Bericht 38-14

 

 

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Sa, 19.07.2014, Wo die Ferraris kurven
Logistik im Lindener Hafen

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Jeder Lindener weiß, dass es hier einen Hafen gibt, aber kaum einer kennt ihn. Der Stichkanal zum Hafen endet in westlicher Richtung kurz vor der Davenstedter Straße und die Gebäude der umliegenden Firmen schirmen das Wasser und den Hafenbetrieb nach außen fast völlig ab. Gut sichtbar sind die vier Hafenkräne, die an den zwei Kilometer langen Kais stehen, gut hörbar sind die Signale der Hafenbahn und manchmal die Arbeitsgeräusche der schrottverarbeitenden Betriebe. Das den Hafen umgebene Gewerbegebiet hat eine Größe von 1,4 Mio. qm, hier befinden sich die Speditionen, Lagereien, Recycling- und Stahllogistikunternehmen, denen der Hafen zuarbeitet.

Am 17.06.2014 hatte die SPD Linden-Limmer zur einer Hafenbesichtigung eingeladen, 35 interessierte Mitbürger nahmen an der Führung dem anschließenden Vortrag teil.

Die hafeneigene Bahn ermöglicht das Umladen („Umschlagen")  der Transportgüter von Schiff, Eisenbahnwaggons oder LKW. Das 16 Kilometer lange Schienennetz des Lindener Hafens reicht vom Bahnhof  Fischerhof bis zum Heizkraftwerk Linden (der letzte Teil unterirdisch als Förderband). Die Gleise der DB-Güterumgehungsbahn und die des Hafens verlaufen im Terminal parallel, die DB stellt die Waggons ab, und die Hafenbahn rangiert sie an den Bestimmungsort, an dem der Umschlag stattfindet. Am Bauweg befindet sich das Railterminal „Leinetor", das ist die Umladestelle von Containern und Anhängern, hier treffen die Lastwagen ein. Bis zu 40 LKW werden hier am Tag be- und entladen. Im Terminal heben die „Reachstacker", 70 Tonnen schwere Stapelfahrzeuge aus dem Hause Ferrari, bis zu 25 Tonnen schwere Container auf  Züge und Lastwagen.

In der Industriegeschichte Lindens findet ein kontinuierlicher Strukturwandel statt. Klassische

Industriebetriebe gibt es immer weniger, die Waren gehen nicht mehr in die Region oder in das Land, sondern im Zuge der Globalisierung in den weltweiten Handel. Transporte von Linden nach China oder Italien sind Alltagsgeschäft. Bis zum Jahr 2030 soll der Güterverkehr um 40% steigen, die Autobahnen stoßen allerdings jetzt schon an ihre Kapazitätsgrenzen. Im umweltfreundlichen, jedoch zeitaufwändigen Transport mit der Binnenschifffahrt sehen viele Kunden noch keine Alternative, sie lassen ihre Güter vorrangig mit dem Lastwagen oder auf  der Schiene transportieren. Im vergangenen Jahr machte der Schiffstransport im Lindener Hafen mit 94.368 Tonnen (Tendenz steigend) 14% des Warenumschlags aus, die Bahn beförderte im selben Zeitraum 577.739 Tonnen.

Alles über die vier Hannoverschen Häfen hier.
 

 

Text/Bilder: Evelyn Schaefer
Letzte Aktualisierung: 25.07.2014

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Die Hafenbahn fährt entlang der Kaimauer

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Erst aus Luft sieht man wie groß das Hafengelände ist. Foto: Städtische Häfen Hannover

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Im Besichtigungswaggon geht es durch den Lindener Hafen.

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Im Railterminal werden die Container verladen

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Die Hafenkräne laden die Güter vom Schiff auf die Waggons der Hafenbahn. Umgekehrt geht's natürlich auch.