Bericht 53-11

 

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Die Limmerstraße 3-5: Für sechs Geschäfte ist nichts mehr , wie es vorher war.

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Helga und Hartmut Reents betreiben Ihr Geschäft seit beinahe 40 Jahren und möchten selbst bestimmen, wann sie aufhören. Die Reents jedenfalls sind optimistisch in der Auseinandersetzung Erfolg zu haben. Die Frühjahrskollektion 2012 haben sie wie gewohnt bereits geordert.

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Inhaber Klaus Koring (links) und seine Mitarbeiter Thomas Vogt und Detlef Thiemig (nicht im Bild) von Radio Menzel finden vor allem die Ungewissheit belastend.

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Mohamed El-Zein (Falafelimbiss) geht anwaltlich gegen die Kündigung vor. Der Imbiss ist immer gut besucht und seine Kunden schätzen Qualität und Preis seiner Angebote. Das Geschäft ist Teil der umfangreichen „Schlemmermeile" Limmerstraße.

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Barton's Brille hat es geschafft. Gleich nebenan an der Ampel war ein Laden frei - bei einem traditionellen Lindener Vermieter.  Katja und Rudolf Barton und Mitarbeiter Christian Arnold freuen sich.

Als die Augenoptiker Katja und Rudolf Barton vor einigen Monaten die Änderungskündigung erreichte, waren sie geschockt. Ihre bisher jährliche Kündigungsfrist verkürzte sich auf drei Monate. Viel zu wenig, um im Ernstfall etwas Neues zu finden, betont Rudolf Barton. Also wurde schnell eine Alternative gesucht – und gefunden. An der Ampel in der Limmerstraße 1 – nur ein paar Meter weiter – stand ein Laden frei.  Inzwischen sind im Eiltempo Umbau und Umzug geplant worden. Anfang Oktober soll es soweit sein.
Soviel Glück haben die anderen Mieter bisher nicht. Die meisten wissen nicht, ob und wann sie raus müssen. Über die zukünftigen Pläne sind sie nicht informiert. Einige beklagen deutlich die mangelnde Kommunikation durch den neuen Vermieter, die Kindler & Fries Grundbesitz. Nach teilweise jahrzehntelangem erfolgreichen Wirtschaftens und pünktlich gezahlter Mieter sehen sie sich abschätzig behandelt - dabei geht es doch um ihre Existenz.

Wer raus muss, wird es schwer haben, einen vergleichbaren Standort zu finden. Die Lage an der Haltestelle ist sehr vorteilhaft und sorgt für viel Kundschaft. Der eine oder andere befürchtet bereits einen anschließenden sozialen Absturz.

Hartmut Reents wird sehr energisch, wenn er über die gegenwärtige Situation spricht. Er betreibt mit seiner Frau Helga seit 36 Jahren das Modegeschäft. Die Kündigung zu Ende des Jahres wurde seitens des neuen Vermieters ausgesprochen, weil die Reents sich weigerten der Änderungskündigung mit dreimonatiger Kündigungsfrist zuzustimmen. Sie halten die Kündigung für unwirksam und bestehen auf ihrem Gewohnheitsrecht dort. Juristisch sehen sie sich im Vorteil.

Mit Mohamed El-Zein (Falafelimbiss) gehen sie mit demselben Anwalt gegen die Kündigungen vor. Der Falafelimbiss hatte ebenfalls breits die Kündigung zu Ende Februar erhalten, kann aber wohl länger bleiben, wie zu erfahren war.

Radio Menzel ist ein seit vielen Jahrzehnten gut eingeführtes und über die Grenzen Lindens hinaus bekanntes Geschäft für elektronische Teile. Dem Eigentümer Klaus Koring macht vor allem die Kommunikationsarmut („Man erfährt ja nichts!") und die Ungewissheit über die weiteren Planungen der Eigentümer zu schaffen.

Die Reents jedenfalls sind optimistisch in der Auseinandersetzung Erfolg zu haben. Die Frühjahrskollektion 2012 haben sie wie gewohnt bereits geordert.
Die Ladenzeile Limmerstraße 3-5 mit den kleinen Läden verströmt heute eine kiezartige Atmosphäre. Bei einer großen Ladenfront wäre dieser Eindruck weg und würde durch eine gewisse Kälte ersetzt. So wird es in Gesprächen mit Betroffenen schon mal geäußert.

Der Eigentümer hat nach seinen eigenen Angaben die langfristige Werterhaltung der Immobilie zum Ziel.

Nun ist es nicht zu übersehen, dass es einen deutlichen Renovierungsbedarf dort gibt.  Dazu würde auch das Gerücht passen, dass der Vorbesitzer unter Verlust verkauft haben soll. Möglicherweise waren die bisherigen Einnahmen für derartige Vorhaben nicht ausreichend. Dieses könnte auch auf andere Häuser in Linden zutreffen und ist vielleicht eine wichtige Ursache für die zu beobachtenden Verkäufe mit anschließender Sanierung und Umwandlung in Eigentumswohnungen.

Der klassische ortsansässige Vermieter mit emotionalem Bezug zu seiner Immobilie ist schon lange auf dem Rückzug.

Beim Leinepark in Limmer kann man ihn noch beobachten.

Das Neubauprojekt dort wurde unter Berücksichtigung und mit Bemühen um Erhalt der alten Mieter entwickelt.

 

Fotos/Text: Klaus Öllerer

Letzte Aktualisierung: 22.08.2011

Nachtrag am 20.12.2012:

Inzwischen sind die Schicksale der Geschäfte entschieden und der Biomarkt Denn's eröffnet am 24.01.2013 das Geschäft.

Reents: Schließung mit Pensionierung der Inhaber

Falafelimbiss: Schließung und keine Alternative

CafeNet(t): Umgezogen in die Limmerstraße 38A/Nedderfeldstr.

RIVA: Umgezogen in die Limmerstraße 23

Menzel: Umgezogen um die Ecke, Fössestr. 6

So, 15.08.2011, Geschäftsinhaber in der Limmerstraße 3-5 haben eine ungewisse Zukunft
„Es geht um unsere Existenz"

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Der Eigentümer
Stellungnahme zu unserem Objekt Limmerstraße 3-5

Das Wohn-/Geschäftshaus in der Limmerstraße 3-5 wurde von der Kindler & Fries Grundbesitz im letzten Jahr erworben. Freistehende Wohnungen sind modernisiert und an junge Menschen, teilweise in Form von WGs, neu vermietet worden. Weiterhin sind die Treppenhäuser und der Hofeingang verschönert und renoviert worden. Für die Ladenzeilen im Erdgeschoss wird zurzeit ein Konzept entwickelt. Sollten sich durch die Neukonzeptionierung Änderungen der Gewerbemieterstruktur ergeben, so wird den Mietern dies frühzeitig mitgeteilt, so dass diese eine ausreichende Zeit für eine eventuelle Neuorientierung haben.

Ziel der Eigentümer ist die langfristige Werterhaltung der Immobilie.

 

Robin Kindler
Kindler & Fries Grundbesitz
www.wohnwert-Hannover.de

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Seit über einer Woche wird das Türschloss des Falafelimbiss in der Limmerstraße 3-5 jede Nacht sabotiert. Immer morgens befinden sich streichholzähnliche Holzstücke im Schloss, so dass die Türe nur mit Mühe zu öffnen ist. Der Geschäftsinhaber Mohamed El-Zein kann sich diese Attacken nicht erklären. Er hätte keine Feinde und so etwas wie Schutzgelderpressung könne er mit Sicherheit ausschließen.
Inzwischen ist die Polizei eingeschaltet und das Türschloss wird durch ein Blech geschützt.

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Die Kulturaktiven Stefan Henningsen und Norwin Münch (www.eme-studios.com) sind Linden sehr verbunden und haben sich die T-Shirt-Idee ausgedacht und umgesetzt.

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