Bericht 61-13

 

 

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So, 15.09.2013, in Linden-Nord bei Faust
kargah e.V. - Die Integrationsmeister

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Nach dem ersten Beitrag wird ein Diskussionsforum eingerichtet.

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Das große Team von kargah ist den Aufgaben entsprechend vielfältig zusammengesetzt. 

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Computerkurs für MigrantInnen und Flüchtlinge

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Sibylle Naß, Asghar Eslami, Ferdos Mirabadi

 

Gründer und langjährig Aktive

Es freut uns, dass wir Teil der Entwicklung kargahs zu einem interkulturellen  Zentrum sein konnten, das aus der Projektelandschaft Hannovers heute nicht mehr wegzudenken ist. Integration, Bildung und Schutz verfolgter Frauen und Flüchtlinge sowie die feministische, internationale Frauenarbeit ist und war immer ein besonders wichtiges Anliegen."

Asghar Eslami hat kargah mitgegründet, ist 1982 aus dem Iran geflohen, arbeitet heute als Koordinator und möchte sich langsam altersbedingt aus der aktiven Arbeit zurückziehen. Er hat in Deutschland Architektur und Soziologie studiert

Sibylle Naß, arbeitet die lange Zeit von knapp 25 Jahren als Beraterin für Flüchtlinge und MigrantInnen und hat vielen helfen können.

Ferdos Mirabadi ist seit 2004 dabei, gebürtige Iranerin, und kam 1979 nach der Iranischen Revolution nach Deutschland. Sie ist im Bereich Begegnungshaus, Koordination und Ausbildung tätig.

Als 1979 iranische Flüchtlinge Deutschland erreichten, standen sie erst einmal vor dem Nichts. Es müssen Leute mit einem starken Lebensmut und hohem Aktivitätsdrang gewesen sein. Denn schon 1980 gründeten sie kargah als Zusammenschluss für gegenseitige Hilfe und Unterstützung bei Alltagsproblemen. Der Name kargah heißt iranisch Werkstatt und in diesem Geist sollte es auch funktionieren. Eine Ideenschmiede für eine erfolgreiche Integration von Zugewanderten in die Gesellschaft entwickelte sich. 1985 wurde kargah als eingetragener Verein weitergeführt, womit dann auch eine wichtige Voraussetzung erfüllt wurde, um  für die weitere Arbeit mit staatlichen Stellen und anderen Einrichtungen dauerhaft zusammenarbeiten zu können.

Inzwischen ist kargah sehr vielsprachig ausgerichtet. Dazu gehören Türkisch, Russisch, Arabisch, Iranisch und viele weitere Sprachen.

Das Krisentelefon und SUANA

Weit über Linden und Hannover hinaus ist diese Einrichtung bekannt.

Mädchen und Frauen, die von Zwangsheirat bedroht sind oder sich in einer Zwangsehe befinden, können sich hier Rat und Hilfe holen. Auch FreundInnen, Lehrkräfte und MitarbeiterInnen von Behörden oder Beratungsstellen finden hier eine Anlaufstelle, um sich sachkundig zu informieren. Auf Wunsch kann die Beratung auch anonym durchgeführt werden.

Viele hundert Betroffene melden sich jedes Jahr auf der Suche nach Hilfe.

Krisentelefon: 0800 0667 888

Darüber hinaus gibt es das Projekt SUANA. Dort finden von Männergewalt betroffene Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen Beratung. Frauen ab 16 Jahre können sich kostenfrei und wenn gewünscht auch anonym an SUANA wenden.

Integration durch Bildung

Spracherwerb ist nach allgemeiner Lebenserfahrung das A und O einer erfolgreichen Integration. Daher sind ein wesentlicher Bestandteil des Bildungsprogramms von kargah die Deutschkurse, die sich an europäischen Normen ausrichten.

Auch herkunftssprachlicher Unterricht wird in vielen Sprachen angeboten, wie bspw. Griechisch, Kroatisch, Arabisch, Polnisch, usw.

Für Analphabeten gibt es auf Deutsch Grundlagenkurse. Hier kann schon weniges Erlerntes für die Betroffenen einen deutlichen Lebensgewinn bedeuten.

Das Bildungsangebot ist sehr umfangreich  und umfasst eine breite Palette für Schule und Beruf. Dazu gehören:

Nachhilfe, Leseförderung, Politische Bildung, Computerkurse, Werkstatt für Handwerk, Ausbildung und Umschulung, berufliche Qualifizierungsmaßnahmen uvm.

Die Bildungsangebote sind in ständiger Bewegung und werden nach den Bedürfnissen der Betroffenen ausgerichtet.

Ein schönes Zuhause

Wer die Räume von kargah und das zugehörige Café mit Mittagstisch bei Faust besucht, trifft auf schöne und angenehme Räumlichkeiten. „Sehr Vieles ist in Eigenarbeit durch unsere Mitglieder und Förderer entstanden", versichert uns Ferdos Mirabadi, die beinahe schon so etwas wie das Gesicht von kargah darstellt.

Die Finanzierung dieses Vereins erfolgt projektbezogen und setzt also eine entsprechende Planung und Durchführung voraus. Die Kooperationspartner sind dabei hauptsächlich öffentliche Einrichtungen wie Job Center, Stadt Hannover, Land Niedersachsen, EU, usw..

Die Werte
Gerade aufgrund der Herkünfte und der damit verbundenen Flüchtlingsschicksale liegen dem Verein die Menschenrechte sehr am Herzen.

So ist im Café eine Wandzeitung mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 angebracht. Beim Küchengartenfest 2009 wurden Unterschriften gegen die „Terrorherrschaft der Islamischen Republik Iran" gesammelt, was nicht allen gefiel.

Spenden

Wer Karga e.V durch eine Spende unterstützen möchte, findet hier die Bankdaten:
kargah e.V., Sparkasse Hannover, Konto: 48 20 05, BlZ 250 501 80

 

Weitere umfangreiche Informationen gibt es im Internet:

www.kargah.de

Kontakt: kargah e.V., Zur Bettfedernfabrik 1, 30451 Hannnover, 0511 126078-0

 

Text/Fotos: Klaus Öllerer/kargah e.V.

Letzte Aktualisierung: 22.09.2013