Bericht 69-13

 

 

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21.10.2013, 50 künstlerische Eindrücke zwischen Linden und Nordstadt
Street Art

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Stadtbücherei Linden: Die Vielfalt der Graffitis

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Wandbild in der Limmerstraße von Olf Lupin

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Kachel in der Limmerstraße von Olf Lupin

Grau und langweilig, so beschreibt die engagierte Hobbyfotografin mit einem Lächeln im Gesicht die Stadt ohne Street Art.

Der wachsame Beobachter kann das Stadtbild beinahe täglich im neuen Gewand für sich entdecken. Heike Rhein liebt es, wenn sie durch die Straßen streift und ihr verspielte und farbenfrohe Graffiti, Sticker, Strickgraffiti und Installationen begegnen, an denen sie sich erfreuen kann. An dieser Freude lässt sie auch andere teilhaben. Ihr instinktiver Blick für das Künstlerische hat ihr in den letzten 10 Jahren zu einer umfangreichen und vielfältigen Fotosammlung verholfen. Fröhliche Straßenkunst - Impressionen aus Linden und der Nordstadt sind noch bis zum 29. November in der Stadtbibliothek Linden veröffentlicht. Einige Motive dürften vielen Lindenern bekannt sein. Andere hingegen bleiben für nicht aufmerksame Menschen im Verbogenen. Die derzeitige Ausstellung bietet Interessierten die Möglichkeit, ihre bekannte Wohnumgebung mit den Augen der Fotografin zu sehen und auch einiges neu zu entdecken. Die Bilderrahmen der Ausstellung sollen „Fenster" darstellen, durch die der Betrachter hinaus auf die Straße schaut.

Die im Jahre 1972 in der Nordstadt geborene Heike Rhein richtete schon als Kind ihr Augenmerk auf das Außergewöhnliche und Farbenreiche. Ein kurzes Verweilen in Erinnerung zeigt für den Bruchteil einer Sekunde ein junges Mädchen, das von dem bunt bemalten Gebäude auf dem Sprengelgelände schwärmt. Immer mehr individuelle Eindrücke schärften ihre Wahrnehmung für die oftmals aufwendige Kunstform im öffentlichen Raum. Ein bevorstehender Umzug gab der Nordstädterin den Impuls die gestalteten Werke nicht nur als gedankliche Erinnerung zu behalten, sondern ihre stets fokussierten Aussichten jederzeit abrufbar festzuhalten.

Begeistert berichtet sie weiter von ihren Begegnungen mit  der Street Art in unterschiedlichen Gebieten Deutschlands. Wenn sie irgendwo unterwegs ist, nutzt sie jede Gelegenheit die Umgebung nach neuer oder ihr noch nicht bekannter Street Art auszukundschaften. Für gewöhnlich muss sie nicht lange nach den ihr angestrebten Plätzen suchen, sondern kann sich dabei auf ihre mit der Zeit sensibilisierte Spürnase verlassen.
„Ich hab wohl so´n Feeling dafür diese Orte zu finden. Zum Beispiel neulich in Düsseldorf habe ich zufällig genau die Straße gefunden, die komplett gestaltet war",  beantwortet Heike Rhein mit einem Grinsen.

Die Dokumentation der auftragslosen Kunst an oftmals strittigen Orten zeigt, dass es nicht nur Vandalismus-Kritzeleien gibt, sondern richtig gute Arbeiten zu finden sind. Oft ist es lohnenswert, einmal genau hinzuschauen und die liebevolle Hingabe der Street Art-Künstler und -Künstlerinnen in deren kleinen und großen Kunstwerken zu entdecken. Mittlerweile kann eine größere Akzeptanz der Graffiti-Technik festgestellt werden. Vor allem in Linden steigt die Zahl an Auftragsarbeiten an Hauswänden, die bei vielen Anwohnern als dekorative Verschönerung registriert werden. Das Besondere an dieser kreativen Ausdrucksweise findet Heike Rhein in der öffentlichen und offensiven Zugänglichkeit. „Die Kunst ist nicht nur für eine spezielle Gruppe von Menschen, sondern für die ganze Welt. Außerdem sehen einige Künstler die Aneignung des öffentlichen Raumes  mit ihren Werken auch als Gegenbewegung zur überall sichtbaren kommerziellen Werbung. Sie möchten ihr Umfeld visuell mitgestalten und tun dies einfach", so Rhein.

Internet: www.kulturtaeschchen.de

Ausstellung bis 29. November

Stadtbibliothek Linden, Lindener Marktplatz 1,

Mo, Do 12:00–19:00, Di, Fr 11:00-17:00, Sa 10:00-13:00

 

Text/Fotos: Vanessa Fenn/Heike Rein

Letzte Aktualisierung: 31.10.2013

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Heike Rein