Bericht 63-11

 

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Do, 29.09.2011, Limmer
"Zur Schwanenburg" - Legendenschild enthüllt

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Nach dem ersten Beitrag wird ein Diskussionsforum eingerichtet.

Ursprünglich diente das Gebiet der späteren Schwanenburg den beiden Gemeinden Limmer und Linden als gemeinsamer Hudeplatz. Der Amtshaushalt Blumenau hatte die Berechtigung, eine Herde Schafe über die Hude und Weide der im Amtsbezirk liegenden Ortschaften zu treiben. "Hude" ist ein norddeutsches Wort für "Viehweide" und hängt vermutlich mit dem Wort "hüten" zusammen.

Erfinder der Schwanenburg ist der Wirt August Stein, der das Gelände 1890 pachtete. Doch erst 1898 wurden dann die großen Konzerträume der Schwanenburg gebaut, nachdem Max Rüdenberg das Gelände einschI. Ställen und Nebengebäuden gekauft hatte. Er baute dort zusätzlich eine Bettfedernfabrik mit Nebengebäuden und ein Wohnhaus.
Die Konzerträume waren während des ersten Weltkrieges ein Lazarett.

Mit Verfügung vom 1. Juli 1942 wurde Max Rüdenbergs gesamtes Vermögen zugunsten des Deutschen Reiches eingezogen, weil er Jude war. Die Kinder und Enkelkinder der Eheleute Margarethe und Max Rüdenberg konnten 1936 und 1939 ins Ausland emigrieren. 1942 wurden die Eheleute Rüdenberg zunächst enteignet und am 23.07.1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Max Rüdenberg starb dort 79-jährig am 26.09.1942, seine Frau "Grete" am 29.11.1943 im Alter von 63 Jahren.

Die Geschichte von Max und Margarethe Rüdenberg hat Ilse Grams aus Limmer recherchiert und bereits 2008 angesichts der Stolpersteinverlegung in der Wunstorferstr. 14 vorgetragen.

Ilse Grams berichtete, dass sich die in England wohnenden Angehörigen der Rüdenbergs über die Namensgebung sehr gefreut hätten.

Der Bezirksrat Linden-Limmer hatte beschlossen die Wegeverbindung von der Wunstorfer Straße über die Fösse bis zum Heinrich-Kollmann-Weg und über diesen in östlicher Richtung mit dem Weg Zur Schwanenburg zu verbinden. Diese Wegeverlängerung, einschließlich des östlichen Teilstücks des Heinrich-Kollmann-Weges sowie der von der Wunstorfer Straße abzweigenden Stichstraße, wird in die Bezeichnung „Zur Schwanenburg" einbezogen. Durch die Benennung insbesondere der von der Wunstorfer Straße abzweigenden Stichstraße wird die Auffindbarkeit im an dieser Stelle neu entstehenden "Stichweh-Leinepark" eindeutig verbessert. (aus der Einladung)

Mehr zur Schwanenburg gibt es von Horst Bohne bei Lebensraum Linden.

 

Fotos/Text: Klaus Öllerer, verschiedene Quellen
Letzte Aktualisierung: 05.10.2011

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Bezirksbürgermeisterin Barbara Knoke erläutert die Namensänderung.

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Aus dem "Heinrich-Kollmann-Weg" wird "Zur Schwanenburg".

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Hans Ziehm - Bauherr des benachbarten Leineparks - war auch anwesend. Er ist Urenkel des Firmengründers der benachbarten Firma Stichweh.

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Konzert-Etablissement Schwanenburg um 1914.

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Max und Margarethe Rüdenberg um 1930.

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Verlauf des Weges "Zur Schwanenburg".

Leinepark