Bericht 14-15

 

 

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Fr, 27.02.2015, Erzählcafé bei enercity: Nachkriegskindheit
Ab April gab’s kurze Hosen

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Erzählcafé bei enercity: Nachkriegskindheit zwischen Küchengarten und Wittekindstraße

So lebendig sind die Erinnerungen aus der Nachkriegszeit. Und so gar nicht vorstellbar für die heutige Zeit. Dierk Schäfer, Gunter Fischer, Hans-Herrmann Sänger und Peter Rauch ließen im Erzählcafé ihre Kindheitstage im Carré Rampenstraße - Dieckbornstraße – Wittekindstraße Revue passieren. In den 50er Jahren lebten in jedem Haus acht bis zehn Kinder, die  Wohnungen waren ohnehin schon klein und Flüchtlinge mussten zusätzlich mit aufgenommen werden. Die Enge war schlimm, die Spannungen oft groß, wussten die Zeitzeugen zu berichten. Manchmal lebten drei Parteien in einer Wohnung. Gespielt wurde also draußen. Bei Wind und Wetter und ab April in kurzen Hosen. Die Trümmergrundstücke der Rampenstraße und die Kohlebahn des Heizkraftwerks waren der Spielplatz. Es herrschte Mangel an allen Ecken und Enden. Für die Kinder war es alltäglich Kohlen zu sammeln oder Schrott unter abenteuerlichen Bedingungen aus Trümmern zu klauben, um ihn beim Schrotthändler in der Rampenstraße zu verkaufen. Das Viertel war kein reines Wohngebiet. An allen Straßenecken gab es kleine Geschäfte: Milchgeschäfte, Bäcker, Fleischer, Drogerien, Kneipen und vieles mehr. Praktisch gab es alles in der Nachbarschaft zu kaufen. Und zu kaufen gab es bald immer mehr - die Wirtschaftswunderjahre nahmen rasant an Fahrt auf. Darüber werden Zeitzeugen im nächsten Erzählcafé berichten.

 

Dierk Schäfer hat Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend im Linden der Jahre 1944 bis 1964 bei Lebensraum Linden veröffentlicht. http://tiny.cc/2r17ux

Die initiative „Lebensraum Linden“ ist seit dem 23.06.2009 im Internet. www.lebensraum-linden.de

 

Ansichten aus dem Kohletunnel

Anlässlich des Erzählcafés präsentierte enercity die Vorabversion eines Kurzfilms zum Kohletunnel. Die anliefernden Kohlezüge vom Lindener Hafen in die Rampenstraße sind den Zeitzeugen noch in lebendiger Erinnerung. Durch den Tunnel gelangte bis Anfang der 90er Jahre der Brennstoff für das Kraftwerk vom Verladeterminal Fössestraße aus unterirdisch ins Heizkraftwerk. Da aus Sicherheitsgründen Begehungen in den Tunnel nicht mehr möglich sind, soll der 4-minütige Film mittelbar weiterhin Einblicke gewähren. Er wird in Kürze auf you tube veröffentlicht.

 

Text/Fotos: Evelyn Schaefer / Klaus Öllerer
Letzte Aktualisierung: 23.03.2015

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65 Jahre später: im Erzählcafé bei enercity. Michael Jürging (li.) von Lebensraum Linden moderiert. Die Jungs aus der Rampenstraße: (v.li.) Dierk Schäfer, Gunter Fischer, Hans-Herrmann Sänger und Peter Rauch.

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Ziemlich beste Freunde: Kindheit in der Rampenstraße 10 A in den 1950er Jahren, Foto: Dierk Schäfer (2. links oben)

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Das Zuschauerinteresse an diesen Lindener geschichten war groß.