Bericht 16-14

 

 

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So, 30.03.2014, große Überraschung
Mieten- und Reallohnsteigerungen nahezu gleichauf

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Erstmalig werden hier die Reallohneinkommen (1) übersichtlich in einer Grafik dargestellt. Die Überraschung ist groß. Hatte der Autor - wie wahrscheinlich die meisten Leser auch - doch eher eine mäßige Erhöhung über der Inflation erwartet. Wenn überhaupt.

So zeigt obige grafische Auswertung nun einen kräftigen Einkommenszuwachs von ca. 5 % in den letzten sieben Jahren (ca. 0,7%/Jahr) über der Inflation!

Demgegenüber liegen die festgestellten Mietpreiserhöhungen in allen Stadtteilen von Linden-Limmer ebenfalls in einer ähnlichen Größenordnung.

Für Linden-Nord betragen diese 0,81% (empirica) und 1,1% (Immobilienscout24) pro Jahr. Das ist nur leicht über der Reallohnentwicklung.

Die obige Grafik zeigt diese Ähnlichkeit recht deutlich.

Bleiben die Einkommen der Vermieter zurück?

Die Kaltmiete von neuvermieteten Wohnungen soll nicht nur die Inflation abdecken, sondern auch die Kosten vorgenommener Renovierungen, energetische Sanierungen, etc.

Die Mieteinnahmen tragen zu den Einkommen der Vermieter bei. Der geringe Abstand von Mietpreissteigerungen zu Reallohnsteigerungen läßt beim Autor den Verdacht aufkommen, dass die Vermieter hier evtl. das Nachsehen haben könnten.

Bei den Bestandsmieten ist das sicher der Fall, da diese eher gering steigen, wie den Mietspiegeln zu entnehmen ist.

Aufregung über Mietpreissteigerungen nur eine Sache der Wahrnehmung?

Fast alle Waren ändern ihre Preise laufend in mehr oder weniger geringen Abständen. Die einzelnen Preiserhöhungen fallen jeweils eher gering aus, summieren sich jedoch über die Zeit. Die Käufer merken es oftmals kaum.

Anders bei den Mieten.

Diese bleiben oft jahrelang stabil und die allermeisten Mieter haben einen Nutzen davon. Ihre Gehälter steigen nämlich. In einem dem Autor bekannten Fall blieb die Miete über 20 Jahre lang stabil. So ergab sich für diesen Mieter letztlich ein Gewinn von über 20.000 € gemessen an der Inflation.

Wenn die Miete erhöht wird, erfolgt dieses oft nach Jahren auf einen Schlag und bedeutet oft eine große Mehrbelastung für den Mieter über einen großen Teil seiner Ausgaben. An das faktische, inflationsbedingte jährliche Sinken der Miete hatte man sich gewöhnt. Emotionen können sich nun entwickeln.

Gleitende Mietpreise als Lösung?

Würden die Mietpreise steigen wie andere Güter des täglichen Lebens auch, so wäre dieses Thema in der Öffentlichkeit vermutlich deutlich entschärft.

Dieses könnte durch eine Mietpreisklausel erreicht werden, die sich nach der allgemeinen Inflationsrate richten würde.

 

Da alles Durchschnittswerte sind, können die persönlichen Erfahrungen von Mietern und Wohnungssuchenden im Einzelnen stark davon abweichen. Das sollte man dabei immer bedenken.

Wer mehr über die Daten und ihre Auswertung erfahren möchte, kann gerne mit dem Autor Kontakt aufnehmen.

Andere Sichtweisen sind willkommen.

 

Siehe auch:

* Spezial: Gentrifizierung 

* "Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt"

* Limmer - Inflationsbereinigt: Mietpreise immer billiger

* Premiere: Mietpreise inflationsbereinigt

* Warum steigen die Mieten?

 

 

Text/Bilder: Klaus Öllerer, 0170 92 60 771
Letzte Aktualisierung: 05.04.2014

 

Erläuterungen

 

1. Einkommensentwicklung

Verwendet wird hier der Reallohnindex des Statistischen Bundesamtes.

Transferleistungsempfänger sind im Reallohnindes nicht berücksichtigt. Hier ist es Sache der Politik die entsprechenden Bedingungen zu schaffen.

 

2014.02.27_Angebotsmieten-Trends_Q4-2013_2007-2013_Linden-Nord_K_1

Mietpreisentwicklung in Linden-Nord, inflationsbereinigt, 2007-2013  >> große Grafik

2014.02.27_Angebotsmieten-Trends_Q4-2013_2007-2013_Reallohnindex_K_1

Überraschung: Die Löhne haben sich inflationsbereinigt seit 2007 im Durchschnitt um ca. +5 % erhöht (ca. +0,7 %/Jahr). Im Vergleich dazu haben sich die Mietpreise in Linden-Nord auch nur um 0,81%/Jahr (empirica) und 1,1%/Jahr (Immobilienscout24) erhöht.

>> große Grafik Datenquelle: Reallohnindex, Statistisches Bundesamt

2014.04.04_Waegungsschema_Verbraucherpreise_Stat_Bundesamt_1_1

Warenkorb für den Verbraucherpreisindex (Inflation)

>> großes Bild

2014.04.04_SchlaglichtTarifbindung_Stat_Bundesamt_1

Tarifbindungen der Arbeitnehmer in Deutschland

2013.05.17_IMG_8391_1_1

Fakefilm: "Mieter in Not" des NDR von 2013