Bericht 20-11

 

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Do, 28.04.2011, Limmer
Geschütztes Landschaftsbestandteil (GLB) am Limmer Brunnen

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Das Wäldchen am Limmer Brunnen ist jetzt eines von sechs neuen geschützten Landschaftsbestandteilen in Hannover und 5,3 Hektar groß. Es hat alten (ca. 100-300 Jahre) Baumbestand (Eichen, Rotbuchen, z.T. Hainbuchen) und bietet Lebensraum für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Für Fledermäuse bietet es ideale Lebensbedingungen durch den nahen Kanal und die vielen alten Eichen.

In den GLB gelten besondere Spielregeln, damit sich diese Teile der Landschaft weiter entwickeln können. So ist es unter anderem verboten, besonders geschützte Lebens- und Zufluchtsstätten schutzbedürftiger Pflanzen und Tiere zu beseitigen oder zu verändern, bauliche Anlagen aller Art zu errichten, der Gebrauch von Feuer,  frei lebenden Tieren nachzustellen, Haustiere frei laufen zu lassen (mit Ausnahme des Bornumer Holzes - dies ist eine "offiziell" benannte Hundeauslauffläche).

Historische Bedeutung in Stichworten::
* 1779: Friedrich Erhardt (Botaniker) entdeckt einen kleinen Sumpf, dessen Quellwasser stark schwefelartig roch, das Wasser wird für die Behandlung von Gicht und Rheuma genutzt

* 1794: zunächst ein kleines Badehaus, in der Folge Entwicklung zum "Kur- und Badehaus Limmerbrunnen" (mit Casino, Tanzveranstaltungen und Konzerten), beliebter Treffpunkt (u.a. Besuch durch den russischen Zar Alexander 11)

* 1892: Pferdebahn zum Limmerbrunnen, heute Stadtbahnlinie 10 mit gleicher Strecke

* 1907: durch Sprengarbeiten für den Ausbau der Güterumgehungsbahn trocknet die Schwefelwasserquelle aus, Badebetrieb wird mit Pumpen fortgesetzt Nachkriegszeit: Kurhaus wg. vieler zerstörter Säle willkommener Veranstaltungsort für Theatervorstellungen, auch von politischen Gruppen genutzt Im letzten Betriebsjahr werden rd. 14.000 und "Bade-Anwendungen" durchgeführt

* 1962: Einstellung des Badebetriebs wg. Tod des letzten Besitzers (Prof. Dr. Rudolf Wedekind),

* 1976 u. 1977: Kurhaus und Logierhaus werden durch Feuer zerstört

* 1980: Abriss des verwahrlosten Badehauses. Die alten Villen in der Umgebung zeugen noch vom "Glanz vergangener Tage"

Text nach der Ansprache von Umweltdezernent Hans Mönninghoff.

 

Fotos/Text: Klaus Öllerer
Letzte Aktualisierung: 29.04.2011

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Umweltdezernent Hans Mönninghoff montiert das neue Schutzschild.

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Einfach auf sich wirken lassen.

 

Frühling

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