Bericht 01-16

 

 

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Mi, 27.03.2016, Gastwirtschaft Rackebrandt
43. Wirtschaftsforum Lebendiges Linden
Ihme-Zentrum + Limmerstraße: Synergie

Einladung/Tagesordnung

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Nach dem ersten Beitrag wird ein Diskussionsforum eingerichtet.

Beim 43. Wirtschaftsforum erschienen über 50 Besucher, was wieder als überdurchschnittlich bezeichnet werden kann. Durch das Treffen führte Peter Hoffmann-Schoenborn. Er ist im Vorstand der Faust-Stiftung und im Netzwerk Archive Linden-Limmer e.V. engagiert. In seiner Einführungsrede ging er auf das 25-jährige Gründungsjubiläum des Vereins Lebendiges Linden e.V. ein und präsentierte einen Gründungsflyer (siehe Bild rechts).

Schwerpunkt des Abends war das Thema Handel rund um Limmerstraße und Ihme-Zentrum. Dabei konzentrierte sich am Ende alles auf die Frage: Konkurrenz oder gegenseitige Unterstützung zwischen diesen beiden Schwerpunkten des Handels.

 

15 Jahre Unternehmerinnen-Zentrum Hannover

Cornelia Klaus stellte anläßlich des 15-jährigen Bestehens das Unternehmerinnenzentrum Hannover in Linden-Mitte vor.

Tosin David beschrieb ihr Unternehmen Tosin David Services. Das seit zehn Jahren erfolgreiche Unternehmen bietet verkaufsfördernde Ideen an. Schwerpunkt ist dabei “Emotionales Marketing”. Das Unternehmen befindet sich im Unternehmerinnenzentrum. Tosin David schätzt besonders die nachbarschaftliche Kommunikation mit anderen Unternehmerinnen dort.

 

Limmerstraße

Annäherung an ein Phänomen“ - In einer Präsentation schilderte Peter Hoffmann-Schönborn einiges aus dem Umfeld in dem sich der Handel auf der Limmerstraße befindet - mit interessanten Aspekten.

So lässt sich ein “kleiner” Unterschied zwischen Limmerstraße West und Ost deutlich an den Grundstückspreisen ablesen. Dabei wirkt der Kötnerholzweg wie eine Trennlinie zwischen Fußgängerzone (760 €/m2) und dem Westteil (390 €/m2), der für den allgemeinen Straßenverkehr frei gegeben ist.

Im Zentrum der Präsentation standen Aspekte des Wandels, die im Laufe der Jahrzehnte zu beobachten waren und zum Phänomen Limmerstraße beitragen.

Geschäfte, die einfach fröhlich machen, wenn man dort reinschaut.” - so fasste der Vortragende seine zuversichtliche Sicht auf die derzeitige Entwicklung der Limmerstraße zusammen. Viele Geschäfte unterziehen sich einem Relaunch. Mit dem Hinweis, dass es “ihm nicht bange sei um die Limmerstraße”, endete der facettenreiche Vortrag, der hier in der Kürze nur unvollkommen wiedergegeben werden kann.

Rainer Jörg Grube und Oskar Kurz

Bezirksbürgermeister Grube schilderte die Entwicklung des Handels unter Einbeziehung der benachbarten Straßen wie er sie von Jugend an in Linden-Nord erlebt hat. Er war in Bürgerinitiativen aktiv und sieht eine allgemeine Aufwertung als nachteilig für die kleinen Geschäfte an, die vor den großen Ketten weichen müßten. Es sind derzeit auch Wirtschaftsprozesse im Gang, die von eigentümerbetriebenen Läden eine ganz andere Art von Vorausschau erfordern, zu denen in der Vergangenheit nicht alle in der Lage waren. Denn sonst wären nicht so wenige übrig geblieben.

Auch dieser Vortrag war facettenreich und kann hier in wenigen Sätzen nur unvollkommen wiedergegeben werden.

Oskar Kurz, ehemaliger langjähriger Inhaber eines Bekleidungsgeschäftes, führte aus, dass die Limmerstraße in ihrer Struktur eigentlich erhalten geblieben ist, was positiv sei. Für die Jugend sähen die Dinge gut aus, auch wenn manche Dinge sich nicht so wie gewünscht entwickelt hätten. Die Gastronomie spielt eine große Rolle. Etwas Neues sei entstanden.

Bäckerei Göing – die Standortentscheidung

Das ehemalige Geschäft der Fleischerei Gothe wird derzeit zur Bäckerei umgebaut. Im Vorfeld reagierte der neue Inhaber mit einem Aushang auf Kritik. (>> mehr).

Inhaber Thomas Göing stellte seine Entscheidungsfindung für den Standort Limmerstraße dar.

Jedes Unternehmen müsse sich weiterentwickeln. Auch sein Unternehmen stände unter Druck. Er müsse sich daher sehr stark weiter entwickeln, um auch in vierzig Jahren noch bestehen zu können. Die Limmerstraße sei ihm durch viele Besuche vertraut und eine gut gehende Filiale gibt es dort bereits. Auch unter Einbeziehung einer Standortanalyse sei es schließlich eine Bauchentscheidung gewesen sich für diesen Standort zu entscheiden. Die Eröffnung ist für den 11. April geplant. >> goeing.de

Limmerstraße im Aufbruch? - Geschäftsleute

Ingo Pfautsch, Frisuren, führte aus, dass jede Straße sich weiterentwickeln müsse und die Unternehmen wären aufgefordert immer neue “Kaninchen aus dem Hut zu zaubern, um die Kunden zu begeistern”.

Die Limmerstraße sei ein Phänomen. So sagen Leute aus Isernhagen schon mal: “Ist hier eigentlich immer so viel los?” Antwort: “Nö, da müsst ihr mal abends kommen.

Die fehlenden Parkplätze haben die Straße nicht kaputt gemacht und auch andere Entwicklungen wie Hochbahnsteige würden sie nicht kaputt machen. Beim Ihme-Zentrum muß an einem Strang gezogen werden, so daß Beide gegenseitig daran partizipieren werden.

Harm Baxmann, Estrella Gastronomie, stellte die Aktion Limmerstraße e.V. vor. Diese sei 1975 aus Angst vor dem Ihme-Zentrum entstanden. Der Verein ist eine Interessenvertretung von hauptsächlich kleinen Inhabergeführten Geschäften, die sich teilweise auch in den Seitenstraßen befinden.

Szeneläden würden gebraucht, so dass Leute, die sie auch gerne in Linden-Nord sähen, dann auch kämen. Sie haben jüngere Geschäftsleute in den letzten zwei Jahren als Mitglieder hinzugewinnen können.

Katrin Schmidt, Kurzwarenkatze, machte sich vor fünf Jahren selbstständig und füllte damit die Nische, die durch die damalige Schließung von Kurzwaren Krause entstanden war.

Es wäre eine bewußte Entscheidung für Linden-Nord gewesen, da hier der kleine Einzelhandel noch funktionieren würde. Ihre Kunden wären noch “loyal und solidarisch” und mögen es , wenn in ihrem Umfeld noch alles erhältlich wäre. Wenn in Kirchrode bspw. Jemand einen bestimmten Reißverschluss, “Länge 83”, brauchen würde, dann kämen die halt zu ihr. Sie fühle sich wohl an der Ecke Kötnerholzweg.

Lina Lewin, Flametta, betreibt ein Geschäft für Handgemachte Kerzen. Sie liebt die Limmerstraße, denn das ist für sie einfach Heimat. Sie findet es schade, wenn kleine in große Flächen  umgewandelt werden und sieht Probleme bei teilweise hohen Mietpreisen.

Streetstyle Limmerstraße

Helene Galwas und Elina Gershanovych sind Modebloggerinnen, DIE GG SISTERS, aus Hannover, die versucht haben ein Lebensgefühl “Mode” der Limmerstraße mit Fotos einzufangen.

Ihre Präsentation kann bei Facebook angeschaut werden. Und bei der HAZ gibt es mehr.

 

Ihme-Zentrum

Der neue Investor setzt auf Integration. Und dafür streckt er dem Stadtbezirk die Hand entgegen.

Mit den Handelstreibenden und Bewohnern von Linden wollen wir ins Gespräch kommen und auch Anregungen annehmen.

Wir sehen uns als integraler Bestandteil des Bezirks, wollen nicht mehr die Trutzburg sein, wir wollen Fenster und Türen öffnen, mit Ihnen ins Gespräch kommen, um zu zeigen, dass dieses Ihme-Zentrum mehr ist, als Beton.

Mit diesem Eingangsstatement eröffnete der Verwalter Torsten Jaskulski den Lindenern sein Kooperationsangebot  zur zukünftigen Zusammenarbeit.

Torsten Jaskulski, Cardea Immobilien GmbH, beschäftigt sich bereits seit 2009 mit dem Ihme-Zentrum. Damals kam er als Zwangsverwalter nach Hannover und trat auch beim 20. Wirtschaftsforum auf.

Heute ist er Verwalter für den neuen Eigentümer “Projekt Steglitzer Kreisel Immobilien GmbH”, die zum Investor INTOWN gehört.

Derzeit kann er feststellen, dass das öffentliche Ansehen des Ihme-Zentrums durch die Aktivitäten wie die von Constantin Alexander deutlich zugenommen hat.

In einer Präsentation stellte der Verwalter das neue Konzept vor, dass auf einer Folie kurz zusammengefasst wurde:

* Rückkehr zur ursprünglichen Konzeption des Einzelhandels

* Das Ihme-Zentrum als integraler Bestandteil des Bezirks Linden-Limmer

* Berücksichtigung der sozialen Struktur und der Bedürfnisse des Bezirks

* Das Ihme-Zentrum als sozialer Treffpunkt.

Weiterhin sah Jaskulski thesenartig folgende Aufgaben als wichtig an:

Nachhaltig und längere Vermietungen

Vernünftiger Mietermix, das was die Umgebung ausmacht, das soll sich dort wiederfinden

Soziale Treffpunkte (Seniorenkaffee, Internettreffs, etc.) einrichten

Der “Taschenkunde”, der aus der Straßenbahn steigt oder zu Fuß kommt, soll auch den Weg dorthin finden

Interessanter werden für Menschen, um da einfach mal hineinzugehen

Geschäftsleute vor Ort sind keine Konkurrenz, sondern Synergien werden geschaffen, Dialog ist ein zartes Pflänzchen, Dialog weiterführen mit den Einzelhändlern der Umgebung, um sich abzustimmen.

Dem Lebensstil des Bezirks anpassen, einen gemeinsamen Weg finden

Der Ihmeuferweg sei wie ein Menetekel des Ihme-Zentrums.

Im April soll der Umbau beginnen.

Diskussion

In der anschließenden Diskussion berichteten Teilnehmer über ihre früheren positiven Erfahrungen mit dem Ihme-Zentrum. Sie wären früher gerne hingegangen oder hätten als Gaststättenbetreiber am Schwarzen Bär von den auswärtigen Kunden profitiert.

Eine große Chance im Dialog sieht der Vertreter der Gewerbetreibenden der Deisterstr., Carsten Tech vom Deisterkiez e.V.. Es wäre gerade gut, wenn da ganz andere Läden rein kämen, als es sie hier schon gibt. Es sollten auch andere Leute angezogen werden, die dann auch auf die Limmerstraße und Deisterstr. gehen würden. Durch die Wasserstadt käme dann auch noch Kaufkraft dazu.

Etwas zurückhaltender waren die anwesenden Geschäftsleute von der Limmerstraße. Aufgrund früherer Erfahrungen sah Harm Baxmann, Aktion Limmerstraße e.V.,  die Gefahr einer Konkurrenz als eher nicht so gegeben an.

Ingo Pfautsch, Frisuren, wunderte sich über das gegenüber früheren Annahmen nun als geringer angenommene  Einzugsgebiet für das Ihme-Zentrum.

Das Einkaufsverhalten habe sich verändert, antwortete Verwalter Jaskulski. Lange Fahrten zum Ihme-Zentrum würden heute wohl nicht mehr erfolgen. Daher seien bescheidene Ziele besser.

Im Weiteren stellte sich heraus, dass sowohl der Verwalter, als auch Redner im Publikum keinen reinen „Konsumtempel“ wollen, wie sie woanders häufig existieren. Es gäbe eine große Nachfrage nach Räumlichkeiten von Tanzschulen und anderen Aktivitäten, hieß es.

Verwalter Jaskulski unterstützte diese Sichtweise. Wenn er die Shoppingcenter in Berlin und anderswo sähe, dann wäre er auch nur gelangweilt.

Einen „Konsumtempel“ könne er sich hier nicht vorstellen. Es würde das Ihme-Zentrum bleiben.

Da freuen wir uns“, kam es prompt aus derselben Richtung aus dem Publikum.

In seinem Schlusswort bot Peter Hoffmann-Schönborn an den Dialog zu begleiten und auch das Wirtschaftsforum zur Unterstützung einzubeziehen.

 

 

Standortgemeinschaften

Linden-Nord - Aktion Limmerstraße e.V.

Linden-Mitte - LindenGut e.V.

Linden-Süd, Deisterkiez e.V.

 

Wirtschaftsforum im Internet:

www.lebendigesLinden.de

und bei Facebook

 

Der Termin für das 44. Wirtschaftsforum wird noch bekannt gegeben.

 

Fotos/Text: Klaus Öllerer
Letzte Aktualisierung: 04.04.2016, 30.03.2016, 22.05.2017

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25 Jahre Verein Lebendiges Linden e.V. und dessen Ziele zeigte Peter Hoffmann-Schönborn in der Einführungspräsentation.
>> großes Bild (PDF)

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Über 50 Teilnehmer waren erschienen.

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Tosin David stellte ihr Unternehmen Tosin David Services vor. Das seit zehn Jahren erfolgreiche Unternehmen bietet verkaufsfördernde Ideen an. Schwerpunkt ist dabei “Emotionales Marketing”. Das Unternehmen befindet sich im Unternehmerinnenzentrum. Tosin David schätzt besonders die nachbarschaftliche Kommunikation mit anderen Unternehmerinnen dort.

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Der “kleine” Unterschied zwischen Limmerstraße West und Ost lässt sich an den Grundstückspreisen ablesen. Dabei wirkt der Kötnerholzweg wie eine Trennlinie zwischen Fußgängerzone (760 €/m2) und dem Westteil (390 €/m2), der für den allgemeinen Straßenverkehr frei gegeben ist.

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Cornelia Klaus stellte anlässlich des 15-jährigen Bestehens das Unternehmerinnenzentrum Hannover in Linden-Mitte vor.
Auf den Tischen liegen zuvor von den Teilnehmern aufgeblasene blaue Ballons,
um auf das “Blaue Wunder” und das Scillablütenfest am 03. April aufmerksam zu machen.

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Wie ein roter Faden - so oder ähnlich stellen sich die Planer einen neu gestalteten Sockelbereich vor.

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Torsten Jaskulski, Cardea Immobilien GmbH, beschäftigt sich bereits seit 2009 mit dem Ihme-Zentrum und ist heute Verwalter für den neuen Eigentümer “Projekt Steglitzer Kreisel Immobilien GmbH”, die zum Investor INTOWN gehört.

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Ein Zeitplan sieht die Eröffnung bis Ende 2018 vor.

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Oskar Kurz und Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube schildern ihre Sicht auf die Entwicklung der Limmerstraße.

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Thomas Göing, Inhaber der Bäckerei Göing, stellte seine Entscheidungsfindung für den Standort Limmerstraße dar.

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Die Arbeiten am Ihmeuferweg sollen noch im April beginnen.

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Ingo Pfautsch, Frisuren, schildert seine Sicht auf die Entwicklung der Limmerstraße. Harm Baxmann , Estrella Gastronomie, stellt die Aktion Limmerstraße e.V. vor.

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Katrin Schmidt, Kurzwarenkatze stellt sich und ihr Geschäft vor.

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Helene Galwas und Elina Gershanovych sind Modebloggerinnen, DIE GG SISTERS, aus Hannover, die versucht haben ein Lebensgefühl “Mode” der Limmerstraße mit Fotos einzufangen.

Die Präsentation kann bei Facebook angeschaut werden. Und bei der HAZ gibt es mehr.