Bericht 24-14

 

 

© Copyright    Die Inhalte angeführter Links und Quellen werden von diesen selbst verantwortet.

Fr. 23.05.2014, Bee Happy!
Imkern in Linden

Beitrag kommentieren
Nach dem ersten Beitrag wird ein Diskussionsforum eingerichtet.

Von wegen Altmännerhobby! Immer mehr junge Städter genießen das Naturerlebnis, eigene Bienenvölker zu halten und selbst geernteten Honig aufs Sonntagsbrötchen zu schmieren. Ob in Nachbarschafts- Klein- Paletten- Haus- und Dachgärten, in begrünten Innenhöfen, Parks und auf Balkonen: eine schier unerschöpfliche Vielfalt an Blühpflanzen bietet überraschend gute Voraussetzungen für die Bienenhaltung. Abseits der ländlichen Monokultur mit ihren hohen Pestizidbelastungen können die Bienen in der Stadt bis in den Herbst hinein Blütenpollen und Nektar sammeln. Der urbane Imker erntet dabei Qualitativ genau so hochwertigen Honig wie der Imker auf dem Land. In diesem Frühjahr haben die Wagners aus der Kolonie Langenfelde bereits 200 kg Honig vom Lindener Berg (und drumherum) geerntet, bald blühen die Robinien und die Linden und dann kommt noch mehr Honig dazu. 20 bis 50 Kg Honig bringt ein gutes Bienenvolk nach Hause, was die Imker nicht selbst verzehren wird „über den Gartenzaun hinweg" und an Freunde und Kollegen verkauft.

Wer mit dem Imkern beginnen möchte, sollte jetzt damit anfangen. Im Mai vermehren sich die Bienen und man kommt beim (Hobby)Imker problemlos an ein Wirtschaftsvolk (ca.100 Euro) oder einen Schwarm (kostenlos).

Die frisch gebackenen Bienenhalter starten dann gleich in die Hochsaison, die von April bis Juli dauert. In dieser Zeit sollte man einmal wöchentlich nach den Bienen schauen und pro Volk eine Viertelstunde einplanen. Dazu kommt noch die Verarbeitung des Honigs. Viel Platz nimmt der Bienenstock nicht ein: er misst bei den Wagners gerade mal 50 Zentimeter im Quadrat. Im Winter bleibt der Bienenstock wo wer ist, Bienen sind Wildtiere und sie überwintern ohne menschliches Zutun draußen. Wer sich ein Bienenvolk anschaffen möchte, sollte einem erfahrenen Imker bei der Arbeit zur Hand gehen, so kann man das Zusammenleben mit den Bienen ein wenig genauer kennen lernen.

Überall dort, wo die Imkerei ortsüblich ist, darf jeder Bienenvölker halten. In der Stadt Hannover und der Region Hannover ist die Imkerei aufgrund der vielen Imker (über 720 Imker im Kreisimkerverein Hannover, dazu viele nichtorganisierte) ortsüblich, daher darf hier jeder sein Bienenvolk aufstellen. Allerdings muss man natürlich auch Rücksprache mit den Nachbarn halten und diese nicht zu sehr durch die Bienen belästigen, informiert der Imkerverein.

 

Informationsveranstaltung für kleine und große Stadtimker

 „Bienenhaltung (nicht nur) im Kleingarten" am Samstag, den 14. Juni um 10 Uhr (Bienen sind Frühaufsteherinnen), Kolonie Langenfelde, bei Wagners

Bienen leisten viel mehr als Honig zu produzieren: 80% der Obstgehölze und Blumen sind auf die Bestäubung durch Bienen und andere Insekten angewiesen. Ohne die Arbeit der Bienen ernten wir kein gutes Obst und viel weniger Gemüse. Meist machen wir uns wenig Gedanken darüber, sehen wir doch immer ein paar Bienen herum fliegen und sind zufrieden mit der Ernte. Aber wo das nächste Bienenvolk lebt, wie jeder Gärtner die Arbeit der Bienen und der Imker unterstützen kann, wissen nur wenige und für viele ist Imkerei eine Geschichte mit vielen Unbekannten. Interessierte können den Imkern bei der Arbeit zu sehen, Fragen stellen und überlegen, ob die Imkerei im eigenen Garten etwas für sie werden kann.

Anmeldung bitte Kornelia Stock, Tel.: 0511 458 25 14,

E-Mail: Kornelia.stock@htp-tel.de

 

Wichtige Tipps und Imkerkurse gibt es auch beim Bieneninstitut in Celle, beim Hannoverschen Imkervereinen und der Initiative „Hannover summt! e.V."

 

Von der Blüte zum Honig

Vom Frühjahr bis zum Herbst sind die Honigbienen mit etwa 20 Stunden-Kilometern unterwegs, um Pollen und Nektar zu sammeln.

Auf der Blüte saugen sie mit ihrem langen Rüssel den süßen Nektar in ihren Honigmagen, der nach etwa 200 Blüten komplett gefüllt ist. Zugleich lösen sie dabei mit ihrem Körper Blütenpollen aus den Staubgefäßen der Blume, bepudern sich damit und schieben ihn in die Pollenkörbchen ihrer Hinterbeine.

Beim Besuch der nächsten Blüte wird diese bestäubt, wenn der Pollen auf die Narbe gelangt. Dies schafft eine Biene bis zu 1000 Mal pro Tag. Zwischendurch fliegt sie immer wieder zurück zum Bienenstock, um Pollen und Nektar abzuliefern. 

Im Stock geben sich die Arbeiterinnen den Nektar „von Rüssel zu Rüssel" weiter. Dabei wandeln sie ihn jedes Mal etwas um, bis er zu Honig wird. Der Nektar hat zunächst nur wenig Zucker. Bei der Futterübergabe setzen die Bienen ihm Drüsensekrete mit Eiweißverbindungen und keimtötenden Inhaltsstoffen zu. Den halbreifen Honig lassen sie in unverdeckelten Zellen trocknen, damit er haltbar wird. Nachdem ein Teil des Wassers verdunstet ist, wird der fast fertige Honig in Lagerzellen gebracht. Fächelnde Bienen sorgen dafür, dass weiteres Wasser verdunstet. Erst wenn der eingedickte Honig weniger als ein Fünftel Wasser enthält, werden die Zellen mit einem dünnen, wasserdichten Wachsdeckel verschlossen. 

Quelle: Deutscher Imkerbund e.V.

 

 

Text/Bilder: Evelyn Schaefer
Letzte Aktualisierung: 24.05.2014

2014.05.16_002_hLL

Ralf Wagner schleudert den Honig aus den entdeckelten Waben (Bienen sind da nicht mehr drin).

2014.05.16_005_hLL

Der Honig wird gefiltert.

2014.05.16_011_790

Irena und Ralf Wagner aus der Tonstraße haben ihre Beuten (Bienenkästen) im Bieneneldorado Kleingärtnerverein Lindener Alpen stehen.

2014.05.16_006_hLL_1

Die Feises aus dem Nachbargarten in Langenfelde sind froh, dass die Bienen für eine qualitativ gute Apfelernte sorgen. Gestört fühlen sie sich überhaupt nicht.

2011.05.07_068_790_hLL

halloLindenLimmer.de war schon einmal zu Gast im Wagnerschen Bienenparadies: www.hallolinden.de/2011/html/bericht_22-11.html

www.honig-hannover.de