An der Göttinger Straße sieht alles normal aus. Klar, die U-Boot Halle ist eingerüstet, aber sonst? Die Fassaden stehen unverändert. Doch die Hanomag hat ein Innenleben. Wie ein Zahnarztbohrer im hohlen Zahn tragen Bagger das marode
Gemäuer der alten Lohnhärterei ab. Hier soll der Neubau des expandierenden Windenergieunternehmens „windwärts" entstehen. Der Anblick von der Straße beibt, wie er ist. Um einen Blick auf den Umbau des ehemaligen Werksgeländes zu werfen, lud der Ortsverein der SPD Linden-Limmer am 9.03.2010 zu einem Rundgang über das Gelände ein. Die
Führung übernahmen Herr Petersen (agsta) und Herr Heinritz (DIBAG). Das Interesse am Rundgang war enorm und trotz des eisigen Wetters hatten sich an diesem Dienstag mehr als fünfzig Leute am Treffpunkt versammelt. Hinter dem Eingangstor an der Göttinger Straße lärmt die Großbaustelle. Doch auf den ersten zehntausend Quadratmetern hat bereits
der Büroalltag für die 800 Telekommitarbeiter und den 100 Azubis des Service Centers begonnen. Zwischen Baufahrzeugen und Matsch bahnen sich die Angestellten den Weg zu ihrer Wirkungsstätte. Die der Telekom gegenüberliegende U-Boot-Halle dient zur Zeit als provisorischer Autounterstellplatz. Bald wird das Fahrradunternehmen Stadtler in die
U-Boot-Halle (in der übrigens nie U-Boote gebaut wurden) einziehen. In der Halle mit einer imposanten Deckenhöhe von 25 Metern müssen die Interessen von Denkmalschutz, Brandschutz und des Fahrradanbieters zusammengebracht werden. Die Decken-Stahlkonstruktion samt den Kränen wird erhalten bleiben, das sieht toll aus, aber damit wird das Heizen zum Problem. Eine gasbetriebende Deckenstrahlheizung wird die Kundschaft wärmen. Auffällig sind die dünnen Außenände des Riesenbaus, sie lehnen sich an
ein Stahlgerippe, dass letztlich die U-Boot-Halle abstützt. Für die erwarteten 2000 Berufstätigen des Hanomaggeländes werden 1000 Parkplätze auf dem Ernst-Winter-Platz gebaut. Eine Stichstraße zwischen der denkmalgeschützten Hanomagvilla und „windwärts" soll auf die Parkfläche führen. Das Areal wird durch Bäume übergrünt, so dass es von oben,
aus den Fenstern betrachtet, als grüne Fläche erscheint. Als echte Lindener Herzensangelegenheit entpuppt sich der Ernst-Winter-Saal. Benannt nach dem Gründungsmitglied der SPD wurden dort Betriebsversammlungen abgehalten und rauschende Feste gefeiert. Der denkmalschützte Saal wäre genau das, was in Linden noch fehlt: ein großes
Veranstaltungszentrum mit einer theatertauglichen Bühne und Räumlichkeiten für einen ansprechenden Gastronomiebetrieb. Die Zukunft des Saals ist noch ungeklärt. Der SPD Ortsverein Linden-Limmer
ermöglicht mit seinem Projekt „Linden entdecken" einen Blick hinter die Kulissen von Einrichtungen und Firmen im Stadtteil. Fotos/Text Evi schaefer Letzte Aktualisierung: 26.03.2010 |