Bericht 10-14

 

 

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Die, 04.03.2014, Was ist möglich an Bürgerbeteiligung?
Stadtteildialog der Grünen zur Wasserstadt Limmer

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Nach dem ersten Beitrag wird ein Diskussionsforum eingerichtet.

Die Nachbarschaft ist aufgebracht. Und der Gesprächsbedarf ist groß. Irgendwie scheint sich das Bauvorhaben „Wasserstadt Limmer" dem Bürgerwillen zu entziehen. Welche Möglichkeiten haben die Limmeraner, die Bewohner der angrenzenden Stadtteile und der künftigen Wasserstädter auf die Planungen der Stadt jetzt noch einzuwirken? Der Bezirksrat Linden-Limmer und die Sanierungskommission (Gremium für Bürgerbeteiligung bestehend zur einen Hälfte aus Bürgervertretern und zur anderen aus Mandatsträgern) sind einheitlich gegen die Pläne der Stadt.

Am 4.03.2014 fand aus aktuellem Anlass der „Stadtteildialog" von B'90/Die Grünen auf dem Gelände der zukünftigen Wasserstadt mit einer anschließenden Diskussion in der Transition Hall statt.

Es entsteht ein neuer Stadtteil im Stadtteil. Wie wird der Lebensraum Wasserstadt aussehen? Bürgermeister Grube möchte das Gelände nicht mit einem hochpreisigen Wohnungsangebot auf den freien Markt schicken. Grube sieht in einer Reglementierung die Chance, bezahlbaren Wohnraum bereit zu stellen. Der Anteil an Genossenschaften, Baugruppen, Miet- Sozialwohnungen und Eigentum soll ausgewogen sein. In der sozialen Durchmischung wird eine lebendige Wasserstadt entstehen.

Die Besucher der heutigen Diskussion stehen dem angekündigten Anteil von 25%  Sozialwohnungen äußerst skeptisch gegenüber.

Dazu Michael Dette, (baupolitischer Sprecher grüne Ratsfraktion der LHH) „Wir haben im Rat erkannt, dass der bezahlbare Wohnraum in Hannover knapp wird. Aber mehr als 10 bis 15% sozialer Wohnungsbau liegen in der Wasserstadt finanziell nicht drin. Das wäre für die Stadt zu teuer. Die 25%  bezogen sich auf den alten Bebauungsplan."

Die Limmeraner sorgen sich um das Verkehrsaufkommen: 5000 neue Anwohner, wo bleiben die mit ihren Autos? Tiefgaragen treiben die Bau- und  Mietkosten in die Höhe, werden vielleicht als Ausweichmöglichkeit die Straßen in der Limmerschen Nachbarschaft zugeparkt? Der Nahverkehr kann kaum eine Entspannung bringen, Busse und Straßenbahnen sind jetzt schon proppevoll und könnten einem größeren Fahrgastaufkommen nur mit einer erhöhten Taktzahl begegnen. Soll die Linie 10 alle drei Minuten durch die Limmerstraße fahren? Bürgermeister Grube befürchtet, dass die Limmerstraße dann wie ein Straßenbahnparkplatz aussehen wird. Der 700er Bus wird jetzt schon vom stoßzeitlichen Stau in der Wunstorfer Straße/Wunstorfer Landstraße aufgehalten.

Die Anwohner aus Limmer und Ahlem sehen die Straße vor einem Verkehrskollaps. Die Stadt hat dafür noch keine Pläne ausgearbeitet.

www.wasserstadt-limmer.org

Bürgerbeteiligung Do It Yourself - Online Umfrage zur Wasserstadt
www.q-set.de/q-set.php?sCode=DTCMJJXSEWMM

 

 

Text/Fotos: Evelyn Schaefer
Letzte Aktualisierung: 08.03.2014

 

Aus unserem Archiv:

24.04.2003, Der letzte Frühling
Eine idylle wurde abgewickelt

www.hallolinden.de/2003/html/bericht_30-03.html

18.07.2003, „Wasserstadt":
Neues Stadtquartier in Limmer nimmt nach Wettbewerb Gestalt an

www.hallolinden.de/2003/html/bericht_45-03.html

Do., 16.10.2003, Rundgang über das alte Conti - Gelände
www.hallolinden.de/2003/html/bericht_63-03.html

12.06. 2004, Der große Bumms!
www.hallolinden.de/2004/html/bericht_23-04.html

18.02.2005, Rückblick: 100 Jahre Gummiwerke Limmer
http://tiny.cc/nvhccx
 

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Die großzügigen Hallen der „Hannoverschen Gummiwerke Excelsior" ....

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Mit dem Rundgang über das Wasserstadtgelände beginnt der Stadtteildialog. Etliche Bürger und Mandatsträger wollen sich auf die Baupolitik der Stadt nicht einlassen.

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An die hundert Jahre alt sind die Gebäude. Sie sind mit gesundheitsschädlichen Substanzen aus der Gummiproduktion belastet....

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... bieten sich für schicke Loft-Wohnungen mit Blick auf den Industriekanal an.

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... wie es auch der Boden war. Das gesamte Erdreich wurde abgetragen und der verbliebene Rest penibel auf Schadstoffe kontrolliert. Als nächstes wird unbelastetes Erdreich 2,50 Meter hoch aufgeschüttet.

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Wohnen am Wasser kann künftig schöne Aussichten bieten....

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... wenn man sie denn bezahlen kann.

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So hoch wird aufgeschüttet: Der skurrile Turm am rechten Bildrand ist ein Gully. Die Besucher stehen quasi unterhalb der künftigen Straßendecke.

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Das Podium in der Transiton Hall: Sid Auffahrt (Stadtbauhistoriker), Michael Dette, (Baupolitischer Sprecher, Grüne Ratsfraktion der LHH),
Rainer Grube (Bezirksbürgermeister Linden-Limmer) und Moderation: Daniel Gardemin (Stadtteilgruppensprecher von B'90/Die Grünen)