Bericht 20-12

 

 

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So, 29.03.2012, Fössebad
Was wird aus dem Fössebad?

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Muss das Freibad in dieser Saison geschlossen bleiben?

Beinahe wie ein Lauffeuer machte die Meldung vom Schließen des Freibades im Stadtbezirk die Runde. Eine Schließung gab es bisher bei allen Schwierigkeiten in der Vergangenheit noch nicht. So erschienen zur letzten Bezirksratssitzung auch über 200 besorgte und empörte Zuschauer, um ihrem Anliegen nach Weiterbetrieb des Bades Ausdruck zu geben.
Der Grund für die Schließung ist schnell erzählt. Die Vorschriften zur Wasseraufbereituzng haben sich in den letzten Jahren verändert. Das Fössebad wird mit einer Technik der 50er Jahre betrieben, die die heute geforderten Messwerte (freies Chlor) nicht so einhalten kann wie gefordert. Das ergaben Messungen im letzten Jahr. Eine Aufrüstung käme einem teilweisen Neubau gleich und wird mit 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Es geht jedoch noch um viel mehr. Für die langfristige Zukunftsfähigkeit erscheint dem  Betreiber, der Fössebad Betriebsgesellschaft, der Ausbau zur Intensivnutzung für Familien, Schulen und Leistungssport notwendig. Dabei ist auch ein Hallenneubau für fünf Millionen Euro vorgesehen.

Die diesjährige Schließung des Freibades erfolgte „freiwillig" durch den Betreiber. Er befürchtete, dass bei Weiterbetrieb eine Schließung durch das Gesundheitsamt angeordnet werden könnte mit weiteren negativen Folgen für das Bad.

Aus dem Gesundheitsamt haben wir erfahren, dass man sich einen diesjährigen Betrieb vorstellen könnte, wenn ein Sanierungskonzept vorgelegt werden würde.

Die Frage ist nun, ob nicht der Betrieb auch durchgeführt werden könnte, wenn eine Klärung – wie angekündigt – erst nach der Saison erfolgt. Denn der real existierenden Technik dürfte es ziemlich gleichgültig sein, ob sie dieses Jahr noch mit oder ohne Zukunftskonzept arbeitet.

Das wäre vielleicht die einzige Chance auf eine diesjährige Freibadesaison.

Die Stadt betrachtet das Fössebad nicht isoliert, sondern als Teil eines städtischen Bäderkonzeptes. Wie es weitergehen soll, erklärt das Presseamt wie folgt:

Die Landeshauptstadt Hannover, Fachbereich Sport und Eventmanagement, unterzieht das Fössebad einer genaueren Überprüfung, dabei werden Arbeiten/kleine Reparaturen im vertretbaren Rahmen als Teil  möglicher notwendiger Lösungen erwogen. Welche das sein können oder müssen, steht derzeit nicht fest, da die Prüfung noch nicht abgeschlossen ist. Das ist auch der Grund, warum wir uns jetzt noch nicht konkreter äußern wollen.
Ist eine grundsätzliche Sanierung notwendig (durch die Betreiber wurden im Bezirksrat Linden/Limmer Beträge für das Hallenbad und Freibad im siebenstelligen Bereich benannt) so ist das durch den Rat der Stadt zu entscheiden. Es ist davon auszugehen, dass der Rat als Grundlage für solche Entscheidungen ein stadtweites Konzept zur Entwicklung der Bäder in den nächsten Jahren benötigt, kurz ein "Bäderkonzept". Auch dieses wird derzeit erstellt.
Ziel ist es, dieses Bäderkonzept zum Jahreswechsel vorzulegen. Im Bäderkonzept wird die gesamte Bäderlandschaft Hannovers betrachtet: baulich, betriebswirtschaftlich, technisch, demographisch.
Die langfristige Zukunft des Fössebades und vor allem des Freibades bleibt also unsicher.

 

Eine kurze Geschichte des Fössebades

1838 als Flussschwimmbad eröffnet, 2013 könnte also 175jähriges Jubiläum gefeiert werden.

1955 wurde es aufgrund zunehmender Verschmutzung der Fösse vorerst geschlossen und 1960 nach Abschluss eines umfangreichen Umbaus  als erstes kombiniertes Hallen- und Freibad der Bundesrepublik Deutschland wieder eröffnet.

Der jahrelange Aufschub von Sanierungsarbeiten in den 1980er Jahren bewirkte eine drohende Schließung, die von Protestveranstaltungen und Unterschriftenaktionen begleitet wurde.
1993 folgte die Gründung der Fössebad-Betriebs GmbH, die schließlich die Trägerschaft von der Stadt Hannover übernahm und vier Jahre später die Erneuerung von Dachbauten, Wasseraufbereitungsanlagen und der Glasfront ermöglichte.

2005 wurde der Förderverein Fössebad mit dem Ziel gegründet, das Fössebad für die Öffentlichkeit, Schulen und Vereine zu erhalten. (Wikipedia)

www.foessebad.de

 

Text/Fotos: Klaus Öllerer
Letzte Aktualisierung: 08.05.2012

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Früher, als das Fössebad noch ein Solebad war. Foto: Gabriele Steingrube 
Die Dame auf dem Bild ist Margarethe Heidorn, Oma von Bezirksratsfrau Gabriele Steingrube in den Dreißigern des 20. Jahrhunderts.

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Seit „Urzeiten" gut besucht: das Freibad im Fössebad

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Auf der Bezirksratssitzung vom 21.03.2012 erschienen über 200 am Fössebad Zuschauer, um ihrem Unmut über die Schliessung des freibades Ausdruck zu verleihen. Anlass war eine Anhörung zum Thema.

Einstimmige Beschlüsse des Bezirksrates vom 02.05.2012

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