Linden-Nord: Ist das Leben  schwieriger geworden ?

Viele Einwohner sind genervt. Es ist nicht mehr zu übersehen. Der Stadtteil hat sich verändert und das nicht nur zu seinem Vorteil. Einige kündigen schon ihren Wegzug an. Obwohl die Emotionen teilweise angespannt sind, haben manche Probleme noch nicht so richtig die Öffentlichkeit erreicht. Eine Bestandsaufnahme.

Lärm und  Dreck

Die Sitzungen der Nachbarschaftsinitiative Linden Nord (NiL) sind gut besucht. Ihr Thema sind die nächtlichen Zustände. "Bei dem Krach können wir nicht schlafen!", so äußern sich viele Teilnehmer. Lärm, Klingelstreiche und Sachbeschädigungen strapazieren die Nerven. Tagsüber sehen sie dann weitere Folgen der nächtlichen Randale wie umgekippte Mülleimer, Glasbruch und Schmierereien. Manche prophezeien schon Gewaltausbrüche durch Nachbarn, die sich dann nicht mehr anders zu wehren wüssten.

Linden-Nord ist ein Veranstaltungs- und Partystadtteil geworden. Besucher aus der Umgebung werden magnetisch angezogen im angesagten Linden bei Faust oder im Chez Heinz zu feiern. Die Teilnehmer der NiL lieben ihren Stadtteil und machen hauptsächlich Personen von außerhalb für den Ärger verantwortlich. Faust schickt regelmäßig Vertreter zu den Treffen und man sucht gemeinsam kreativ nach Abhilfe. Verbesserungen konnten bisher allerdings noch nicht nennenswert beobachtet werden. Die NiL ist auch im Internet erreichbar: www.nil.halloLinden.de

Limmern

Darunter versteht man den gemeinsamen Aufenthalt abends an der Limmerstraße, um dabei mit Freunden zu quatschen, trinken, genießen und Leute kennenzulernen. Manche kommen extra von außerhalb. Im Internet kann über das Limmern nachgelesen werden: www.Limmern.de

Das Problem ist hier die Übertreibung: zu spät, zu laut, zu dreckig.

Dauergäste

Bei REWE lagert regelmäßig ein Personenkreis, der sich auffällig verhält: Alkohol, Lärm, Schmutz (Urinieren), Pöbeln, Bedrohen. Im Bezirksrat war das schon mal ein Thema. Verbesserungen konnten bisher nicht beobachtet werden.

Dreckige Limmerstraße

Obwohl dort fünfmal die Woche gereinigt wird, ist es fast immer dreckig – so dreckig wie kaum eine andere Straße. Manchem Lindener schlägt das auf die Laune und man versucht diese Orte zu meiden.

Überqueren der Fußgängerzone

Faktisch ist die Mitte der Limmerstraße keine Fußgängerzone. Bahnen, Busse, Fahrräder und auch Autos bewegen sich so selbstverständlich dort wie auf einer Straße. Fußgänger, die auf die andere Seite wollen, müssen höllisch aufpassen beispielsweise nicht mit Fahrrädern zu kollidieren. Das Problem scheint sich in den letzten Jahren verschärft zu haben.

Mieten und Gentrifizierung

In öffentlichen Beiträgen werden hohe Mietsteigerungen durch Sanierungen und Zuzug Gutverdienender beklagt, wodurch sozial Schwache verdrängt würden (Gentrifizierung).

Die verfügbaren Zahlen sehen wie folgt aus: In Linden-Nord stiegen die Angebotsmieten (Neuvermietungen) von 2007 bis 2010 um 6,2%. Das sind ca. 2,1 % pro Jahr, während die Inflationsrate 1,6 % betrug und sich damit in derselben Größenordnung bewegt.
Die teilweise in der Öffentlichkeit genannten deutlich höheren 10% an Mietsteigerungen seit 2007 in Linden-Nord werden von Mitarbeitern der Stadtverwaltung energisch bestritten und als Falschinformation bezeichnet. Das gleiche gilt für vermutete nachteilige Entwicklungen. So heißt es in einem Schreiben des Bauderzernenten Bodemann: „Eine auffällige Veränderung des Wohnungsangebotes und damit einhergehende Gentrifizierung mit Veränderung der Bevölkerungsstruktur kann in den drei Lindener Stadtteilen von uns nicht ausgemacht werden."

Ähnlich äußern sich auch der Deutsche Mieterbund (DMB) und der Mieterladen Hannover in Linden-Nord und sprechen von Einzelfällen.

Über die Entwicklung bei Bestandsmieten  sind keine Aussagen möglich, da diese nicht erfasst werden.

 

Klaus Öllerer