Bericht 35-12

 

 

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Mi, 11.07.2012, Bezirksrat Linden-Limmer
„Das macht uns krank"

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Anwohner aus Linden und Limmer bei der Einwohnerfragestunde

Erstmalig wurde über die Probleme in Limmer öffentlich geredet. Im Haus der Wunstorfer Str. 47 „hat sich eine Parallelgesellschaft gebildet.", so der anwesende Kontaktbereichsbeamte der Polizei. Für die Anwohner bedeutet das nach ihren Schilderungen „Diebstähle, Vermüllung, Nötigung wie Abzocke von Jugendlichen".  „Man traut sich nicht mehr dort entlangzugehen oder Tore aufzumachen" und „Einschüchterung" würde sich breit machen. So lauteten die dramatischen Schilderungen in der Bezirksratssitzung am 11. Juli. „Wenn diese Leute das Haus als Eigentum erwerben würden,  dann werden wir die nie los.", meinte eine Teilnehmerin auf die Probleme bezogen. „Also rausschmeißen", bemerkte daraufhin Bezirksbürgermeister Grube und stellte einen Zusammenhang mit fremdenfeindlichen Parolen her.

Diese kleine Szene zeigte, dass bereits ein Prozess der Entfremdung zwischen hiesiger Politik und den betroffenen Bürgern eingesetzt hat. Auch  die Anwohner der Limmerstraße beschwerten sich massiv über das wahrgenommene Desinteresse des Bezirksrates an diesen Themen. „Herr Grube, ich möchte, dass Sie zuhören", entfuhr es einem Teilnehmer, als er einen gegenteiligen Eindruck hatte.

Für die Betroffenen ist die Lösung dieser Probleme dringend. „Wir Anwohner können nicht mehr. Das macht krank." , hieß es. Da spendet es ihnen nur wenig Trost, wenn jetzt eine Befragung mit Auswertung  durchgeführt werden soll, dessen Ergebnisse im September vorgelegt werden.

Der anwesende Kontaktbereichsbeamte der Polizei schilderte seine Erkenntnislage. Danach wären bei einer Überprüfung in der Wunstorfer Str. 47 nur Personen angetroffen worden, die dort auch gemeldet sind. Das hatte einen Aufschrei vieler Anwohner zur Folge. Sie entgegneten, das dort alle vier Wochen die Bewohner wechseln würden und es 40-60 Personen dort sein müssten. Es tauchen dort Autos aus ganz Europa auf und von dort aus werden auch Kinder zum Betteln mit in die Stadt genommen. Die Entwicklung dort hätte auch eine viel größere Dimension wie die eines Europastützpunktes.

Bis dahin hatte niemand ausgesprochen, dass die Probleme in der Wunstorfer Str. 47 von Roma verursacht würden.

Katrin Langensiepen (Grüne) aus dem Rat machte Ausführungen zur schwierigen Situation der Roma und die Unterstützung von ihnen in Hannover.

Bezirksbürgermeister Rainer Grube erklärte mehrmals, dass er eine Reihe von anonymen Anrufen mit fremdenfeindlichem Inhalt erhalten hätte.

Außerdem wiesen er und Bezirksratsherr Olaf Zielke (Grüne) darauf hin, dass sie ihre Tätigkeit nur ehrenamtlich machen würden und deswegen nicht so viel Zeit hätten, um sich um die Probleme entsprechend zu kümmern.

Bezirksratsfrau Gabriela Steingrube (CDU) erklärte ihr Verständnis für die Situation der Anwohner und schilderte die Probleme am Lindener Markt, als dort vor einiger Zeit ebenfalls viele Trinkende eine Quelle der Unruhe waren.

Über Gustav Dohrmann von der Limmerstraße hatten wir zuletzt berichtet. Er teilte uns mit, dass er seit dem Beschimpfungen und Bedrohungen aus der entsprechenden Problemgruppe ausgesetzt ist. Aus der ansässigen Bevölkerung hat er viel Zustimmung erfahren.

Es wurden schließlich Runde Tische mit den betroffenen Anwohnern und Zuständigen vereinbart.

Kontakt: Herr Wescher, 0511 168 - 451 55

Hinweis: ergänzt gegenüber der Linden-Limmer Zeitung 07-12

 

„Bier ohne Lärm"

von Anwohnern der Limmerstraße

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Anwohner der Limmerstraße diskutieren ihre Lage.
v.l.n.r.: Sven, Axel, Thomas, Jessica, Stefani

„Bier ohne Lärm – Linden für alle" ist unser Motto für ein gesundes Miteinander, das auf gegenseitige Toleranz aufbauen sollte. Wir Anwohner sollten uns ein Herz fassen, aufeinander zugehen und auch Flagge zeigen.

Sich hinter verschlossenen Fenstern allein zu ärgern, ist ungesund und es ist durchaus nicht kleinbürgerlich, wenn wir in unserem angestammten Lebensraum auch gern ein positives Lebensgefühl haben möchten, das nicht durch Dauergeräusche (Flaschengeklapper, laute CD-Player, Gegröle etc.) negativ besetzt wird. Ein lebendiges Linden ist absolut wünschenswert.

Wenn der Lebensraum der Anwohner nicht als solcher wahrgenommen wird, muss bei den „Limmerern" wahrscheinlich überhaupt erst einmal das Bewusstsein geschaffen werden. Was gern als mediterranes Flair bezeichnet wird, stellt sich für uns eher als wenig mediterranes "Ballermann" auf Mallorca dar.

nreflektierte Ansagen wie „Dann zieh doch in die Südstadt" sind nicht hilfreich und erinnern eher an spießige Stammtischsprüche à la „Dann geh doch rüber, wenn es Dir hier nicht passt" aus den Zeiten des Kalten Krieges in den 70ern.

 

 

Text/Fotos: Klaus Öllerer
Letzte Aktualisierung: 25.07.2012

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Ein Anwohner der Limmerstraße eröffnet die Fragestunde und kritisiert die Untätigkeit des Bezirksrates.

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Auch Axel ist Anwohner der Limmerstraße und hat einiges zu schildern.

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Die Zuschauerplätze waren überwiegend von Anwohnern der Wunstorfer Str. 47 und der Limmerstraße belegt.