Häuser.

1874: Bau Sankt-Godehardi-Kirche
Der Bau der katholischen Sankt-Godehardi-Kirche an der Posthornstraße wird abgeschlossen, sodass Linden eine eigene katholische Kirche erhält.

1872: Start Eisenbahnverbindung, Busse
Linden wird durch die neue Eisenbahnverbindung der Privatbahn Hannover-Hameln-Altenbeken an das Eisenbahnnetz angeschlossen und hat nun zwei Bahnhöfe: Güterbahnhof Küchengarten sowie Personen- und Güterbahnhof Fischerhof (später Bahnhof Linden).
Zwischen Staatsbahnhof Hannover und Schwarzem Bär verkehren Omnibusse - tagsüber halbstündlich.

1870 – 1872: weitere Fabriken
1870 werden die Lindener Eisen- und Stahlwerke sowie die Schlosserei Louis Eilers in Betrieb genommen.
1871 entsteht die Hanomag (Hannoversche Maschinenbau AG), als ein Bankenkonsortium die Lindener Maschinenfabrik von Henry Bethel Strousberg, der 1868 die Maschinenfabrik Egestorff für 750000 Taler erworben und dann erweitert hatte, für 3 Mio. Taler kauft. Auf dem Fabrikgelände existierte inzwischen auch eine Arbeitersiedlung „Rumänien” mit ca. 150 Häusern für etwa 200 Familien.
1871 wird aus der Brauerei Brande und Meyer die Lindener Aktienbrauerei.
1872 wird die Werkzeugmaschinenfabrik Wohlenberg & Riggert sowie von Andreas Georg Dickert eine Eisengießerei gegründet.

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Postkarte 1924 aus der Sammlung Bornemann / www.luchssecurity.de 

1869: Gründung Amerikanische Dampfziegelei
Am Lindener Berg errichtet Ferdinand Wallbrecht eine Amerikanische Dampfziegelei.

1868: Gründung Gewerkschaft
Arbeiter gründen in Linden die Metallarbeitergewerkschaft „Vulkan-Union”.

1865: Gründung Wanderbibiliothek
Amtsassessor Merkel, Georg Egestorff und Karl Karmasch initiieren eine Wanderbibliothek.

1863: neues Gemeindehaus
In der Posthornstraße wird ein neues Gemeindehaus für Linden eröffnet.

1862: neuer Friedhof am Lindener Berg
Am Lindener Berg wird wegen der gestiegenen Bevölkerungszahl ein Friedhof eingerichtet.

1861: steigende Einwohnerzahl
Linden hat 9884 Einwohner/-innen, 1855 waren es noch 6424 und 1850 waren es 3371.

1859: neuer Polizeibezirk
Linden wird mit der Glocksee und Hannover zu einem Polizeibezirk zusammengefasst.
Im Jahr 1861 gibt es auch einen einheitlichen Straßenverkehrserlass.

1856: vereintes Linden

Die Dörfer Alt-Linden und Neu-Linden werden zur Landgemeinde Linden zusammengeschlossen. Die Gemeinde erhält statt der bisherigen Bauermeister einen Gemeindevorstand.

1854: Start Gasbeleuchtung

Die bis dahin spärlich vorhandenen Öllampen werden durch 40 Gaslaternen ersetzt. Ein Hauptgasrohr führt von der neuen Gasanstalt in Hannover über die Ihmebrücke nach Linden.

1853 - 1861: weitere Fabriken
1853 entstehen die Ziegeleien von Stephanus.
1853 entsteht auch die Hannoversche Baumwoll-Spinnerei und -Weberei, die für ihre Arbeiterfamilien 1872 die Fannystraße und die Mathildenstraße mit ca. 25 Häusern bauen lässt.
1853 / 1854 lässt Albert Knoevenagel eine Maschinenfabrik, Eisengießerei und Kesselschmiede errichten.
1856 nimmt Georg Egestorff eine Ultramarinfabrik in Betrieb.
1857 entsteht das Nordmannsche Eisenwerk.
1860 werden die Wagenfabrik von Jacobi, die Mineralwasserfabrik von Hurtzig & Feldmann sowie die Asphaltfabrik von August Egestorff gegründet.
1861gründet Georg Egestorff eine Zündhütchenfabrik.

1852: Neuordnung Gerichtsbezirk Linden
Ein Königliches Amt Linden wird gebildet und löst die Patrimonialgerichtsbarkeit der Familie von Alten ab. Zum neuen Amt gehören Alt-Linden, Neu-Linden, Glocksee und Ohe, Limmer, Ahlem, Velber, Lenthe, Badenstedt, Davenstedt, Bornum und Ricklingen.

1851: Beitritt zum deutschen Zollverein
Als das Königreich Hannover, zu dem Linden gehört, dem 1837 gegründeten und unter preußischer Führung stehenden Deutschen Zollverein beitritt, begünstigt dies die Entwicklung der Großindustrie in Linden.

1849: Gründung Arbeiterverein
In Linden wird ein Arbeiterverein ins Leben gerufen.

1848: Streik, Bürgerwehr und Bauordnung
Die Arbeiter der Maschinenfabrik Egestorff streiken 3 Tage lang für kürzere Arbeitszeiten, aber können sich nicht durchsetzen.
Eine Bürgerwehr wird gegründet, sodass jede militärpflichtige Person die Pflicht hat, der Wehr beizutreten, und wie beim Militär das Recht hat, einen Stellvertreter zu benennen. Die Bürgerwehr besteht aus ca. 100 Wehrpflichtigen und hat ihr Wachlokal im „Schwarzen Bären”. Im Jahr 1853 wird die Bürgerwehr wieder aufgelöst.
Eine Bauordnung wird eingeführt und eine Königliche Baukommission wird eingerichtet.

1847: neue Schule Posthornstraße und neue Gewerbeordnung
In der Posthornstraße wird eine neue Schule gebaut.
Eine neue Gewerbeordnung beendet das Bannrecht der hannoverschen Innungen und Zünfte und erleichtert die Handwerksausübung auf dem Lande; Lindener dürfen jedoch Zunfthandwerk weiterhin nicht in Hannover ausüben, Hannoveraner in Linden dagegen immer noch. Hannover erhält Eisenbahnverbindungen nach Harburg (bei Hamburg), nach Minden und nach Bremen, wodurch die Leineschifffahrt verkümmert.

1846: erste Lindener Lokomotive
Die Maschinenfabrik von Egestorff stellt ihre erste Lokomotive, die den Namen „Ernst August” erhält, fertig.

1843: gemeinsames Schützenfest
Die beiden Schützengesellschaften von Alt-Linden und Neu-Linden vereinigen sich zu einer Lindener Schützengesellschaft. Im Jahr 1866 löst sich die Schützengesellschaft auf.

1839: Gemeindebackofen
Die Hannoversche Bäckerzunft untersagt mittels Bannrecht weiterhin zusätzliche Bäckerniederlassungen in Linden, sodass ein Gemeindebackofen gebaut und ein Gemeindebäcker beschäftigt wird, der gegen festgelegte Vergütung das von den Bewohner/-innen Lindens selbst zubereitete Brot backen soll.
Der Bäcker backt alsbald unerlaubt eigenes Brot zum Verkauf, weswegen der Betrieb der Gemeindebäckerei verboten wird.

1838: Gründung Fössebad
Dem Forstmeister von Alten wird eine Konzession für eine Badeanstalt in Linden an der Fösse erteilt.

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Postkarte 1898 aus der Sammlung Bornemann / www.luchssecurity.de 

1835 - 1840: neue Fabriken
1835 lässt Georg Egestorff, ältester Sohn von Johann Egestorff (Gründer einer Zuckerfabrik in der Blumenauer Straße), eine Eisengießerei und Maschinenfabrik, aus der später die „Hanomag” hervorgehen wird, bauen.
Die 1837 von den Bankiers Adolph Meyer und Alexander Cohen gegründete Baumwollweberei, auch Mechanische Weberei genannt, wird einmal den bekannten „Lindener Samt” fertigen. Etwa 35 Jahre später werden von der Gesellschaft für eine Arbeitersiedlung die Pfarrlandstraße und die Velvetstraße (Velvet = Baumwollsamt) mit ca. 100 Wohnungen in etwa 30 Häusern geschaffen werden.

1839 gründet Georg Egestorff eine chemische Fabrik.
1940 wird die Teppichfabrik Roskamp & Dehmann gegründet.

1835: Gründung Spinnschule
Der 1834 gegründete Armenverein eröffnet 1835 ein Jahr nach seiner Entstehung mit Unterstützung der Königlichen Landdrostei eine Spinnschule.

1831 / 1833: Bau Krankenhaus
Im Jahr 1831 findet die erste Dampfmaschine in Hannover, gebaut vom Mechaniker Carl August Clindworth, ihre Bestimmung beim Wasserpumpen für die Wasserversorgung des Lindener Krankenhauses.

Im Jahr 1833 wird als Nachfolger des alten Stadtlazaretts am Hohen Ufer an der Ihme das unter Leitung von Stadtbaumeister August Heinrich Andreae errichtete städtische Krankenhaus eröffnet. Die heutige Spezialklinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten hatte damals eine Chirurgie, eine Syphilisstation für Frauen, eine Abteilung für Geisteskranke und 122 Betten.

1830 – 1840: Ablösung des Zehnten, Verkoppelung und Teilung der Feldmark
Durch Ablösezahlungen können die bis dahin durch Zehntrecht und dergleichen Regelungen fälligen Abgaben an die Gutsherren (z. B. von Alten, von Reden, von Limburg) beendet werden. Halbmeier (z. B. Niemeyer, Lampe), Vollmeier (z. B. Hartmann, Lampe, Nettemann, Nieschlag, Plinke, Schilling, Struckmeyer), Kötner (= Besitzer einer Kate mit einem kleinen Stück Land vorwiegend für die Selbstversorgung), Beibauern usw. können unabhängige Eigentümer werden.
Ackerland, Wiesen und Weiden in der Größenordnung von 1909 Morgen (ca. 487 Hektar entspricht 4870000 qm)  werden verkoppelt und danach für 81 Interessenten aufgeteilt.
Im Jahr 1839 wurde die Generalteilung der so genannten Gemeinheit von Linden amtlich, wonach Eichbrink und Bartkuhle an die Realgemeinden Linden, Limmer und Davenstedt sowie an das Gut von Alten gingen und die Limmer Weide an die Realgemeinden Linden und Limmer, an das Amt Blumenau sowie an das Gut von Alten.

1830: Gründung Tapetenfabrik und Lederfabrik
Die Tapetenfabrik Schütz & Brackebusch sowie die Söhlmannsche Lederfabrik werden gegründet.

1829: Linden ohne Glocksee und Ohe
Die Glocksee und die Ohe, bis dahin zu Linden gehörend, werden selbstständige Orte mit eigener Verwaltung, aber bleiben bezüglich Kirche und Schule weiterhin Linden zugehörig.

1826: Neuordnung Alt-Linden und Neu-Linden
Mit Erlass verfügt die Königliche Landdrostei Hannover für die Gerichtszuständigkeit eine Grenzlinie zwischen Alt-Linden und Neu-Linden. (Drost ist eine andere Bezeichnung für Truchsess, Amtmann oder Landrat. Die hannoverschen Regierungspräsidenten wurden noch bis 1885 als Landdroste bezeichnet.)
Nach dem Erlass hat Alt-Linden einen Bauermeister und 3 Vorsteher, Neu-Linden einen Vorsteher und 2 Nebenvorsteher (sozusagen Beigeordnete).
Zu Alt-Linden gehören von nun an Lindener Berg, Kirchstraße, Lindener Straße, Hohestraße, Posthornstraße, Blumenauerstraße, das Gut von Alten einschließlich Gerichtshof, der Bereich westlich der nördlichen Deisterstraße von der Allee (heute von-Alten-Allee) bis zur Ihmebrücke.
Zu Neu-Linden gehören von nun an der Bereich östlich der nördlichen Deisterstraße von der Allee (heute von-Alten-Allee) bis zur Ihmebrücke, der südliche Rest der Deisterstraße und die Weberstraße.

1825: Gründung Feuerwehr
Die erste Feuerspritze wird für 150 Taler von der Neustadt gebraucht gekauft und in einem neu errichteten Spritzenhaus untergebracht.
Im Jahr 1827wird das Feuerlöschwesen neu geordnet: 5 Feuerherren sollen 4 Revisionen pro Jahr an den Feuerstellen durchführen.
Feuerherren, Spritzenleute, Bauermeister, Vorsteher und Gerichtsschreiber erhalten weiße Hüte, die sie bei Feuer aufzusetzen haben, um erkannt zu werden.

1823: Gründung Zuckerfabrik Egestorff und Bau Berggasthaus
Johann Egestorff, Sohn eines Fischers aus Lohnde bei Blumenau, und sein Schwiegersohn Hurtzig gründen in der Blumenauer Straße eine Zuckerfabrik.
Johann Egestorff lässt auf dem Lindener Berg durch G. L. F. Laves ein Berggasthaus errichten.

1822: Standortwechsel Schützenfest
Das bis dahin in der Lindener Ohe zelebrierte Schützenfest Alt-Lindens, das Johannisschießen, wird ab diesem Jahr auf dem Lindener Berge ausgerichtet, wo auch Neu-Linden sein Schützenfest begeht.

1821: steigende Einwohnerzahl
Linden hat 1617 Einwohner/-innen, im Vorjahr waren es noch ca. 1300.

1820: steigende Wohngebäudezahl
In Linden stehen ca. 200 Wohngebäude, im Jahr 1818 waren es noch 150.

1816: von Alten statt von Platen
Nach dem Rückkauf des Gutes Linden durch die Familie von Alten verlässt die Familie von Platen Linden.

1803 – 1815: Napoleonische Eroberungskriege / Befreiungskriege
In den 10 Jahren von 1803 bis 1813 ziehen viele Truppen durch Linden oder quartieren sich ein: Franzosen, Holländer, Italiener, Spanier, russische Kosaken, Rheinbündler und Preußen.
Zwischenzeitlich gehört Linden zum Königreich Westfalen.

1800: Rekord Leineschifffahrt
Aus Bremen bringen 60 Schiffe (30 Schiffszüge) insgesamt knapp 2000 Tonnen Ladung über Weser, Aller und Leine bis nach Linden an der Ihme.

18. Jahrhundert
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1796: Gründung Schule für Neu-Linden
In einem Haus in der Weberstraße, das im Besitz des Grafen von Platen ist, wird eine Schule für Neu-Linden eingerichtet.

1774: Gründung Freimaurerloge
Die Freimaurerloge „Zum Schwarzen Bär“ wird gegründet. Sie wird 1935
aufgelöst werden und nach der Wiederherstellung 1946 dann im Jahr 1949
wieder die Rechtsfähigkeit erhalten.

1770: steigende Einwohnerzahl
Linden hat 1224 Einwohner/-innen.

1766: steigende Einwohnerzahl
Linden hat 1177 Einwohner/-innen.

1756 – 1763: Siebenjähriger Krieg
Preußen verbündet sich mit England, aber unterliegt vorübergehend im Kampf gegen Frankreich, sodass als Folge Linden ebenso wie Hannover die französischen Truppen, zeitweise 50000 bis 60000 Personen, verpflegen und versorgen muss.
Im Jahr 1758 ziehen sich die Franzosen zurück und preußische Soldaten ziehen ein.
Im Jahr 1761 lässt Prinz Friedrich August von Braunschweig auf dem strategisch wichtigen Lindener Berg bei der Windmühle die Stern- bzw. Georgenschanze als Befestigungsanlage errichten.

1746: Gewerbe und Handwerk in Linden in Zahlen
Es gibt zu der Zeit 2 Bäcker, 1 Zimmermann, 2 Dachdecker, 1 Tischler, 1 Grobschmied, 1 Kleinschmied, 2 Nagelschmiede, 1 Töpfer, 1 Böttcher, 2 Rademacher, 3 Schuster, 3 Schuhflicker, 3 Schneider, 1 Handschuhmacher, 1 Pergamentmacher und die Weber der von Platenschen Kolonie.
Die alten Wirtshäuser „Bauernkrug”, „Posthof”, „Schwarzer Bär” und „Falkonierkrug” haben Konkurrenz erhalten durch die Gasthäuser „Tubbenhaus”, „Fortune”, „Zur Krone von England” und „Zum Stern”.
Eine größere Entfaltung des Gewerbes und des Handwerks in Linden wird durch die Innungen und Zünfte in Hannover mittels Bannrecht unterbunden.

1741: Bau Küchengartenpavillon
Der Küchengartenpavillon wird als Blickpunkt für die neue Hauptachse des Küchengartens gebaut und erhält 1749 ein Kuppeldach.

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Postkarte 1925 aus der Sammlung Bornemann / www.luchssecurity.de 

1740: Leineschifffahrt Bremen - Hannover
Die Leineschifffahrt von Linden bis zur Aller erhält Auftrieb, nachdem ein Schiff aus Bremen Wein und Butter nach Hannover gebracht hat, sodass schließlich 1753 ein fünfgeschossiger Speicher der königlichen Bergwarenhandlung an der Ihme entsteht.

1730: Ölfund
Zwischen Badenstedter Weg und Davenstedter Weg wird eine Ölquelle gefunden, aber noch nicht gewerblich genutzt.

1727: Grundsteinlegung für barocken Kirchenneubau
Die baufällige Dorfkirche wird abgetragen und der Bau eines neuen Sakralgebäudes mit barockem Saal wird begonnen.
Aus der alten Kirche übernommen werden der Taufstein von 1647, zwei Ölgemälde sowie die beiden Glocken, auch wenn wegen Kostenüberschreitung der Kirchturm erst 1852/1854 fertiggestellt wird.

1700: Neu-Linden, Kapelle, Weberhäuser und ausländische Fachkräfte
Graf von Platen erwirbt den Rustischen Hof mit 79 Morgen (ca. 20 Hektar entspricht 200000 qm) Land und legt eine neue Straße, die Leineweberstraße, mit 30 Häusern für die Weberzunft an. Zudem lässt er eine Schmiede, Bierbrauerei, Branntweinbrennerei, Kalkbrennerei sowie eine Wachsbleiche mit Meister und Gesellen aus Italien einrichten.
Graf von Platen lässt in einer auf dem Gut errichteten Kapelle eigens für seine Hörigen Gottesdienste abhalten.
Im Laufe der Zeit entwickelt sich aus dem Areal das vom alten Dorf Linden verwaltungsrechtlich getrennte Neu-Linden, das auch einen eigenen Nachtwächter, einen eigenen Vorsteher und eine eigene Schützengesellschaft erhält.
Zu Neu-Linden gehören die Häuser der Weberstraße, Häuser und Speicher in der Blumenauerstraße, sowie Häuser in der Hohestraße und der Deisterstraße.

17. Jahrhundert
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1698: Baubeginn Palais
Graf von Platen lässt ein Palais bauen.

1689: steigende Einwohnerzahl
Linden ist mit 454 Einwohnern/-innen das größte Dorf des Fürstentums Calenberg.

1688: Besitzerwechsel beim von Altenschen Gut
Oberhofmarschall von Platen erwirbt für mehr als 12000 Reichstaler das Gut der Familie von Alten, die ein 20-jähriges Rückkaufrecht erhält, mit ca. 220 Morgen (ca. 56 Hektar entspricht 560000 qm) Land, Jagdrecht, Gerichtsbarkeit, verschiedenen Zehnten, dem Lindener Schäferhof sowie Ländereien und Berechtigungen in der Lindener Glocksee, der Neustadt und der Aegidienmasch. Nach dem Kauf zusätzlicher Höfe lässt von Platen einen 77 ha großen Barockgarten anlegen, den ab 1715 eine Mauer umgibt.
Später verlängert die von Altensche Vormundschaft den Vertrag bis 1728.
Beim Rückkauf nach Vertragsablauf kommt es zum Streit über den Kaufpreis, der auch nach jahrelangem Rechtsstreit nicht entschieden werden kann, bis es ein Liquidationsverfahren und im Jahr 1816 einen Vergleich gibt, demzufolge die Familie von Alten 100000 Taler an von Platen zu zahlen hat.

1669: Bau Schulhaus
Ein Schulhaus, 28 x 24 Fuß (ca. 8,76 m x 7,51 m), wird für Linden gebaut. Dazu gehört ein ca. 1 Morgen (ca. 25,532 Ar bzw. 0,26 Hektar entspricht etwa 2553 qm) großes Stück Ackerland.
Der Schulmeister erhält Schulgeld – von einem „Schreib- und Rechenknaben” 9 Groschen, von einem Kind, das nur liest, 6 Groschen.
Im Winter sind fast 70 Kinder zu unterrichten, im Sommer nur knapp 40 (vermutlich wegen Arbeit in der Landwirtschaft).

1655: neues Pfarrhaus
Ein neues Pfarrhaus, 64 x 48 Fuß (ca. 20,03 m x 15,02 m), wird gebaut. Dazu gehört ein ca. 1 Morgen (ca. 25,532 Ar bzw. 0,26 Hektar entspricht etwa 2553 qm) großer Pfarrgarten und ein alter Spieker als Stallung für Kühe und Schweine.

1652: Bau Lust- und Küchengarten
Herzog Georg Wilhelm lässt einen von einer Mauer umgebenen Lust- und Küchengarten anlegen. Auf dem Gelände befinden sich mehrere Wasserquellen, die unter anderem Wasser für die Calenberger Neustadt und für den großen Wasserbehälter in Herrenhausen liefern.

1651: Bau Windmühle auf dem Lindener Berg
Herzog Georg Wilhelm veranlasst den Umbau des Wachturms auf dem Lindener Berg zu einer modernen, steinernen Holländer-Windmühle, um den Bauern kürzere Wege zu ermöglichen und um die Versorgung der Neustadt zu verbessern. Zuvor mussten die Lindener ihr Korn nach Calenberg transportieren und in der Calenberger Amtsmühle mahlen lassen.

1646 / 1647: Gründung „Schwarzer Bär” und „Posthorn”
Im Jahr 1646 wird der „Hengstmannsche Krug”, eine Ausspannwirtschaft, eröffnet und später das Wirtshaus „Schwarzer Bär”.
Im Jahr 1647 befindet sich ein Wirtshaus „Zum Posthof”, das auch als „Junkernkrug” bezeichnet wird, an der Deisterstraße.

1645: Immobilienkauf für Küchengarten und Jägerhof
Herzog Christian Ludwig kauft von der Familie von Alten mehrere Höfe in Linden, um einen Küchengarten und einen Jägerhof anlegen zu können.

1618 - 1648: Dreißigjähriger Krieg
Die Lindener Bevölkerung hat während des Dreißigjährigen Krieges unter Plünderungen und verschiedenen Truppen zu leiden.
Auf dem Lindener Berg stehen im Jahr 1625 vorübergehend General Tillys Truppen der katholischen Liga, wohingegen Hannover von dänischen Truppen, die zu Gunsten des Protestantismus kämpfen, besetzt wird.
Zwischen der Ihmebrücke am Lindener Steinweg und dem Lindener Berg kommt es zu Gefechten zwischen den Truppen. Tillys Truppen ziehen nach wenigen Tagen in Richtung Weser ab, die dänischen Truppen verlassen Hannover 1626 über Linden in Richtung Nienburg.
Ab 1633 werden in Linden wechselweise dänische und kaiserliche Truppen einquartiert.
Im Jahr 1636 besetzen 3000 schwedische Soldaten Linden und die Neustadt. Nach dem Abzug der schwedischen Truppen ziehen kaiserliche Dragoner in Linden ein und stecken wenige Wochen später bei ihrem Abzug das Dorf Linden in Brand.
Im Jahr 1641 ziehen wieder kaiserliche Truppen ins Calenberger Land ein und plündern und brandschatzen auch in Linden. Die zur befestigten Stadt Hannover flüchtende Landbevölkerung wird von schwedischen Truppen ausgeraubt.
1648 ist Linden völlig verarmt und ruiniert.

16. Jahrhundert
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1597 - 1603: Ihmebrücke aus Stein
Eine steinerne Brücke (später Benno-Ohnesorg-Brücke) wird über die Ihme gebaut. Bis dahin gab es eine Holzbrücke über die Ihme als Verbindung von Linden über die Neustadt nach Hannover.
Im Jahr 1658 wird die Steinbrücke bei starkem Eisgang weggerissen und muss vorübergehend durch eine hölzerne Notbrücke ersetzt werden. Erst 1698 gibt es wieder eine Ihmebrücke aus Stein.
Die Ihme war ursprünglich ein kleiner, der Fösse vergleichbarer Bach, bis sie durch den Schnellen Graben künstlich mit der Leine verbunden wurde.

1595: neue Zuständigkeiten der Gerichtsbarkeit
Die Lehnsleute von Alten, die bisher von den Schauenburgern den Zehnten und das Gericht in Linden zu Lehn besessen hatten, erhalten durch Rezess das Untergericht in Dorf und Feldmark Linden als Lehn von den Herzögen zu Braunschweig und Lüneburg; das Amt Calenberg erhält die hohe und geistliche Gerichtsbarkeit über Linden.

1538: reformierte Lindener Kirche
Die Einführung der Reformation an der Lindener Kirche erfolgt.

1523: Verpfändung Lindens an Hannover
Die Herzöge Erich und Heinrich von Braunschweig-Lüneburg verpfänden das ganze Dorf Linden mit allen herrschaftlichen Gefällen (Abgaben in Form von Naturalien und Geld) an Bürgermeister und Rat zu Hannover für 1024 Rheinische Gulden.

15. Jahrhundert
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1482: Schlagbaum am Brüningskreuz
Nahe der Ihmebrücke zur Neustadt wird am Brüningskreuz ein Schlagbaum errichtet. Das Brüningskreuz ist ein Kreuzstein in Erinnerung an einen Edelmann Brüning von Alten. Vom Brüningskreuz zur Ihmebrücke führt der Steinweg.

1476: Lindener Steine für Hannover
Der Rat Hannovers kauft aus dem Besitz des Klosters Marienwerder einen Steinbruch am Lindener Berg, um Steine für städtische Bauten brechen zu können.

1428 / 1436: Pest
Die Pest hat Hannover erreicht und fordert im Jahr 1436 erneut Opfer.

1423: Lindener Wasser für Hannover
Der Dieckborn, ein Bach mit Quelle im Dorf Linden, wird von einigen Bürgern mit einem hölzernen Röhrensystem in die Stadt Hannover umgeleitet, um die Wasserversorgung zu verbessern.

14. Jahrhundert
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1392: Bau Lindener Bergwarte
Vermutlich wird zu der Zeit eine Warte, ein Wehrturm, auf dem Lindener Berg errichtet, da die Stadt Hannover das Recht für Befestigungsmaßnahmen wie Landwehre, Gräben und Schlagbäume erhält.

1340: Steingruben und Kalksteinbrüche am Lindener Berg
Die Gebrüder Brüning sowie Conrad und Ludwig von Alten verkaufen im Jahr 1340 zwei Landstücke an das Minoritenkloster, damit vom Kloster Steine für Neubauten gebrochen werden können.
Die Familie von Alten ist zu der Zeit eine der ältesten in Linden ansässigen Familien mit großen Besitzungen – Familiengut und viel Lehnsgut - und Gerechtsamen (= Konzessionen).
Urkundlich erwähnt sind zudem 1354 Spinnebens Steinkuhle, 1355 Balges Steinkuhle und der Landkauf des Meisters Enundetwintich von den Gebrüdern von Alten mit der Absicht einen Steinbruch anzulegen.

1328: Lindener Kirche wechselt Patronat
Die Lindener Kirche wird mit Einwilligung der bisherigen Patronatsherren und mit Bestätigung von Papst Johannes XXII. dem Kloster Marienwerder als Patron unterstellt.
Zum Einzugsgebiet der Kirche gehören das Dorf Linden, die Feldmark Linden einschließlich Ohe und Glocksee, Ricklingen, Badenstedt und Bornum.
Die Kirchgänger haben herkunftsabhängig ihnen zugewiesene Raumbereiche (Linden, Ricklingen, Badenstedt und Bornum) in der Kirche zu nutzen. Diese Bereiche sind wiederum nach Berufsbereichen bzw. Ständezugehörigkeit untergliedert (Meier, Kötner, Beibauer u. a.) und in diesen Berufsbereichen erfolgt eine Trennung nach Geschlecht (männlich, weiblich).
Verstöße gegen die Sitzordnung, Störung der Predigt, Pöbeleien und Prügeleien haben Geldstrafen zur Folge.

13. Jahrhundert und früher
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1285: erste urkundliche Erwähnung einer Kirche zu Linden
Die Grafengeschlechter von Hallermund und von Roden einigen sich darauf, das Patronatsrecht abwechselnd auszuüben und den zu der Zeit bereits an der Kirche wirkenden Pfarrherrn Rabado von Harboldessen beim Grafen von Hallermund anzustellen.
Aus der Kirche von damals entstand die heutige Martinskirche.

1115 - 1119: erste urkundliche Erwähnung Lindens
Linden wird erstmals urkundlich als ein im Marstemgau gelegener Teil der Goh Gehrden und als Gerichtsstätte des Grafen Wedekind von Schwalenberg erwähnt, wobei vermutlich unter einer Linde Gericht gehalten wurde.
Die Witwe des Grafen Erpo überträgt der Mindener Kirche zahlreiche westlich der Leine gelegene Güter als Geschenk.

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Anhang
1933 - 1938: politischer Widerstand und Verfolgung


1938 wird der Internationale Sozialistische Kampfbund (ISK) zerschlagen, dessen Widerstandsarbeit auch die Ausschleusung politischer Flüchtlinge, technische Sabotage und die Verbreitung von Flugblättern umfasste. Der ISK hatte 1935 die Einweihung der Reichsautobahn sabotiert und an allen Brücken nazifeindliche Parolen angebracht, sodass der bei der Einweihung der Reichsautobahn erstellte NS-Propagandafilm an zahlreichen Stellen gekürzt werden musste.

1936 flieht Werner Blumenberg in die Niederlande, es folgt das Ende der Sozialistischen Front durch die GeStaPo: 300 Verhaftungen, 230 Verurteilungen teilweise wegen Hochverrats.

1936 formiert sich „bei der Firma E“ (KPD-Bericht aus der Zeit) unter den ca. 300 Mitarbeitern ein erfolgreicher innerbetrieblicher Widerstand gegen eine Verordnung zur Erhöhung der Tagesarbeitszeit von 9 auf 10 Stunden in der Schweißerei. Der Widerstand ergibt sich dem KPD-Bericht zufolge aus der Tatsache, dass die Mehrheit der Abteilung aus SA-Leuten besteht, die hier ausnahmsweise den Unternehmer als natürlichen Feind der Arbeiter betrachten, weniger deswegen, weil die KPD oder andere Arbeiterorganisationen den Widerstand organisiert hätten.

1935/1936 wird das Komitee für proletarische Arbeit durch Einschleusung eines Spitzels von der GeStaPo zerschlagen.

1935 erfolgt die Verhaftung der letzten KPD-Bezirksleitung in Hannover. Die KPD war Herausgaberin des „Hanomag-Stürmer“ und kämpfte auch gegen drastische Lohnsenkungen von 20% bis 30%, bezeichnet als Lohnraub.

1934 initiiert die KPD eine Flugblattaktion, bei der ein Radfahrer bei Hanomag ca. 200 Flugblätter zum Winterhilfswerk abwirft, wobei nur 10 Blätter von der GeStaPo erfasst werden und die GeStaPo-Leute durch die Belegschaft bei den anschließenden Untersuchungen beschimpft werden.

1933 flüchtet die deutsch-jüdische Historikerin und politische Philosophin Hannah Arendt, deren Geburtshaus sich am Lindener Marktplatz 2 befindet, nach 8-tägiger GeStaPo-Haft aus Deutschland vorübergehend nach Frankreich; nach Ausbürgerung durch die Nazis im Jahr 1937 ist sie etwa 14 Jahre lang staatenlos bis sie die US-Staatsbürgerschaft erhält.
1933 werden von den Nazis mittels Ermächtigungsgesetz und Gleichschaltung alle anderen Parteien verboten oder zur Auflösung gedrängt, auch Gewerkschaften werden verboten.
Die Nazis richten in den Betrieben Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation (NSBO) ein.
Es bilden sich auf Grund der Verbote und Repressalien neue Gruppierungen, viele im Bereich der Arbeiterschaft. Flugblätter und illegale Zeitungen dienen den politischen Gruppierungen als Kommunikationsmittel, da man zu der Zeit selten Festnetztelefone und weder Mobiltelefone noch Computer besitzt.
Die Sozialistische Front (SF):
Werner Blumenberg, nach dem eine Straße in Wettbergen benannt werden wird, verfasst erst die Flugblätter „Was soll werden“ und „Die Wahrheit“, gibt danach die alle 4 Wochen von Linden aus erscheinenden „Sozialistischen Blätter“ für 20 Pfennige heraus und gründet die SF. Unterstützt wird Blumenberg von Walter Spengemann, der zuvor wie er selbst für die Zeitung „Volkswille“ tätig war. Weitere Mitglieder der SF sind Wilhelm Bluhm (Leiter der Abteilung Linden-Nord) und Franz Nause, nach denen später Straßen in Linden-Nord und Limmer benannt werden, sowie Egon Franke. Ziel der SF ist eine neue große gemeinsame Arbeiterbewegung ohne Fraktionsbildung wegen Dogmas und Richtungskämpfen zwischen KPD, SAP und SPD. Die SF wird mit ca. 1000 Mitgliedern die größte lokale Widerstandsorganisation.
Das Komitee:
Edu Wald, vormals NAZ-Redakteur (Niedersächsische Arbeiterzeitung), taucht 1933 bis 1934 in Hannover unter und baut das Kommitee für proletarische Arbeit mit ca. 200 Mitgliedern auf, bevor er nach Berlin wechselt. Das Komitee erhält finanzielle Unterstützung vom Freidenkerverband und bringt 1933 die Schrift „Was soll man tun?“ sowie von 1933 bis 1936 die Zeitung „Der Klassenkampf“ heraus. Ziel ist eine Einheitsgewerkschaft für eine Einheits- und Aktionsfront der Arbeiter.
Judenverfolgung:

Vor 1933: Viele Faktoren begünstigten die Machtergreifung der Nazis, u. a. Weltwirtschaftskrise, hohe Arbeitslosigkeit und Kleinigkeiten wie ein Parteienstreit um die Höhe des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung, aber auch vielfach Einschüchterung durch gewaltsames Auftreten von SA-Leuten.
Es gibt Straßenschlachten zwischen SA, Sozialdemokraten, Sozialisten, Kommunisten, christlichen Gruppierungen wie der Kolping-Jugend u. a.; die Kämpfe finden oft innerhalb der Stadtteile statt, aber in Linden wird der Stadtteil von innen gegen rechte Angriffe von außen verteidigt.
Bereits 1931 wird die Eiserne Front von der Organisation Reichsbanner gegründet, um sich gegen SA-Schlägertrupps und den Rote Frontkämpferbund (RFB) zu wappnen. Ein  Mitglied beim Reichsbanner war der SPD-Vorsitzende Otto Wels, nach dem später eine Straße in Linden-Nord benannt werden wird.
Otto Brenner, Elektromonteur bei der Hanomag in Hannover-Linden, wird 1931 entlassen und arbeitslos, wechselt von der SPD zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP), wird 1933 verhaftet, 1935 vom OLG Hamm zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt und bleibt bis 1945 als Tiefbauarbeiter in Frankfurt am Main. Inzwischen ist eine Straße in Hannovers Innenstadt nach ihm benannt.
 

Quellen
www.victoria-linden.de, Stand 2006-09-02
www.waspo-hannover.de, Stand 2006-09-02
www.rvlinden.de, Stand 2006-09-02
www.lindener-marktplatz.de, Stand 2006-08-26
www.zumschwarzenbaer.org, Stand 2006-09-04
www.sternwarte-hannover.de, Stand 2006-08-26
http://de.wikipedia.org/wiki/Linden-Limmer, Stand 2006-08-25
http://de.wikipedia.org/wiki/Lindener_Berg, Stand 2006-08-25
www.quartier-ev.de, Stand 2006-08-26
www.faustev.de, Stand 2006-08-26
Freizeitheim Linden · verschiedene Autor(-inn)en · Herausgeber
Landeshauptstadt Hannover
Kleine Lindenchronik · AG Mensch-Natur-Geschichte · AG
Mensch-Natur-Geschichte
Lindener Dorfchronik · Senator Dr. Engelke, 1910 · AG
Mensch-Natur-Geschichte
Boutjer Route · Hans-Jörg Hennecke u. a. · Verein Lebendiges Linden e. V.
Lebendiges Linden · Jens Oberheide, Ingolf Heinemann, Hermann Otto ·
Verlag Artforum
Linden 1930-1980 II · Fotografien von Wilhelm Hauschild · TAK Verlag ·
ISBN 3-00-000283-9
Zwei Städte unter dem Hakenkreuz - Widerstand und Verweigerung in Hannover und Leipzig 1933-1945, Herausgeber: Hans-Dieter Schmid, Leipziger Universitätsverlag

de.wikipedia.org/wiki/Linden_(Hannover), Stand 2012-05-12 de.wikipedia .org/wiki/Landkreis_Linden, Stand 2012-05-14 www.deisterkiez.de, Stand 2012-05-17 www.lebendiges-linden.de, Stand 2012-05-17 www.linden-gut.de, Stand 2012-05-17 www.postkarten-archiv.de, Stand 2012-05-16 Heimatchronik des Landkreises Hannover • Bühler, Droste, Gmelin, Peters, Rohde, Röhrbein, Saalfeld • Herausgeber: Archiv für Deutsche Heimatpflege GmbH, Köln 1980 Land zwischen Leine und Deister - Ein Heimatbuch des Landkreises Linden •
Herausgeber: A. Kageler im Auftrage des Kreislehrervereins • August Lax Verlagshandlung, Hildesheim 1929
 

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