Bericht 59-13

 

 

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So, 08.09.2013, Tag des offenen Denkmals: das Frauen-KZ in Limmer
„Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?"

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Hier befand sich der Haupteingang des Arbeitslagers. Der äußere Tarnmattenzaun, der das KZ umschloss, ist durch Flatterband gekennzeichnet.

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Mitarbeiter des Arbeitskreises haben die Grenze des Lagers an der Ecke Stockhardtweg/Sackmannstraße markiert...

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.. hier wurde 1987 ein Gedenkstein aufgestellt.

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Zeitzeugenberichte von Lagerinsassinnen werden vorgelesen.

Das ist das Ziel: die Gedenkstätte an dem authentischen Platz errichten, genau hier, an diesem Ort, den Menschen die Gefahr von Fanatismus und Extremismus vor Augen halten. Der Arbeitskreis „Ein Mahnmal für das Frauen-KZ in Limmer" erinnerte mit einer öffentlichen Führung an das ehemalige Konzentrationslager auf dem Werksgelände der Continental AG.

Auf dem Gelände der zukünftigen Wasserstadt Limmer ist Sand ist aufgeschüttet, der Blick schweift über eine Ebene, einige Fabrikruinen warten auf Umnutzung oder Abriss, von einem Denkmal oder Grundmauern von Baracken ist hier nichts zu sehen. In der heutigen Topografie gibt es keinerlei Erinnerungen an das Konzentrationslager. Rot-weißes Flatterband und farbige Linien kennzeichnen einen Umriss, der Arbeitskreis hat die genaue Lage des KZ auf dem Gelände der ehemaligen Continental AG markiert. Der später erbaute Stockhardtweg streift das Areal, und wenn das Wasserstadtkonzept umgesetzt worden ist, wird der Standort des ehemaligen KZ mit Wohnhäusern überbaut sein. Während der einstündigen Führung über das Lagergelände wurden neben der Schilderung historischer Geschehnisse Zeitzeugenberichte damaliger KZ-Frauen vorgelesen. Sie gaben Einblick in den Lageralltag in Limmer. Die KZ-Frauen in ihrer gestreiften Häftlingskleidung waren im Stadtteil präsent, die Anwohner konnten von den oberen Stockwerken der benachbarten Häuser in das Arbeitslager hineinsehen, umgekehrt schauten die Lagerinsassen auf die St. Nikolaikirche, auf Bauernhöfe und die Kleingärten am Kanal. Die meisten KZ-Aufseherinnen waren ehemalige Conti-Arbeiterinnen, viele wohnten in Limmer. Sie beaufsichtigten die bis zu 1000 weiblichen Häftlinge, die als billige Arbeitskräfte unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit für die Continental AG und die Brinker Eisenwerke leisten mussten.


Seit 1987 weist eine kleine Gedenktafel an der Ecke Stockhardtweg/Sackmannstaße auf den Standort des KZ hin.

Auf Beschluss des Bezirksrates und der Initiative des Arbeitskreises soll ein angemessener Ort des Gedenkens geschaffen werden. Die Conti ergreift keine Initiative, die eigene Vergangenheit aufzuarbeiten und lässt weder Mitglieder des Arbeitskreises noch andere Historiker in den Firmenarchiven recherchieren.

Einen ausführlichen Überblick zur Geschichte des Konzentrationslagers in Limmer, Informationen zum Arbeitskreis sowie zahlreiche Literaturhinweise und Links zum Weiterlesen unter www.kz-limmer.de

 

www.wassersportfreunde98.de

 

 

Fotos/Text: Babette Zühlke-Thümler
Letzte Aktualisierung: 04.09.2013