Bericht 22-12

 

 

© Copyright    Die Inhalte angeführter Links und Quellen werden von diesen selbst verantwortet.

Fr, 11.05.2012, Polizei PI West
Auf Streife in Linden-Limmer

Beitrag kommentieren
Nach dem ersten Beitrag wird ein Diskussionsforum eingerichtet.

Um zwanzig nach neun ging es los. Ich durfte zwei Kollegen von der PI West auf ihrer nächtlichen Streife begleiten. Die  Nacht von Samstag auf Sonntag hatte ich mir ausgesucht, weil da vielleicht mehr Aufregendes zu erwarten war. Es blieb dann aber doch eher ruhig.

Zuerst bekam ich eine Leuchtweste verpasst, auf der schön groß „Polizei" stand. „Damit jeder sieht, dass Sie zu uns gehören" war die freundliche Erklärung.

Gleich beim ersten Einsatz ging es um ein vermisstes Kind. Ein 11-Jähriger war nicht aus der Schule gekommen. Die Fahrt führte zu dem getrennt lebenden Vater in Linden-Nord. Er hat Näherungsverbot und man wusste nicht, wie er uns empfängt. Für die Polizisten sind Sicherheitsvorkehrungen ein ständiger Begleiter.

Die Haustür wurde verkeilt, so dass sie ständig offen blieb (Fluchtweg). Die  Bereitschaft an der Wohnungstür sich sofort gegen eine Attacke wehren zu können war an der Körperhaltung und Aufstellung beider Kollegen abzulesen. Doch es öffnete niemand. Auch von den Nachbarn war nichts zu erfahren. Eine weitere Streifentour in der unmittelbaren Umgebung zur Suche nach einem Mann mit Kind brachte ebenfalls kein Ergebnis.

Dann ging es ohne konkreten Auftrag im „Streifenmodus" weiter. Eine Radfahrerin ohne Licht und mit Handy am Ohr wurde in der Stephanusstr. angehalten und freundlich ermahnt.

Beim nächsten Auftrag sollte ein Haftbefehl in Linden-Süd vollstreckt werden. Ein EU-Bürger war wegen Erschleichung von Leistung verurteilt worden und hatte die Geldstrafe nicht bezahlt und auf Briefe auch nicht reagiert. Der Zufall wollte es, dass sein Aufenthalt durch eine Personalienfeststellung am Nachmittag erfasst wurde. In der aufgesuchten Wohnung wurde der Betreffende auch angetroffen. Den notwendigen Geldbetrag hatte er nicht und konnte durch seine anwesende Bekannte dort auch nicht aufgebracht werden. Es war beeindruckend zu sehen, wie die Polizisten durch engagierte Hilfsbereitschaft immer wieder versuchten Lösungen zu finden. Am Ende schließlich half es nichts. Die Einlieferung in die Justizvollzugsanstalt an der Schulenburger Landstraße wurde durchgeführt, was auf mich wirkte wie ein Ausflug in eine völlig andere und unbekannte Welt, wie man sie  sonst nur aus Filmen kennt.

Um ruhestörenden Lärm ging es bei den folgenden Einsätzen in Limmer und Linden-Mitte. Im einen Fall konnten feiernde Studenten dazu bewogen werden eine Tür zu schließen, damit die Nachbarn es ruhiger hatten. Der andere Fall war schwieriger und kurzfristig wenig lösbar. Ein Mieter verursachte immer wieder Tag- und Nacht viel Lärm, was die arbeitenden Nachbarn auf die Palme brachte. Hier half  - sicher nur vorübergehend - eine Ermahnung.

Deutlich nach Mitternacht verabschiedete ich mich um einige Erfahrungen reicher.

Text/Fotos: Klaus Öllerer
Letzte Aktualisierung: 23.05.2012

2012.05.04_IMG_4851_1_1_2

Christoph Holbers und Kathrin Knittel, beide Polizeikommissare, starten zur Streife in Limmer und der Berichterstatter durfte dabei sein - zu Sicherheit gekennzeichnet mit einer Signalweste mit dem Aufdruck: Polizei.

Mehr Berichte zur PI West:

Wenn unsere Sheriffs einladen ....

Auf Streife in Linden-Limmer

PI West und mehr ...