Bericht 35-14

 

 

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So, 15.06.2014, Betrachtungen von Anne Hübsch
Thema: Skaterszene

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So, heute also das Thema Skaterszene. Oha.

Da denkt man doch sofort an waghalsige Sprünge mit dem Skateboard, an coole Typen ohne Schützer, ohne Angst.
Doch wie lange muss man wohl trainiert haben, um das so hinzubekommen? Wie oft ist man auf die Klappe geflogen und wie viele blaue Flecken zählt man da so pro Tag? Und außerdem, wie viele Boards hat man so, wenn man schon länger fährt? (Apropos, wieso fängt man überhaupt an, Skateboard zu fahren?)

Das sind so die Fragen, die mir erstmalig dazu in den Sinn kamen.

Und so als Jugendliche fielen mir dann ganz schnell einige Menschen ein, von denen ich schon gehört hatte, bzw. wusste, das sie Skateboard fahren.

Mit einigen davon traf ich mich, andere schrieb ich an.
„Skateboard fahren ist einfach cool.", bekam ich von Gleichaltrigen häufig zu hören. „Und es macht Spaß.", setzten die meisten noch hinzu.

Skateboarden ist cool, ja, den Eindruck hatte ich auch schon.
Also sah ich mich nach Orten um, an denen geskatet wurde, und in Linden fand ich ein paar interessante Plätze.

Am Küchengartenplatz zum Beispiel sieht man eigentlich immer Leute Skateboard fahren, obwohl es dort weder großartige Rampen noch feste Hindernisse oder sonstiges gibt.

„Ursprünglich war das, glaub ich, auch nicht als Skateplatz geplant.", meint eine Passantin. Dem kann ich mich anschließen, ich kann es zwar nicht beweisen, aber wirklich so geplant sieht`s nicht aus, das stimmt schon.

An einem Pfeiler entdeckte ich schließlich ein Schild:
Skaten macht Spaß, aber auch Lärm!

„Gibt es manchmal Stress, wenn die Regeln nicht eingehalten werden?", wollte ich wissen. „Nein, niemand ist hier auf Streit aus.", erzählte einer der Skater dort.

Nun gut! Also ein Skateplatz mitten in Linden, für den klare Regeln gelten, damit niemand gestört wird - erscheint mir sehr harmonisch.

Im Internet suchte ich nach weiteren Skateplätzen und stieß auf die Seite des 2ers. Angeblich eine sehr ruhige Lage, kaum einsehbar bis kurz davor – optimal gelegen. Gerüchten zufolge ist die Entstehung des 2ers mehr oder weniger illegal betrieben worden, aber stimmt das?

Dort angekommen hab ich erstmal `ne Weile nicht geglaubt, dass ich da war. Erst wenn man praktisch mitten im Skatepark steht, sieht man es, die vielen unterschiedlichen Hindernisse, die sich zu einem kreativem Parcours zusammenfügen. Von Bäumen umgeben erkennt man bereits 5 Schritte weiter nichts mehr davon! Geniale Lage, das konnte ich nun bestätigen.

„Hier beim 2er redet jeder mit jedem" erzählte mir ein Skater. „Das ist cool."

Jup.

Erschien mir auch so.

Daniel May, Vorsitzender des 2er-Vereins, schrieb mir, dass der 2er 2007 mehr oder weniger illegal gebaut worden ist und aus eigener Tasche finanziert wurde.

Das Bauen von Skateparks war ein Hobby, seit 2011 haben sie eine eigene Rampenbaufirma gegründet,  yamato living ramps heißt die.

„Was ich besonders am Skaten mag, ist der freie Charakter dieser "Sportart". Skateboarden macht so viel Spaß, dass man keinen Trainer, feste Trainingszeiten oder ähnliches benötigt. Die Motivation rollen zu gehen kommt aus der Sache an sich, außerdem geht man auch meistens mit guten Freunden los und motiviert sich gegenseitig.", schreibt Daniel May.

Er selbst skatet seit mehr als 15 Jahren.

Zusammen mit S. Kottonau vom BKT hat das 2er Team letztes Jahr die Rampe unter dem Schnellweg in der Nähe der Bethlehemkirche erneuert.

Die Verantwortung und die Versicherung dafür liegen beim BKT, bisher ist da aber noch nichts Großes passiert.

„Es gibt immer viel Müll und Glasscherben dort, wir kommen gar nicht hinterher.", sagte S. Kottonau. „Aber wenn es früher dunkel wird, verlege ich auch mal Kabel und stell denen dort die Strahler auf."

Hört sich super an!

„Außerdem ist die Rampe überdacht. Das können nicht viele vorweisen.", fügt er grinsend an. Was soll man dazu sagen? Es stimmt.

In den kommenden 2,5 Jahren ist der 2er Modellprojekt für das Jugend Stadt Labor.

Auf die Frage, wie er sich die Zukunft für den 2er vorstelle, antwortete Daniel May: „Für die Zukunft wünschen wir uns natürlich, dass der 2er weiter bestehen bleibt und stetig wächst. Das sieht momentan wohl auch ganz gut aus!"

Nun denn, viel Glück!

Fazit:

Skaten ist ein Gefühl, vielleicht sogar ein Lebensgefühl. Als tollen Bonus oben drauf ist Skaten außerdem noch „cool" unter Jugendlichen, weshalb der eine oder der andere auch mal das Skateboard unterm Arm hat, obwohl er/sie noch gar nicht fahren kann.

Wo ich mehrmals von verschiedenen Menschen drauf hingewiesen wurde, ist, dass immer weniger Jugendliche Schützer tragen.

Warum?

Letztendlich ist es ja jedermanns eigene Entscheidung, jedoch fliegt man gerade beim Skaten gerne mal (und mit hohem Tempo) auf die Klappe – da wären Schützer schon ganz gut.

Ansonsten eine super Szene – und ein interessanter Skatepark, das muss man dem 2er ja lassen. www.2erskate.de

 

Text: Anne Hübsch,
absolvierte ihr Schulpraktikum in der Redaktion  und schreibt gerne.
Letzte Aktualisierung: 05.07.2014

 

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„Skateboardfahren ist einfach cool" - und das Tragen der Bretter auch.

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