Bericht 18-15

 

 

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Do, 09.04.2015, Kerim Gök zum Islam, den Salafisten und mehr
„Der Islam gehört zu Deutschland“

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Kerim Gök hat uns folgenden Beitrag zum Islam geschickt. Angeregt wurde er dazu durch unsere Berichterstattung zu den Salafisten in Linden. Die hier abgebildeten Fotos stammen ebenfalls von ihm.

Inzwischen gibt es eine Antwort dazu von Bernd Rennicke.

 

 

„Der Islam gehört zu Deutschland“

Dies ist eine Aussage, welche bei den meisten Menschen eine negative Reaktion auslöst. Für die meisten ist es schon eine langweilige Floskel. Man hat von der Missachtung des Grundgesetzes und dem Versuch, einen Gottesstaat zu errichten, genug. Mittelalterlich laufen sie im 21. Jahrhundert durch die Stadt und missionieren für ihre Religion. Sie unterdrücken ihre Frauen und hassen „Ungläubige“.

 Wohl möglich sind dies die Gedanken der meisten nicht Muslimischen Bürger in Deutschland. Jedoch muss man sich die Fragen stellen, inwieweit diese Angst berechtigt ist. Muss man wirklich Angst um das Abendland haben? Oder ist dies eine von den Medien ausgelöste Paranoia, die eigentlich total unberechtigt ist?

Um diese Frage zu beantworten müssen wir erst einmal die Lage in unserer Heimat, Linden, genauer unter die Lupe nehmen. Seit Jahrzehnten leben sowohl muslimische als auch nichtmuslimische Menschen in diesem Stadtteil. Noch nie gab es jemanden der versucht hat, der anderen Person seine Religion aufzuzwingen. Während die friedlichen Christen sonntags in der Martinskirche ihre religiösen Pflichten erledigten, waren es die friedlichen Muslime, die freitags zur Hacı Bayram Moschee in die Fössestr. gegangen sind. Seit Jahrzehnten kann der Atheist Max Mustermann auf der Limmerstrasse genüsslich seinen Döner essen, während Ahmed bei REWE sein Gemüse kauft. Man kann Linden eigentlich schon bezüglich seiner Vielfältigkeit an Kulturen beneiden. Ein Vorzeigeort.

Es ist traurig zu sehen, dass viele Menschen nun wegen einer Minderheit von Salafisten ein Misstrauen den friedlichen Moslems gegenüber schüren, die nicht nachzuvollziehen ist. Die permanente Omnipräsenz der Terrororganisationen wie z.B. „IS“ in den Medien darf nicht dazu führen, dass sich langjährige Nachbarn nun im Unterbewusstsein als potenzielle Feinde ansehen. Eine Terrororganisation die nur 0,00155 % (wahrscheinlich wurde diese Zahl nicht einmal zu Ende gelesen) der Muslime ausmacht, ist noch lange keine Repräsentanz für die Moslems in Deutschland. Eine Umfrage in Linden bestätigt, dass Moslems gegen Hass und Gewalt sind. Weshalb präsentieren die Medien nicht die friedlichen 99%, sondern diese kleine, ja nicht einmal „Randgruppe“ die zu nichts aussagefähig ist? Weshalb müssen Nichtmuslime Angst kriegen, während man seit Jahrzehnten in Frieden miteinander leben kann? Weshalb zeigt man in den Medien zumeist Personen, die dieselbe Ideologie mit den Terroristen teilen, einen Kaftan tragen und kein richtiges Deutsch sprechen können?

Dies ist leider ein großes Problem und kann nur durch einen Dialog zwischen Nichtmuslimen und Muslimen behoben werden. Wir dürfen nicht zusehen, dass man uns in eine Hetzkampagne einwickelt und das friedliche Miteinander zerstört. Es darf nicht sein, dass Ahmed und Max Feinde sind. Es ist eine Utopie, wenn man davon redet, dass in naher Zukunft die Salafisten die Gesellschaft in Linden durch ihre Vision von einem islamischen Gottesstaat zerstören werden. Dies wird niemals der Fall sein.

Wir fordern von den Medien eine informative, objektive und realitätsnahe Berichterstattung. Der Islam muss so präsentiert werden, wie es 99% der Moslems ausleben. Hierzu gehören auch die Moslems in Linden. Wir sind gerne bereit die Fragen der Journalisten zu beantworten. Wir brauchen keine Berichterstattung aus Ain Al-Arab (besser bekannt als Kobanê), um uns ein Bild vom Islam zu schaffen, welches nicht der Realität entspricht. Wir wollen dass die Politiker, auch in Linden, ein Zusammenleben der verschiedenen Menschen mit verschiedenen Konfessionen fördern. Dies ist die beste Präventivmaßnahme gegen die „Radikalisierung“ der Jugendlichen. Ständige Diskrepanzen sind kontraproduktiv und hassfördernd.

Wir brauchen keine HoGeSa oder Pegida um zu zeigen, dass wir zusammen leben können. Wir müssen dies ständig tun, jeden Tag. Wir wollen muslimische Anwälte, Politiker und Schüler in den Medien als Repräsentanten der Moslems in Deutschland, keinen Salafisten der nur die Vorurteile der Bevölkerung bestätigen.

Der Islam gehört zu Deutschland. Genau wie der Döner zu Linden. Wir fordern: Dialog, Aufklärung und Frieden.

Hass gibt es genug auf der Welt.

 

Kerim Gök

 

 

 

Text/Fotos: Kerim Gök*

*vollständiger Name: Gökçeoğlu

Letzte Änderung: 21.04.2015

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