Bericht 13-10

 

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Die., 09.03.2010, Hohe Hallen
Hanomag-Rundgang
mit dem SPD Ortsverein Linden-Limmer

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An der Göttinger Straße sieht alles normal aus. Klar, die U-Boot Halle ist eingerüstet, aber sonst? Die Fassaden stehen unverändert. Doch die Hanomag hat ein Innenleben. Wie ein Zahnarztbohrer im hohlen Zahn tragen Bagger das marode Gemäuer der alten Lohnhärterei  ab. Hier soll der Neubau des expandierenden Windenergieunternehmens „windwärts" entstehen. Der Anblick von der Straße beibt, wie er ist.

Um einen Blick auf den Umbau des ehemaligen Werksgeländes zu werfen, lud der Ortsverein der SPD Linden-Limmer am 9.03.2010 zu einem Rundgang über das Gelände ein. Die Führung übernahmen Herr Petersen (agsta) und Herr Heinritz (DIBAG). Das Interesse am Rundgang war enorm und trotz des eisigen Wetters hatten sich an diesem Dienstag mehr als fünfzig Leute am Treffpunkt versammelt.

Hinter dem Eingangstor an der Göttinger Straße lärmt die Großbaustelle. Doch auf den ersten zehntausend Quadratmetern hat bereits der Büroalltag für die 800 Telekommitarbeiter und den 100 Azubis des Service Centers begonnen. Zwischen Baufahrzeugen und Matsch bahnen sich die Angestellten den Weg zu ihrer Wirkungsstätte. Die der Telekom gegenüberliegende U-Boot-Halle dient zur Zeit als provisorischer Autounterstellplatz.

Bald wird das Fahrradunternehmen Stadtler in die U-Boot-Halle (in der übrigens nie U-Boote gebaut wurden) einziehen. In der Halle mit einer imposanten Deckenhöhe von 25 Metern müssen die Interessen von Denkmalschutz, Brandschutz und des Fahrradanbieters zusammengebracht werden. Die Decken-Stahlkonstruktion samt den Kränen wird erhalten bleiben, das sieht toll aus, aber damit wird das Heizen zum Problem. Eine gasbetriebende Deckenstrahlheizung wird die Kundschaft wärmen. Auffällig sind die dünnen Außenände des Riesenbaus, sie lehnen sich an ein Stahlgerippe, dass letztlich die U-Boot-Halle abstützt.

Für die erwarteten 2000 Berufstätigen des Hanomaggeländes werden 1000 Parkplätze auf dem Ernst-Winter-Platz gebaut. Eine Stichstraße zwischen der denkmalgeschützten Hanomagvilla und „windwärts" soll auf die Parkfläche führen. Das Areal wird durch Bäume übergrünt, so dass es von oben, aus den Fenstern betrachtet, als grüne Fläche erscheint.

Als echte Lindener Herzensangelegenheit entpuppt sich der Ernst-Winter-Saal. Benannt nach dem Gründungsmitglied der SPD wurden dort Betriebsversammlungen abgehalten und rauschende Feste gefeiert. Der denkmalschützte Saal wäre genau das, was in Linden noch fehlt: ein großes Veranstaltungszentrum mit einer theatertauglichen Bühne und Räumlichkeiten für einen ansprechenden Gastronomiebetrieb.

Die Zukunft des Saals ist noch ungeklärt.

Der SPD Ortsverein Linden-Limmer ermöglicht mit seinem Projekt „Linden entdecken" einen Blick hinter die Kulissen von Einrichtungen und Firmen im Stadtteil.

Fotos/Text Evi schaefer
Letzte Aktualisierung: 26.03.2010

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Herr Petersen (agsta) hat auch Baupläne dabei.

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Gruselig: in der U-Boot-Halle sind noch  die Einschusslöcher  aus dem Krieg zu sehen.

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In der U-Boot-Halle bleibt die Deckenkonstruktion unverändert erhalten.

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Hier wird die Stichstraße zu den Parkplätzen verlaufen.

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Nur noch die Fassade steht. Auf der anderen Seite ist die Göttinger Straße. Bausituation an Halle 96.

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Der saaleigene Plattenspieler dudelte sicher die Hits der 50er und  60er Jahre.

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Herrlich Skurril sind die Kronleuchter. Vielleicht auch Marke Eigenbau, wer weiß.

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Die Besucher sind vom Ernst-Winter-Saal schlichtweg begeistert.
Dazu Dirk Petersen (agsta): "Wir sind guter Hoffnung, dass sich der Ernst-Winter-Saal wieder revitalisieren lässt. Nachdem uns das mit dem Gesamtgelände zumindest ansatzweise zu gelingen scheint, wollen wir an diesem Punkt nicht zu schnell aufgeben. Vielleicht gibt es schon bald den ersten oder entscheidenden Schritt.  Hierzu sind allerdings Nutzer notwendig, die sich mit dem Investor über Konzept, Miete etc. einigen.

Geplant waren schon verschiedene Dinge in diesem Saal, die sich bislang allerdings nicht konkretisiert haben. Eigentlich ist er ausschliesslich
für Veranstaltungen, Versammlungen oder als Kantine nutzbar. Eine (Auf-)Teilung ist nicht vorstellbar. Es gibt auch immer wieder neue Ansätze für größräumige Nutzungen. Insofern ist es nicht zu spät, vielmehr muss die zukünftige Nutzung einem dauerhaften Konzept entspringen, damit der notwendige Umbau tatsächlich in Angriff genommen werden kann."

Die Architekten von der agsta haben reichlich Erfahrung mit der Umnutzung von Industriebrachen. Wie bei dem gegenüberliegenden Ahrbergviertel, so schwebt ihnen auch bei der Hanomag der Umbau zu attraktiven und erschwinglichen Wohnungen vor.
Ein Mischkonzept von Wohnen und Arbeiten wird an der Hanomagstraße realisiert werden, während an der Göttinge Straße und am Deisterplatz Büros, Kita und Gastronomie ihren Platz finden sollen.
Bisher ist alles noch am Anfang und es steckt noch viel Fantasie in den Plänen, die erst die Voraussetzung sind, um weitere Interessenten zu gewinnen.

Zeichnungen: agsta, www.agsta.com

Text: Klaus Öllerer
Letzte Aktualisierung: 28.03.2010

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Idee zum Wohnen an der Hanomag- und Göttinger Straße, hier: Innenhof