Bericht 79-13

 

 

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29.12.2013, ab 12.01.2013: Schützen von 1894 - Kriegsjahre - Friedhöfe
Limmer: Stadtteilgeschichtl. Ausstellung

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Die Gründungsväter der Schützengesellschaft Limmer v. 1894 e.V.: Friedrich Ostermeyer, Louis Pieper, Friedrich Ebeling  

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Zerstörte Häuserzeile in Limmer

120 Jahre Schützengesellschaft Limmer

Am 2. April 1894 wurde anlässlich einer Gemeindeversammlung im Hotel zum Kronprinzen an der Wunstorfer Straße beschlossen eine Schützengesellschaft zu gründen. Neunundfünfzig Bürger erklärten noch am selben Abend ihren Beitritt. Als 1. Vorsitzender wurde Friedrich Ostermeyer gewählt. Auf seiner Wiese am Limmerbrunnen fand auch im selben Jahr das 1. Schützenfest statt. Als Bekleidung trug man damals Gehrock und den Zylinder, erst ab 1899 zog man Uniformröcke an.

Im Jahr der Eingemeindung zu Linden 1909, bauten die Lindener Schützen ein Schützenhaus mit Schießstand in der Steinbreite und dort schossen auch die Limmeraner Schützen viele Jahre.

Während der Kriegsjahre bis 1919 fanden keine Veranstaltungen statt. Danach feierte man Schützenfeste in der Schwanenburg und ab 1926 schoss man auf einem Scheibenstand im Mühlenpark. Der Verein hatte da 213 Mitglieder. 1934 konnte ein eigener Schießstand eingeweiht werden. 1939 fand das letzte Schützenfest vorm 2. Weltkrieg statt. Nach dem Ende wurde während der Besetzung der Schießstand zerstört, das Inventar geplündert und das Gelände beschlagnahmt.

1950 erfolgte die Wiedergründung des Vereins. Geschossen wurde im Mühlenpark.

In den Folgejahren errangen Limmers Schützen zahlreiche große Erfolge bei Schießwettbewerben. Mit tatkräftiger Unterstützung vieler hilfreicher Hände, insbesondere der Sangesbrüder vom Männer- Gesang-Verein Limmer, konnte am 7. Oktober 1957 auf dem Gelände im Limmerbrunnen der neue Schießstand eingeweiht werden.

Seit 1960 gibt es jährlich einen Wettbewerb für Nichtschützen.

Nach dem Erwerb des Restgeländes gibt es auch einen gemütlichen Aufenthaltsraum.

Im Jahre 2014, zum 120jährigen Jubiläum, kann die Schützengesellschaft Limmer voller Stolz zurückblicken, aber auch hoffnungsvoll in die Zukunft schauen.

Als sich der Himmel über Limmer verdunkelte

Die Kriegsjahre 1940 – 1945

Nach Kriegsausbruch 1939 begann man auch in Hannover mit dem Ausbau der Luftschutzvorbereitungen, gleichwohl hielt die Propaganda noch 1940 feindliche Luftangriffe auf Hannover für unwahrscheinlich. Ein fataler Irrtum,. wie sich schon bald herausstellen sollte. Trotzdem wurde der Ausbau von Kellern als Luftschutzräume forciert, die Verdunkelung angeordnet und die Polizeistunde auf 24: 00 vorverlegt. Vernachlässigt wurde zunächst auch der Bau öffentlicher Luftschutzbunker.

Der 1. Luftangriff galt noch den Misburger Raffinerien, zunächst ohne größere Schäden. Am 10. Februar 1941 kam der 1. Großangriff auf Hannover mit 221 britischen Bombern, bei dem über 100 Menschen den Tod fanden.

Seit September 1939 wurden Lebensmittelkarten ausgegeben und Monatsrationen eingeführt. Im Februar 1941 wurde die Kinderlandverschickung mit zunächst 7.000 Schülern aus allen Stadtteilen nach Böhmen und Mähren durchgeführt.

Im Frühjahr 1943 begannen amerikanische und britische Verbände mit den Flächenbombardierungen rund um die Uhr. Nun bekam auch Limmer den geballten Krieg zu spüren. Bei dem Bombenangriff

am 18. Oktober 1943 wurden in Limmer 311 Wohnungen zerstört.

Am schlimmsten traf es die Häuser in der Friedhofstraße und dem Gartenweg. (heute Franz-Nause Straße). Auch die Firma Stichweh wurde schwer getroffen und 1944 stürzte ein abgeschossenes deutsches Flugzeug direkt auf den Schutzraum

von Stichweh, wobei das auslaufende Benzin sich entzündete und 29 Menschen den Tod brachte. Die St. Nikolai Kirche wurde ebenfalls arg beschädigt und die kleine Kapelle auf dem Friedhof an der Harenberger Straße durch eine Luftmine förmlich pulverisiert.

Trotz a1l dieser Schäden - das muss gesagt werden - kam Limmer noch ziemlich glimpflich davon.

Als am 10. April 1945 die Amerikaner über Harenberg in Limmer einmarschierten, versuchten an der Limmer Schleuse noch ca. 22 junge, unerfahrene Marine- soldaten die Amerikaner aufzuhalten.

Sie starben im Mörserhagel des Gegners, genauso wie der Kleingärtner Adolf von Echten aus der Harenberger Str. 45, der am frühen Morgen zu seinem Garten am Limmerbrunnen wollte, um die Kaninchen zu füttern. Da er auf Anruf wegen  Verständigungsproblemen nicht stehen blieb, wurde er erschossen.

Ansonsten verlief der Einmarsch aber friedlich. Während der anschließenden Besatzungszeit begann man mit den Aufräumungsarbeiten und versuchte so gut es ging, zu einem normalen Leben zurückzufinden.

Friedhöfe in Limmer

Der 3. Teil aus dieser Reihe, der Militärfriedhof Fössefeld, wird ebenfalls in der Ausstellung gezeigt.

Die Mitglieder des Archiv-Ausschusses hoffen auf viele Besucher sowie anregende Gespräche und Informationen zu diesen interessanten Themen, besonders von älteren MitbürgerInnen, die diese schweren Jahre noch selbst erlebt haben.

Die Ausstellung ist bis zum Gemeindefest im Juli 2014 zu den bekannten Öffnungszeiten (jeden 2. und 3. Sonntag im Monat von 15:00-17:00) zu besichtigen oder Sonderführungen auf Anfrage im Gemeindebüro unter 0511 21 04 284.

 

Text/Fotos: Rudolf Lotze

Letzte Aktualisierung: 29.12.2013

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1945: Panzer Ecke Wunstorfer Str./Kesselstr.

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1945: Gefangene in der Kesselstr. vor Fabrik Engelke

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Schützenausmarsch am Anfang des 20. Jhdts. durch die Tegtmeyerstraße. Im Hintergrund steht noch der Tegtmeyerhof

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Militärfriedhof Fössefeld