Bericht 10-12

 

 

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So, 26.02.2012, Migranten-Verein Toplumsal Birlik in Limmer
SPD zu Besuch

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Nach dem ersten Beitrag wird ein Diskussionsforum eingerichtet.

Seit seiner Gründung im letzten Jahr entwickelt der Migranten-Verein immer umfangreichere Bildungsangebote, um die Integration zu fördern. Gleichzeitig findet er zunehmend Anerkennung und Unterstützung im politischen Bereich. Nach einem gemeinsamen Besuch verschiedener Funktionsträger aus Politik und Verwaltung im letzten Jahr, erschien nun die SPD in den Vereinsräumen über dem Penny-Markt am Eingang von Limmer.
Mit  Alptekin Kirci und Stefan Schostok waren gleich zwei bedeutende Vertreter der SPD Hannover erschienen. Damit betonten sie gleichzeitig auch, welche Wichtigkeit das Thema Integration für sie hat. Knapp 70 türkischstämmige Besucher zeigten durch ihre hohe Beteiligung ebenfalls, dass Integration für sie sehr wichtig ist.
Beide Redner der SPD betonten, dass Bildung der entscheidende Beitrag zur Integration ist. Der Spracherwerb ist dabei der wichtigste Schlüssel. Viele Migrantenkinder können aufgrund sprachlicher  Defizite ihre Potenziale nicht entfalten. Einerseits muss die integrierende Gesellschaft die fördernde Maßnahmen bereitstellen und andererseits müssen die Migranten die Angebote und Möglichkeiten auch nutzen. Mit dem Feststellen von Bildungsdefiziten stießen die Redner bei den Zuhörern auf offene Ohren. Denn schließlich war ja aus diesem Grunde als eine Art Selbsthilfe der Migranten-Verein gegründet worden.
Alptekin Kirci erzählte aus seiner eigenen Erfahrung, dass der Zugang zur Bildung manchmal auch sehr schwierig sein kann. So war seine Volksschullehrerin gleich in der ersten Klasse der Meinung, dass bei ihm kein Abitur herauskommen könnte. Nur seinen Eltern sei es zu verdanken, dass es nicht so kam und er dann Rechtsanwalt geworden ist. Der Berichterstatter ergänzte dann, dass es ihm auch so gegangen sei. Sein Volksschullehrer riet von der Realschule ab. Aber schließlich wurde er sogar Ingenieur.
Einige Beiträge aus dem Publikum zeigten dann, dass es Erfolge und Schwierigkeiten bei der Integration auf beiden Seiten gibt. So schilderte engagiert eine mit einem Deutschstämmigen verheiratete Frau ihre diesbezüglichen Beobachtungen, während ihre sympathischen kleinen Kinder im Raum herumwuselten. Eine andere Teilnehmerin schilderte die Schwierigkeiten sich mit ihren deutschstämmigen Kolleginnen auch mal privat zu treffen. Integrationsverweigerung gäbe es auf beiden Seiten.
Beim Beobachter entstand der Eindruck, dass alle Redner sich um einen realitätsnahen und ausgewogenen Blick auf die Probleme bemühten. Einige Redner betonten, dass sie gar nicht mehr als Migranten wahrgenommen werden wollen, sondern als normale Bürger.
Im Migranten-Verein haben sich vor allem türkischstämmige Bürger organisiert, die von deutschstämmigen kaum zu unterscheiden sind. Es sind alle Berufe vom Arbeiter über den Akademiker bis zum Selbstständigen vertreten.

 

 

Fotos/Text: Klaus Öllerer
Letzte Aktualisierung: 19.03.2012

 

Aus der Satzung des Migranten-Vereins Toplumsal Birlik

§ 2 Zwecks des Vereins
Zweck des Vereins ist die Integration von Migranten auf Grundlage der deutschen Verfassung.
Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts "Steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung. Er beabsichtigt die Förderung von Völkerverständigung, Toleranz, Kunst, Kultur, Bildung, Erziehung, Jugend- und Kinderhilfe. Er vertritt den Grundsatz religiöser, ethnischer und weltanschaulicher Toleranz.

Kontakt: Vorsitzender Ahmet Aksu, Tel. 0174 100 12 06
Migranten-Gemeinschaft Toplumsal Birlik e.V. , 30453 Hannover, Weidestr. 1

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Zur Einstimmung wurde eine Präsentation zur Geschichte der SPD gezeigt.

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Haci-Veli Bikirli ist Arbeits- und Sozialattaché des türkischen Generalkonsulats in Hannover und sprach einige Grußworte. Er betonte, dass es inzwischen immer weniger notwendig geworden ist Reden auf türkisch zu dolmetschen.

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V.l.n.r.: Nazmi Dagtekin (Migranten-Verein, Lehrer an der IGS Linden), Alptekin Kirci (Vorsitzender der SPD  Hannover), Stefan Schostok (Fraktionvorsitzender der SPD im Niedersächsischen Landtag und zukünftiger OB-Kandidat)

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Den Ansprachen wurde sehr aufmerksam zugehört.

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Ungefähr siebzig türkischstämmige Teilnehmer waren erschienen.