Bericht 22-14

 

 

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Mo, 05.05.2014, Lindener auf Reise
Jerusalem - eine Stadt arrangiert sich
Update: "Taucherglocken"

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von Klaus Öllerer

Wie beinahe jedes Jahr hatten wir uns dieses Mal auch wieder einen mehrtägigen Stadtbesuch irgendwo in der Welt vorgenommen. Wir, das sind meine Frau und ich. Die Ziele der letzten Jahre waren Wien, Istanbul, Rom und Peking. Dieses Mal kam noch eines unserer längst erwachsenen Kinder mit.

Die Entscheidung für Israel fiel nicht allen von uns leicht. Ist das nicht gefährlich? Was ist, wenn etwas passiert?

Der dort lebende deutsche Journalist Ulrich Sahm half uns dann die richtige Entscheidung zu treffen. Es sei gefahrlos, schrieb er uns, und das schon seit vielen Jahren. Dann also nichts wie hin.

Über das Internet wurden ab 1. Mai fünf günstige Tage gebucht, inkl. Hin- und Rückflug.

Einfach Eindrücke wirken lassen

Wir sind es gewohnt lange Strecken zu Fuß zurückzulegen und kommen dabei schon mal auf 20 Kilometer täglich. Die ersten Ausflüge zur Altstadt haben uns dann auch gleich überrascht: Kaum Polizei und Militär. Im Basar in der Altstadt wuselte es überall friedlich nebeneinander - egal ob muslimisches, jüdisches oder christliches Viertel. Lediglich die Al Aqsa Moschee konnten wir nicht besuchen. Es war Freitag und die letzten muslimischen Teilnehmer hasteten gerade an Checkpoints mit jeweils zwei Polizisten vorbei zum Freitagsgebet. Die Gesichter der Polizisten machten dabei nicht immer einen spannungsfreien Eindruck. Aber es funktioniert schon seit längerer Zeit friedlich.

Von dem uns bekannten Journalisten erfuhren wir später, das "Geheimrezept": Man arrangiert sich und schließt Kompromisse. Es ist nicht perfekt und für deutsche Seelen mag alles sehr unvollkommen erscheinen. So schilderte er an einem Beispiel, wie das gehen kann. In der Nähe Jerusalems gibt es eine größere arabische Bevölkerungsgruppe, die eigentlich keine Israelis sein wollen. Sie haben jedoch israelische Ausweise und erhalten viele Rechte des Staates (Bildung, soziale Unterstützung, Krankenversorgung, etc.). Gereist wird jedoch mit einem jordanischen Pass (!).

Man hat sich eben arrangiert.

Überraschend für uns war auch, dass konsequent nahezu alle Schilder im Verkehr und auch sonst immer dreifach beschriftet sind: hebräisch, arabisch und lateinisch.

Der Tourismus scheint die wichtigste Einnahmequelle der Stadt zu sein. Da alle Gruppen davon profitieren, ist dieser wohl auch ein Hauptgrund für das Funktionieren des Zusammenlebens. Unter Gewaltausbrüchen würden alle leiden.

Die vielen Müllecken und "verpfuschten" Kabel- und Rohrinstallationen - hier spricht der Techniker - führte ich u. a. auf die hohe Aufmerksamkeit zurück, die ständig für die Sicherheit gefordert wird. Andere Orte Israels machen einen "ordentlicheren" Eindruck.

Für Juden, Christen und Muslime ist Jerusalem der oder einer der wichtigsten Orte für ihre Religionen. Die Stadt ist voller tief gläubiger Menschen aus der ganzen Welt.

Bereits nach zwei bis drei Tagen hatten wir den Eindruck schon ganz lange in Israel zu sein. Das lag an den langen Wanderungen und unzähligen Eindrücken, die wir ständig in uns aufnahmen.

Eine Reise nach Jerusalem ohne an das Tote Meer zu fahren ist eigentlich unvollständig. Also gönnten wir uns noch ein Bad dort und besuchten auch die berühmte Bergfestung Masada.

Als wir nach fünf Tagen am Montagabend dann wieder mit einer EL AL Maschine in Frankfurt zufrieden landeten, hatten wir den Eindruck unsere Zeit dort gut genutzt zu haben.

Viele weitere Eindrücke sind hier in den nebenstehenden Bildern zu sehen.

 

Text/Bilder: Klaus Öllerer
Letzte Aktualisierung: 09.05.2014

 

Hinweis:

Wir veröffentlichen gerne Reiseberichte von Lindenern und Limmeranern.

Kontakt: redaktion@halloLinden.de

 

 

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Überall Beschilderungen in drei Schriften: hebräisch, arabisch und lateinisch.

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Im muslimischen Basar.

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Christliche Gläubige in der Grabeskirche. Hier soll Jesus Leichnam nach der Abnahme vom Kreuz gesalbt worden sein.

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Eine entspannt wirkende Gruppe von SoldatInnen im Basar.

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Blick auf Jerusalem vom Frühstücksraum des Hotels aus gesehen. Die Altstadt mit den religiösen Stätten ist ganz im Hintergrund zu sehen und ca. 20 Minuten Fußweg entfernt.

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Tiefster Punkt der Erde (-420 m): Im Toten Meer kann man nicht untergehen. Der hohe Mineraliengehalt des Wassers trägt jeden Menschen. Meerwasser in die Augen sollte man vermeiden. Es brennt enorm.

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Extraangebot: Heilfische knabbern Schuppen weg. Dabei kribbelt und kitzelt es ganz schön.

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Shabbat: Jüdisch-orthodoxe Jugendliche vertreiben sich die Zeit.

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Beim Durchgang durch ein jüdisch-ultraorthodoxes Stadtviertel wurden wir misstrauisch angeschaut.

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Juden afrikanischer Herkunft gibt es schon lange (Wikipedia).

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Eine einfache Solaranlage für warmes Wasser auf dem Dach haben viele Häuser.

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Eine Gruppe arabischer Junger Männer sprach uns freundlich auf englisch an und ließen sich fotografieren.

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Fast überall gab es kostenfreies WLAN, um im Internet zu surfen wie hier bei halloLindenLimmer.de beim Abflug in Tel Aviv.

Das Kostenfreie war mit der Ankunft in Deutschland dann wieder vorbei.

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Das einzige Hakenkreuz, das wir sahen (muslimischer Basar).

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Rätselhafte "Taucherglocken". An mehreren Stellen sahen wir diese Druckgefäße mit Rohranschluß in die "Unterwelt". Wozu diese dienen blieb uns ein Rätsel.

Update: "Die Taucherglocken dienen dazu, mögliche Bomben hineinzuwerfen, damit sie dann unterirdisch explodieren, ohne Schaden anzurichten.", so unser in Israel lebender deutsche Journalist in Jerusalem, Ulrich Sahm, der auch schon mal für die HAZ geschrieben hat. Hier ein erstaunlicher Vortrag von ihm zu Israel.

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Überraschende Architektur in einem Viertel in Jerusalem