Bericht 24-12

 

 

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Do, 17.05.2012, Reise von Linden in die Türkei
Süper-Millionen-Metropole Istanbul

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Ein Reisebericht von Klaus Öllerer

Meine türkischstämmigen Bekannten in Linden fingen gleich an zu schwärmen. Sie hatten gerade erfahren, dass wir, meine Frau Sabine und ich, nach Istanbul reisen wollen. Ihre leuchtenden Augen sagten mir, dass wir etwas Besonders erwarten würden. "Istanbul ist Multikulti - ein bisschen wie Linden, bloß viel größer", hörten wir.

Das "viel größer" hat es allerdings in sich. Istanbul hat inzwischen 16 Mio Einwohner. Zum Vergleich: Berlin hat als größte Stadt Deutschlands "nur" 3,5 Mio Einwohner.

Das Besondere an Istanbul ist jedoch das Wachstum. Eine große Anzahl Menschen aus Anatolien und/oder verschiedenen anderen Konfliktgebieten strömten in die Stadt. Von Mitte der 80er mit 6 Mio hat sich inzwischen die Bevölkerung auf 16 Mio fast verdreifacht. Und das in nur 25 Jahren! Das wäre so, als wenn Berlin jetzt über 8 Mio Einwohner hätte. Es ist mir unvorstellbar, wie wir so etwas in Deutschland verkraftet hätten.

Istanbul und die Türkei haben es jedoch so gut es geht verkraftet und das Wachstum geht sogar weiter. Die Stadt erlebten wir voller Dynamik. Alle wirken sehr fleißig und wer keinen Job hat, der macht sich einen - so jedenfalls unser Eindruck. Beispiele sind Warenanlieferungen mit Handkarren oder vielfältigste Angebote an Touristen für Dieses und Jenes. Allein die zahlreichen Toiletten dürften viele Arbeitsplätze geschaffen haben. Handarbeit in unterschiedlichsten Formen scheint vielfach nachgefragt zu sein.

Die Stadt wird ständig sauber gehalten. Auch in den Armenvierteln, wo unser Hotel lag (wir waren zufrieden), wurde viel gefegt. Es gibt viel weniger Graffiti als bei uns. Das Leben wirkt nicht unbeschwert. Alle müssen sich für ihren Lebensunterhalt abstrampeln und rücken dabei  den Touristen auch öfters etwas zu eng auf die Pelle.

Überraschung Verkehr

Die Straßen sind voll. Nein - sie sind supervoll. Eigentlich ist in den engen Gassen gar kein Platz mehr. Und doch: alles fließt!. Es gibt keine Blockaden und alle sind kooperativ und nicht gereizt. Der Verkehr ist ein Phänomen. Nach einiger Zeit hatten wir den Bogen raus. Wir lernten, dass das Überqueren der Straßen ein kooperativer Vorgang ist. Dabei spielt die Ampel eine wichtige, aber nicht immer die entscheidende Rolle. ;-)

Die Süperstadt

Istanbul ist das führende Wirtschaftszentrum des Landes. Vierzig Prozent (!) der türkischen Wirtschaftsleistung werden hier erbracht und Deutschland ist der wichtigste Handelspartner.

Einerseits konzentrierten wir uns auf die Besichtigung der üblichen Sehenswürdigkeiten. Andererseits hatten wir ein sehr offenes Auge für die vielen kleinen Dinge, von denen wir hier auch ausführlich berichten.

Religionen

Die Türkei ist ein islamisch geprägtes Land mit nichtreligiösem  Anspruch (Laizismus). Wie geht es den anderen Religionen dort? Sind sie frei in ihren Tätigkeiten?

Wir sprachen mit Christen in Istanbul. Sie haben es nicht leicht. Und das ist noch milde ausgedrückt.
Mehr dazu gibt es weiter unten.

 

Wir blieben die ganze Zeit auf der europäischen Seite des Bosporus - dort wo auch die meisten historischen Stätten liegen.

 

Fotos/Text: Klaus Öllerer
Letzte Aktualisierung: 27.05.2012

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Aus der christlichen Sophienkirche  wurde nach der islamischen Eroberung Istanbuls 1453 die  Moschee Hagia Sophia und die ist heute ein Museum. Bedeutende christliche Mosaike mit Abbildungen von Jesus sind teilweise noch gut erhalten.

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Der Galataturm wurde 1348-49 als Christus-Turm errichtet und ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. Oben befindet sich ein Restaurant und ein Nachtclub.

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Besuch im Großen Basar. Die vielen Fahnen hängen vermutlich wegen eines gerade anstehenden Feiertages dort.

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Eine von zwei Brücken über den Bosporus. Diese wurde 1973 unter deutscher Beteiligung gebaut. 1988 wurde die zweite Brücke fertig gestellt. Links liegt Europa.

Von Linden in die Welt - weitere Reiseberichte:

2012 - Süper-Millionen-Metropole Istanbul

2011 - Eindrücke: von Linden nach Rom und zurück in 5 Tagen

2005 - Peking im Aufbruch

2002 - Austin/Texas - Salt Lake City - Seattle