Bericht 23-11

 

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So., 15.05.2011, Bäuerliches Leben in Limmer ab 19.06.
Doppelausstellung in Limmers Sankt-Nikolai-Kirche

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Ab dem 19. Juni 2011 beginnt die 13. Ausstellung zur limmerschen Stadtteilgeschichte auf der Empore der Sankt Nikolai-Kirche. Die Themen sind dieses Mal „Das bäuerliche Leben im Dorf Limmer" und „Unsere Orgel und ihre Organisten". Die Doppelausstellung  behandelt zwar Historisches, ist aber auch durchaus gegenwartsbezogen.
Der letzte aktive Bauer in Limmer ist Hermann Völxen. Er betreibt eine Viehwirtschaft in der Nähe der Kirche. Vor etwa einem Jahr zeigte der NDR einen unterhaltsamen Filmbeitrag über diesen Landwirt, der inzwischen fast Kultcharakter hat. Ausschnitte der Reportage sind noch auf YouTube zu finden.
Es gibt aber auch andere Überbleibsel der Vergangenheit zu entdecken. So ist zum Beispiel an Limmers Kindergarten eine antike, kunstvoll bemalte Holztafel befestigt. „Heinrich Friedrich Flebbe /Sophie Marie Eleonore H Anno 1814" steht darauf. Ursprünglich war die Tafel ein Hof-Torbogen. Er gehörte zum Halbmeierhof Nr. 3, einem ca. 40 Morgen Land umfassenden Bauernhof. Nach dem Abriss des Hofes wurde an seiner Stelle 1975 der heutige Kindergarten gebaut. Wo nun die Kinder spielen, war das Leben einmal ein sehr einfaches.
Die ersten Menschen lebten wahrscheinlich schon Jahrhunderte vor Christi Geburt in der Gegend des heutigen Limmers. Zunächst waren sie Nomaden und wurden erst  allmählich sesshaft. Man begann mit dem Ackerbau, es wurde Wald gerodet und Getreide angebaut.
Um 1120 wurden die Bewohner der Region „Limbere" (heute Limmer) Leibeigene der Grafen von Roden, die das Gebiet in Besitz nahmen. Von nun an mussten die Siedler Abgaben an den Landesherrn entrichten sowie Dienste leisten. Im 16. Jahrhundert zogen sich die Grafen von Roden aus Limmer zurück. Die Bauern mussten weiterhin Abgaben entrichten. Sie waren nun Amt, Herrn und Kirche zu Diensten. Das bäuerliche Leben war bestimmt von schweren Arbeiten und der Unfreiheit. 
Erst 1833 durften die Bauern den Grundherren ihre Höfe abkaufen. Die Landwirtschaft verlor jedoch durch die Nähe zu Hannover und speziell dem Industriestandort Linden mit seinen attraktiven Arbeitsplätzen zunehmend an Bedeutung. 1909 wurde Limmer nach Linden eingemeindet und büßte somit den Status des Dorfes ein. Die limmerschen Höfe wurden nach und nach abgerissen. Durch seine Ausstellung lässt sie der Stadtteilgeschichtler Rudolf Lotze nicht in Vergessenheit geraten.
1540 kam der evangelische Glaube in das zunächst noch katholische Limmer. Am 1. Januar 1791 wurde die St. Nikolai-Kirche eingeweiht, dieselbe, in der wir noch heute Gottesdienste feiern.  Kirchenlieder können dort  seit erst 200 Jahren, nach dem Bau des ersten Instruments, mit Orgelklängen begleitet werden. In den 50ern wurde eine neue Orgel gebaut, die noch heute im Gebrauch  ist.  Am 19.06.2011 findet neben dem Ausstellungsbeginn auch das Gemeindefest der St.Nikolai-Kirche statt. An diesem Tag wird es eine Orgelführung und auch eine musikalische Kostprobe geben. Dann hören wir ähnliche Klänge, denen schon früher auch die Bauern beim Gottesdienst lauschten.
Die Öffnungszeiten für die Ausstellung sind jeden zweiten und dritten Sonntag im Monat von 15-17 Uhr. Sonderführungen gibt es auf Anfrage im Gemeindebüro (Tel. 0511 / 210 42 84).

 

Text: Juliane Spangenberg
Fotos: Rudolph Lotze
Letzte Aktualisierung: 26.05.2011

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Der Halbmeierhof Nr.3 stand am Twedenweg

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Harte Zeiten - limmersche Bauernfamilie vor über 100 Jahren

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An der Kindergartenwand befestigter Torbogen des abgerissenen Bauernhofes

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Ein weiterer Hof wurde hier in den 70ern abgerissen.

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Der Tegtmeyerhof stand zwischen Tegtmeyerstraße und Brunnenstraße. In den 60er Jahren wurde der schönste Bauernhof Limmers abgerissen, als die Landwirtschaft durch die Industrialisierung an Bedeutung verloren hatte. Die Ausstellung über das bäuerliche Leben im Dorf Limmer  beginnt am 19. Juni 2011 am Tag des Gemeindefestes  von St. Nikolai. 

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Hier steht heute der Kindergarten von St. Nikolai