Bericht 16-13

 

 

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Mi, 20.02.2013, Gastwirtschaft Rackebrandt
34. Wirtschaftsforum Lebendiges Linden
Einladung/Tagesordnung - www.lebendiges-linden.de 

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Nach dem ersten Beitrag wird ein Diskussionsforum eingerichtet.

Beim 34. Wirtschaftsforum erschienen, wie bei den letzten Veranstaltungen auch, überwiegend Geschäftsleute aus Linden. Insgesamt versammelten sich 44 Personen. Durch das Treffen führte wie immer Gisbert Fuchs aus dem Vorstand der Hannoverschen Volksbank.

TOP Fahrradfreundliches Linden - Einkaufen mit dem Fahrrad

Frau Ganseforth, stellv. Bundesvorsitzende des VCD, stellte Ideen für ein kundenfreundliches Einkaufen mit dem Fahrrad vor.

Im Gegensatz zu früher würde der Fahrradkunde in Linden heute ernst genommen werden. Die Vielfalt von Rädern habe zugenommen und auch diejenigen mit hohen Einkommen fahren viel Fahrrad. Die Infrastruktur sei jedoch unzureichend. Abstellanlagen würden fehlen und die vorhandenen seien nicht ausreichend. Geschäfte könnten Extras einführen wie Luftpumpmöglichkeiten oder Rabatte für Fahrradkunden. Auf der Limmerstraße könnten sich Geschäftsleute für einheitliche Fahrradabstellanlagen zusammentun und der Bezirksrat könnte sich für entsprechende Anlagen einsetzen.

TOP Freizeitheim Linden

Matthias Bamberg stellt sich als neuer Leiter des Freizeitheim Lindens vor und kündigte gemeinsame Veranstaltungen mit dem Verein Lebendiges Linden an. Die Anstellung als Leiter ist derzeit auf zwei Jahre befristet.

TOP Bauliche Veränderungen in Linden - „Fluch oder Segen" - Inhalt: Gentrifizierung oder doch nicht?

Gisbert Fuchs gab zum Anfang der Diskussion einen Überblick über die Ursachen der gegenwärtigen Preissteigerungen im Immobilienmarkt. Demnach wären die Rahmenbedingungen am Finanzmarkt als Folge der Finanzkrise durch niedrige Renditen gekennzeichnet, so dass Anleger verstärkt in Immobilien investieren, was dann zu Preissteigerungen führen würde. Zusätzlich würde der Demografische Wandel dazu führen, dass verstärkt Leute vom Land in die Städte ziehen. In Hannover wären die Preisanstiege moderat, hätten ein mittleres Niveau und es gäbe keine Übertreibungen. Es gäbe auch keine alarmierenden Anzeichen, dass Ärmere verdrängt würden.

Sehr ernst dagegen sind die Vorgänge wie Hausbesetzungen und Farbbeutel gegen Denn's zu sehen. In diesem Zusammenhang sähe er auch die in der örtlichen Presse zitierten Äußerungen des Bezirksbürgermeisters Rainer-Jörg Grube, der Verständnis für den Unmut gegen Denn's geäußert hatte, ohne sich gleichzeitig von Anschlägen dort zu distanzieren. Diesbezüglich zitierte Gisbert Fuchs aus der Satzung des Vereins in der sinngemäß alle Aktivitäten gefördert werden, die den Stadtteil als positiven Lebensraum darstellen und weiterentwickeln, sowie alle Einkommensschichten mit einbeziehen. Stillstand sei Rückstand und Investieren sei natürlich nichts Verwerfliches. Der Bezirksbürgermeister war eingeladen worden, hatte sich jedoch wegen anderer Termine entschuldigt.

Hans-Jürgen Giesecke, Vereinsvorsitzender, stellte die Frage nach den Fakten zu der These von einer Gentrifizierung. Er sah nichts dergleichen und sprach davon, dass einige Leute die Fakten gar nicht hören wollen, da das nicht in ihre Ideologie passen würde.

Steffen Mallast, Bezirksratsherr der Grünen, war der Einzige an diesem Abend, der versuchte mit inhaltlichen Argumenten die These von einer Gentrifizierung im Stadtbezirk zu verteidigen. Dazu bezog er sich auf einen sinkenden Anteil von Migranten in Linden-Nord, wie es in einem PDF als Download innerhalb einer Stellungnahme der Kampagne Ahoi zu sehen ist. Aus seiner Sicht findet ein anfänglicher Gentrifizierungsprozess statt von dem er glaubt, dass sich das im Laufe der Zeit weiter bestätigen würde. Als Geschäftsinhaber könne man das natürlich auch anders bewerten. Letzteres fand Widerspruch bei Geschäftsleuten, weil man das mit Hinweis auf beispielsweise 1-Euro-Läden nicht verallgemeinernd sagen könne.

Peter Holik von Outdoor erzählte emotional von seiner Erfahrung von fünf Runden zu dem Thema bei denen jeweils alle einig waren, dass es keine Gentrifizierung hier geben würde. Das Problem seien HARTZIV und Leiharbeit.

Jörg Schimke, Bezirksratsherr der Grünen, sah Probleme durch Leute, die von außen kommen und zum Investieren und Spekulieren Anlagen suchen. Darauf müßte man achten und rechtzeitig agieren, bevor die Sache aus dem Ruder laufen würde.

Ernst Barkhoff, ehem. SPD-Ratsherr, unterscheidet zwischen dem sachlichen Teil zum Wohnungsmarkt und der Ideologie, die er für sehr schädlich für den Stadtbezirk hält. Er sieht keine Sonderentwicklung in Linden und also auch keine Vertreibung von Schwächeren. In Linden gäbe es eine große Solidarität zwischen allen Schichten. Diese Solidarität würde mit Einwerfen von Scheiben und Farbanschlägen in Frage gestellt. Die ideologische, absolut zerstörerische Debatte richte einen immensen Schaden an, da sie spaltet und müsste daher unbedingt beendet werden.

Einen Lachkrampf würde ihn befallen, wenn er läse, dass in einer Phase IV der Gentrifizierung eine Bohème durch eine Bourgoisie verdrängt werden würde. Und diese Bourgoisie würde dann in eine 60m2-Wohnung ziehen?

Es wäre eine ganz wichtige Aufgabe vom Bezirksrat und allen Beteiligten den Zusammenhalt zu stärken. Aber das Gegenteil würde gemacht mit ganz falschen Argumenten. Und das führe nun dazu, dass sich auch der letzte Wohn- und Hauseigentümer überlege, ob er nicht mehr an Miete nehmen könne.

Ein wirkliches Problem gäbe es bei HARTZIV. Aber es wäre Erwin Jordan, der verantwortliche Sozialdezernent bei der Region und von den Grünen, gewesen, der die Förderungen zurückgeschraubt hat. Die Grünen sollten dringend eine Debatte darüber führen wie soziale Politik für Linden aussehen müsste und dabei auch ihren Sozialdezernenten Jordan mit einbeziehen - anstatt, dass Scheiben eingeschmissen würden.

Jörg Schimke, Bezirksratsherr der Grünen, stimmte Barkhoff in der Kritik an Jordan zu und fand, dass dieser ein "harter Hund" sei.

Mehrere Redner betonten, dass die Gentrifizierungsdebatte den Stadtteil unberechtigt in einem negativen Licht erscheinen lassen würde.

Ergänzende Informationen:

* Was gegen eine Gentrifizierung im Stadtbezirk spricht

* Rainer-Jörg Grube: Präsentation zur Gentrifizierung in Linden

* Spezial: Gentrifizierung oder was?

TOP Zinnober, ein Museum für Kinder e.V.

Das Projekt Kindermuseum in Linden-Limmer wurde ausführlich von Cara Casuhac und Renate Dittscheidt-Bartolosch vorgestellt. Ein neuer Ort für Kinder und Familien entsteht in Linden-Mitte. Der Verein „Zinnober - Ein Museum für Kinder und Jugendliche in Hannover" will dort dauerhaft Ausstellungen zum Mitmachen und Mitgestalten anbieten. Bereits bei der Einrichtung der Ausstellungsräume werden Kinder und Jugendliche mitmachen können. In mehreren Projekten im Laufe des Jahres werden sie ihre Ideen für das Kindermuseum einbringen und gestalterisch umsetzen. Die Eröffnung ist noch für 2013 vorgesehen.

Mehr Infos über Aktivitäten und zum Konzept Kindermuseum gibt es auf der Internetseite kindermuseum-hannover.de

TOP Verschiedene Aktivitäten

Linden sendet

Peter Holik von Outdoor stellte das Projekt Linden sendet vor. Dabei handele es sich um ein Schaufensterfernsehen für Linden.Das sei ein täglich aktuelles, digitales Nachrichtenportal im öffentlichen Raum. Gesendet würde auf großen digitalen Displays in Schaufenstern Lindener Geschäfte. Es bringe Kurzmeldungen über Lindener Ereignisse und Geschichten, informiere über Veranstaltungen und Events in und um Linden, diene der Mitteilung von Anliegen der  Bürger aus Linden und werbe für Produkte und Dienstleistungen.

Linden-Mitte - LindenGut e.V.

Herr Huchthausen berichtete über die erfolgten Weihnachtsbeleuchtungen und geplante Aktivitäten wie das Himmlische Vergnügen und das Blaue Wunder am 07. April.

Stadtteilführer Linden

Gisbert Fuchs berichtete den aktuellen Stand zum Stadtteilführer Linden. Die ersten Kapitel seien fertig, ab Februar würde eine Social Media Kampagne gestartet, die Anzeigen-Akquise würde laufen und die Auflage soll 5.000 Stück betragen.

Stadt-Hannover-Preis

Das HutUp-Hutatelier gewann den "Stadt-Hannover-Preis" wozu Gisbert Fuchs der Inhaberin Astried Ries unter Beifall der Anwesenden gratulierte.

Linden-Film, 900 Jahre Jubiläum

Ekki Kähnen vom Medienhaus Hannover stellte die CD zum Film "Linden, ein Liebeslied" vor und berichtete über geplante Aktivitäten zum 900jährigen Jubiläum von Linden 2015.

 

Das 35. Wirtschaftsforum wird am 19. Juni 2013, 19:00 wieder in der Gaststätte Rackebrandt stattfinden.

 

 

 

Fotos/Text: Klaus Öllerer
Letzte Aktualisierung: 25.02.2013, 15:46

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Frau Ganseforth, stellv. Bundesvorsitzende des VCD, stellte Ideen für ein kundenfreundliches Einkaufen mit dem Fahrrad vor.

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Vierundvierzig Personen erschienen zum Wirtschaftsforum am 20. Februar 2013.

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Matthias Bamberg stellt sich als neuer Leiter des Freizeitheim Lindens vor.

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Gisbert Fuchs, Vorstand der Hannoverschen Volksbank, gab einen Überblick über die Ursachen der gegenwärtigen Preissteigerungen im Immobilienmarkt.

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Hans-Jürgen Giesecke, Vereinsvorsitzender, sah keine Fakten zu der These von einer Gentrifizierung, sondern nur Ideologie.

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Steffen Mallast, Bezirksratsherr der Grünen, war der Einzige an diesem Abend, der versuchte mit inhaltlichen Argumenten die These von einer Gentrifizierung im Stadtbezirk zu verteidigen.

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In der Debatte um Gentrifizierung unterscheidet Ernst Barkhoff, ehem. SPD-Ratsherr,  zwischen dem sachlichen Teil zum Wohnungsmarkt und der Ideologie, die er für sehr schädlich für den Stadtbezirk hält.

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Peter Holik von Outdoor stellte das Projekt Linden sendet vor.

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Das Projekt Kindermuseum in Linden-Limmer wurde ausführlich von Cara Casuhac und Renate Dittscheidt-Bartolosch vorgestellt.

2013.02.15_PlanerInnetreff_13_12_2_Auszug_Paesentation_Angebotsmieten_K_1

Die Angebotsmieten in Linden-Nord haben sich in den letzten Jahren eher ähnlich entwickelt wie im hannoverschen Durchschnitt.

>> Quelle

2013.02.15_PlanerInnetreff_13_12_2_Auszug_Paesentation_Transferleistungempfaenger_K_1

Der Anteil der Transferleistungempfänger ist auf hohem Niveau annähernd gleich geblieben, trotz abnehmender Belegrechte.

>> Quelle