Bericht 60-12

 

 

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Fr, 16.11.2012, Neues Projekt vom Arbeitskreis Stadtentwicklung Limmer
Limmer Brunnen
Der Arbeitskreis (AK) Stadtentwicklung Limmer will eine Hinweistafel am
Limmer Brunnen aufstellen

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Man gab sich mondän im Heilbad am Limmerbrunnen. Bereits im Jahr 1793 wurde an der schwefelhaltigen Quelle das erste Badehaus errichtet.
Noch im Jahr 1961 lief der Kurbetrieb, an die 10.000 Bäder wurden hier verabreicht, 1963 wurde der Badebetrieb eingestellt. Die Anlage ging in den Besitz der Stadt über. Das Ausflugslokal im romantischen Wäldchen am Limmer Brunnen florierte bis zu einem Brand im Festsaal im Jahr 1976. Danach war Schluss. Nach dem Abriss der Kuranlage und der Gaststätte breitete sich wieder die Natur am Limmer Brunnen aus. Seit 2011 steht das „Limmer Holz" unter Landschaftsschutz, an die 50 Vogelarten leben in diesem idyllischen Biotop. Der Ort macht den Eindruck, als hätte es das Kurhaus gar nicht gegeben. Der Arbeitskreis Limmer kümmert sich seit 1991 um die Belange Limmers und seiner Menschen. Die Mitglieder haben es sich jetzt zur Aufgabe gemacht, in Zusammenarbeit mit der Stadt Hannover den kulturhistorisch wichtigen Ort am Limmerbrunnen zu markieren.

 Am 09. November unternahm der AK Limmer eine Ortsbegehung in dem Wäldchen zwischen der Sichelstraße am Zweigkanal Linden und dem TSV Sportplatz. Die Heilquelle ist inzwischen verortet worden: Der Stadtbauhistoriker Sid Auffarth stellte fest, dass selbst in den neueren Plänen, die vor 10 Jahren an die Sanierungskommission gingen, die Quelle am Limmer Brunnen eingezeichnet ist. Es gibt dort einen Steinblock, den Hiltrud Grote, die damalige Bürgermeisterin, aufstellen lassen hat. Auf dem gab es wohl auch eine Hinweistafel auf die Bedeutung dieses Ortes, aber die Tafel ist längst verschwunden. Eine kleine Senke links neben dem Steinklotz, dort wird jetzt die Quelle vermutet. Nicht sprudelnd, irgendwo unter der Erde sickert schwefelhaltiges Wasser durch einen Spalt im Gestein. Vielleicht ist noch eine Brunneneinfassung, ein Rohr oder ähnliches zu finden. Man sollte dort mal buddeln. 

Am 16.11. 2012 gab es eine erneute Begehung, dieses Mal unter Beteiligung der Stadtverwaltung. Ulrich Schmersow, Bereich Forsten, Landschaftsräume und Naturschutz, sieht die Chance die Finanzierung einer Gedenktafel am Limmer Brunnen hinzukriegen. Es würde sich anbieten, den vorhandenen Stein in die Informationsfläche mit einzubeziehen. Auf weitere Veränderungen würde der Landschaftsplaner verzichten, bezeichnend für den Limmer Brunnen seien das Naturerlebnis und der alte Baumbestand mit außergewöhnlichen schönen Exemplaren. Was das Auffinden der Schwefelquelle angeht, wird der Stab an die Grundwassermessstelle der Landeshauptstadt Hannover weitergegeben. An der vermuteten Quelle soll vorsichtig nach dem Wasser gesucht werden, ohne dabei die Baumwurzeln zu beschädigen. 

Die Initiative „Lebensraum Linden", möchte mit Horst Bohne und weiteren Zeitzeugen einen Rundgang im Limmer Holz anbieten. Damit wird sich die Geschichte dieses Ortes sicher weiter verdichten.   www.lebensraum-linden.de/internet

 Das Wäldchen am Limmer Brunnen wurde im April 2011 zum Landschaftsschutzgebiet erklärt, hier ein Bericht dazu: www.hallolinden.de/2011/html/bericht_20-11.html

 

Fotos/Text: Evi Schaefer
Letzte Änderung: 17.11.2012

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Der AK Limmer wälzt alte Pläne, um die Lage der Quelle zu ermitteln.

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Postkarte von 1967. Sammlung Jürgen Wessel

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Links neben dem Steinblock wird die Quelle vermutet

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Hier muss das Badehaus gestanden haben.

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Zeitzeugen aus der Nachbarschaft berichten, dass dieses Rohr so groß war , dass ein siebenjähriger Junge darin stehen konnte

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Auf dieser Lichtung florierte das Kurhaus

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Vergleichsbildaktion mit Goole Earth und alten Plänen

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Das „Celler Rohr" im Wäldchen am Limmerbrunnen gehört zur Anlage des Zweigkanal Linden. Es gibt noch ein zweites davon

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Das Auslassrohr des Badehauses ist gefunden worden. Das schwefelhaltige Badewasser ließ man einfach versickern