Bericht 30-14

 

 

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Sa, 21.06.2014, 111 Jahre Lindener Sportverein Alexandria von 1903 e. V
„Am schönsten ist's in Alexandria"

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Es gibt nicht allzu viele Vereine in Hannover die auf eine solch lange Zeit ihres Bestehens zurückschauen können. Auch der LSV Alexandria registriert das mit mit Stolz  und Zufriedenheit.Gleich nach der damaligen Jahrhundertwende existierte  in Linden auf der Göttingerstraße die Arbeitersiedlung „Klein-Rumänien". Die große Zeit des Eisenbahnbaus hatte den Industriemanager Strousberg in die Lage versetzt die Egestorffsche Maschinenfabrik für 700.000 Taler von der Familie Egestorff zu erwerben. Strousberg brauchte diese Arbeiterstadt, denn ein Großauftrag der Rumänischen Staatsbahn war nur mit neuen Arbeitskräften zu schaffen. Viele Jahre später, längst war der Name Strousberg zur Legende geworden trafen sich die jungen Leute am Brunnenplatz, dem Mittelpunkt der Siedlung, und verabredeten sich zum Rugby spielen im nahegelegen Ohefeld. Trotz 10 Stunden Arbeitszeit freute man sich auf den körperlichen Ausgleich. Schließlich wurde der Wunsch zu einer Vereinsgründung immer größer. So traf man sich am 6.Oktober 1903 in der gegenüberliegenden Gaststätte Zloch auf der Göttingerstraße zur Vereinsgründung. Schnell wurden alle erforderlichen Regularien erledigt, nur über den Namen war man sich nicht ganz einig.

Schließlich entschied man sich für den Namen Alexandria, denn eine fröhliche Runde christlicher Seefahrer hatte ausgemacht, dass es „am schönsten in Alexandria" war. So war's entschieden und genehmigt: Lindener Sportverein Alexandria von 1903.Die Sportplatzfrage begleitete den Verein bis weit in 7oer Jahre. Immer wieder hatte man zu kämpfen eine ordentliche Sportstätte zu besitzen. Stolz berichten unsere Gründer von einem Platz, (dem heutigen TuS Ricklingen Platz), den sie mühsam aus einer Wiese erarbeitet hatten, mit überhöhten Kurven in der Laufbahn. Aber alles war nicht von langer Dauer.

Ein schöner Platz entstand nach dem 1. Weltkrieg an der Pfarrstr. Oben am Tönniesberg. Hier feierte man auch die größten sportlichen Erfolge. 1920 /21 und 1922/23

Wurde Alex Norddeutscher meister im Rugby und verlor leider beide Male im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. Erwähnenswert bleibt hier ein Mann namens Hermann Frommer, der über 15 Jahre den verein zu diesen sportlichen Höhen geführt hat. Aber seine Liebe galt den immer stärker ins Geschehen rückenden Fußball. Noch konnte Alexandria sich nicht entscheiden vom Rugby auf den Fußball zu wechseln. So ging Fromme zu 96 und wurde sehr bald im Norddeutschen Raum der verantwortliche für den Spielbetrieb.

Schließlich war 1928 auch unser Verein bereit Fußball ins Programm aufzunehmen. Doch wieder verhinderten Industrieerweiterungen die Pläne des Vereins. Die HAWA auf dessen Gelände unser Sportbetrieb ablief, machte , wie heißt es heute so oft, Insolvenz, die HANOMAG übernahm im Tausch mit der Stadt Hannover das Gelände und Alex bekam als „lächerliche Entschädigung" 4000 RM .Längst hatten auch die Nationalsozialisten das Ruder übernommen und man schaffte mit dem Gleichschaltungsgesetz die Möglichkeit kleinere Vereine zu einem Großverein aufzulösen.

Dies geschah mit uns, und so sahen sich unsere Mitglieder, so sie denn noch im Verein verblieben, beim neuen Großverein DTSG v.1874  untergebracht. Eine kleine Gruppe alter Alexer wollte wenigstens den Vereinsname am Leben erhalten und gründeten einen Kegelklub mit dem stolzen Namen „Alt-Alex". Bis in die 70er Jahre blieb er am Leben, aber die Zeit hatte bis dahin vieles verändert. Der 2. Weltkrieg mit seinen furchtbaren Auswirkungen ist an niemanden ohne Schaden vorüber gegangen. Aber „neues Leben wächst aus den Ruinen" sagt Schiller und so fanden sich 1950 eine Handvoll alter Alexer, um zu überlegen den Verein neu zu gründen.

Bei dem Gründungsmitglied August Düvel, nunmehr Besitzer einer Gaststätte in der Charlotten-Ecke Dreikreuzenstraße, traf man sich am 29.August 1950 um den LSV Alexandria v.1903 neu ins Leben zu rufen." Wie ein Phönix aus der Asche" so schrieben die Zeitungen, war der Verein sehr bald wieder in Linden – Süd in aller Munde.

Mitglieder und Mannschaften vergrößerten den Verein, aber – es war das alte Lied, wo war der Sportplatz für Alexandria. Auf dem Schützenplatz ging's los, doch wie sah jedes Mal der Platz aus, wenn ein städtisches Fest vorüber war. Hier sind wahre Wunder passiert und ein ungeheurer Einsatz unserer Mitglieder. Der nächste Platzbau stand an. Dort wo heute der Neubau des Klinikum Mitte, oder das alte Krankenhaus Siloah entstehen war unser neuer Platz genau zum 5o. Jubiläum. Auf den alten Fundamenten der früheren Badeanstalt an der Ihme bauten wir unser Klubheim und unsere Umkleideräume. Bescheiden, noch etwas primitiv, aber wir waren glücklich. Fast 700 Mitglieder fühlten sich wohl bei uns, 5 Herrenmannschaften spielten Fußball, 2 Damenhandball Mannschaften und jede Menge Jugend –Schüler und Knaben und Jungmädelmannschaften  galt es zu betreuen. 

Unsere 1.Mannschaft hatte die Bezirksklasse erreicht, alles stand auf Weiterentwicklung und wieder war durch einen Erweiterungsbau des Siloahs unsere Existenz in Frage gestellt. Ein Platz, wo heute die AWD Sporthalle steht schaffte für kurze Zeit eine neue sportliche Spielstätte, doch auch dies war nicht von langer Dauer. Nur, das war nun wirklich die schönste Überraschung für uns, die Betriebssportanlage in der Stammestrasse war fertig und wir bekamen mit Elite und 97 Linden den Sportplatz kurz vor der Eisenbahnbrücke.

Ein Klubheim musste noch gebaut werden und das war, weiß Gott, keine leichte Aufgabe. Viel Einsatz und Entbehrungen, Strapazen für einige Mitglieder, das alles wurde überwunden und geschafft. Wir waren stolz und dankbar, dass diese Odyssee durch Hannovers Sportlandschaft endlich vorbei war.

Aber die veränderten Zeiten haben dem Verein neue Sorgen gebracht. Die allgemeine Tendenz  von sinkenden Mitgliederzahlen und Desinteressen  vieler Menschen erfordert neue Opfer und neue Initiative das „Schiff wieder flott zu machen"! Der neue Vorstand hat aufgerufen wieder neuen Mut zu fassen, denn bislang hat man Alexandria nichts geschenkt, alles wurde mühsam erarbeitet, aber wir haben noch immer geschafft, was wir uns vorgenommen haben.

 

Jazz- Frühschoppen 
mit großer Tombola findet am Sonntag, den 20. Juli 2014 ab 11:00 Uhr auf dem Vereinsgelände in der Stammestraße 104 statt.
Es spielt das Lindener Skiffle Orchestra.

 

Text/Bilder: Horst Deuker, bearbeit von Evi Schaefer
Letzte Aktualisierung: 21.06.2014

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"So sah es früher aus wenn unsere 1. Mannschaft ein Auswärtsspiel hatte. Der Deisterplatz in seiner alten Form, nach nicht umgebaut. Im Hintergrund der 2. Pavillon, als Toilette. Der 1941 gebaute Luftschutzbunker ist auch noch zu sehen.Der Autobus von der Firma Volker wartet auf die Schlachtenbummler. Manchmal, bei wichtigen Spielen sind wir auch mit 2 Bussen gefahren"

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Bereit für den Aufstieg 2014: v. li. Sascha Hoppmann, Yener Yildirim, Anil Özseven, Keke Klein, Orkun Sari, Jan Selent , Daniel white !

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Jubiläumsfeier: Horst  Deuker schildert viele Geschichten aus dem bewegten Leben des Vereins.

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"Angekommen auf dem Sportplatz unseres Gegners bildeten wir eine geschlossene Kolonie. Einige der Alexer sind gut zu erkennen. So Rolf Rehen (8 im hellen Anzug) vor ihm Werner Husche, dann Gerd Barth, Kalle Rugelies, Hans Melloh, Rolf Fliegner, Heinz Sander, "Pickel" Meißner, Heinz Päschke und weiter links mit Homburger Fritz Lapicz (im dunklen Anzug) Leider weiß ich nicht mehr wo das Spiel war. Es wird das Jahr ca. 1954 gewesen sein."

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LSV Alexandria um 1950: v. li. Rolf Ries, Walter Busche, Walter Roitsch, Gerd Meier, Hans Blecher, Horst Deuker, Henry Luda, Karl Preusse, Hermann Meier, Erwin Knauf, Erdmann Stopf.

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Das ist unsere 1. Mannschaft, etwa um 1951: ( von links ) „Fitze" Lange (im Ziel) Rodewald (?) H. Busche Bromberger "Lippo" Kropp, Abel, Bock (im Zivil) mittlere Reihe Much, Nowicki , Ahrens. Vorn: Dreßler, Lindner u. Baldermann."

Quelle: Fotoalbum von LSV Alexandria, Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung