Bericht 47-14

 

 

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Mi, 08.10.2014, Drei Warme Brüder
"5 vor 12": Kundgebung für konventionelle Kraftwerke

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Aus großer Sorge um Arbeitsplätze und die Versorgungssicherheit der Stromversorgung rief die Gewerkschaft ver.di am 08. Oktober zu einer Protestkundgebung auf das Kraftwerksgelände der Drei Warmen Brüder auf. Die Öffentlichkeit war eingeladen. Zeitgleich fanden gleichlautende Veranstaltungen bundesweit statt.

Das Problem: Die Energiewende läuft nicht so, wie sich das deren Schöpfer  vorgestellt hatten.

Das Betreiben von Kraftwerken ist aufwendig und hat seinen Preis. Doch immer weniger Einnahmen erwirtschaften die konventionellen Kraftwerke, weil sie bei gleichzeitig sinkenden Börsenpreisen zu oft still stehen und in Bereitschaft gehalten werden müssen. Zunehmend werden Kohle- und Gaskraftwerke daher unrentabel und von den Betreibern zum Abschalten angemeldet. "20.000 Arbeitsplätze sind massiv bedroht", befürchtete ver.di-Bereichsleiter Immo Schlepper in seiner Ansprache.

Doch ohne diese Kraftwerke geht es auch nicht. Die konventionellen Kraftwerke sorgen durch ihren stabilen Strom für Versorgungssicherheit. Denn nur dadurch kann der durch die Energiewende immer mehr erzeugte "Zappelstrom", wie Kritiker ihn nennen, stabilisiert werden. "Zappelstrom" ensteht durch Windenergie- und Solaranlagen, die nur dann Strom erzeugen, wenn ausreichend Wind bzw. Sonne vorhanden ist.

Besonders bedroht sieht sich die Belegschaft des Kraftwerks Mehrum bei Hannover.

Ein weiteres drohendes Problem ist ein Blackout des gesamten Stromnetzes. Dieser kann eintreten, wenn durch die "zappelnden" Verhältnisse im Stromnetz Überlastungen zu einer großflächigen Abschaltung führen. Ein anschließendes Wiederhochfahren würde viele Tage, wenn nicht Wochen dauern und hätte vermutlich viele Toten zur Folge, wie Untersuchungen zeigen.

Bisher konnte durch ständiges Eingreifen in der Netzsteuerung ein solcher Fall vermieden werden.Wie Kraftwerker im Gespräch berichteten werden die Spielräume jedoch enger und die Furcht vor einem Blackout ist manchmal präsent

Die Veranstaltung richtet sich nicht gegen die Energiewende sondern sie trat dafür ein, dass Energiewende und konventionelle Kraftwerke besser aufeinander abgestimmt werden - auch finanziell: Stichwort Kapazitätsmarkt. Ausdrücklich wurde die Energiewende unterstützt.

Anders sieht es eine Bürgerinitiative aus Linden, die auf der Veranstaltung mit Flyern und Gesprächen auf sich aufmerksam machte. Die Initiative KlimaKontroverse* sieht die Energiewende als Irrweg und eigentlich auch als nicht realisierbar an. Sie tritt für die weitere überwiegende Nutzung moderner fossiler Kraftwerke ein und gegen die Förderung von Wind- und Solarenergie. Den Klimawandel hält sie für natürlichen Ursprungs und daher den Klimaschutz mit seinen vielen schädlichen Auswirkungen für einen Irrweg.

Als letzter Redner trat OB Schostok auf, der den Kraftwerkern seine Unterstützung versicherte und auf die Solidarität der städtischen Mitarbeiter verwies, deren Personalratsvorsitzender ebenfalls anwesend war.

 

Der Aufruf zur Kundgebung von enercity

 

Text: Klaus Öllerer*
Letzte Aktualisierung: 11.10.2014

 

* Der Autor ist Mitglied der Bürgerinitiative KlimaKontroverse

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Betriebsratsvorsitzender Frank Schröder führte durch die Veranstaltung.

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"5 vor 12": Sechshundert versammelte Kraftwerker lassen Ballons mit Kärtchen aufsteigen, um aufzurütteln.

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OB Schostok mit Rednern der Veranstaltung

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Subtext: "Lass andere nicht für Dich entscheiden!"

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Symbolisch: Die unteren Blöcke symbolisieren die Kraftwerke von enercity wie bspw. das Heizkraftwerk Linden. Darüber "lasten" die Erneuerbaren Sonne, Wind, Biomasse und Wasserkraft.

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Viele Teilnehmer interessierten sich für die Flyer der Bürgerinitative KlimaKontroverse.

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Den Reden wurde aufmerksam zugehört.

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Die Vorstellungen und Forderungen der Kraftwerker

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Werbung im Vorfeld für die Kundgebung an den Drei Warmen Brüdern

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Drei Warme Brüder   Foto: enercity