Bericht 72-09

 

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So, 15.11.2009, Vergleich, Abstimmung, Interessen, etc.
Niederflurtechnik und Hochbahnsteig

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Vorteile Niederflurtechnik
Die Anwendung ist rollstuhlgerecht. Bei Rollstühlen mit langen Beinstutzen ist mehr Unterstützung nötig.
Alle Haltestellen könnten wie bisher benutzt werden..
Ein Eingriff in die Haltestellengestaltung ist nicht notwendig. Daher sind auch Verlegungen einfach möglich.
Nachteile
Der Fahrer muss den Vorgang betreuen. Dadurch ergeben sich längere Haltezeiten.
Der Hublift ist für Rollator und andere Gehhilfen nicht zulässig.
Für Rollstühle mit langen Beinstutzen ist die Benutzung schwieriger, insgesamt jedoch durch niedrige Höhe (30 cm) besser als im gegenwärtigen Zustand mit Klapptreppe.
Hublifte sind an jedem Fahrerstand nötig, wenn keine Wendeschleifen vorhanden sind. Das ist bei der Linie 10 der Fall.
Es gibt Kompatibilitätsprobleme mit dem übrigen Netz (Nachtsternverkehr).
Kosten
Eine Kalkulation im Gesamtsystem ist nicht verfügbar.

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Für zwei Rollstühle oder Kinderwagen ist Platz. Das Ein- und Ausfahren mittels Hublift wird vom Fahrer (links) direkt betreut. Es gibt Video- und Sprechverbindungen zum Fahrerstand. Foto: Hadasch

Geschäftsleute für Niederflurtechnik

Die Aktion-Limmerstraße wendet sich entschieden gegen Hochbahnsteige. Sie ist die Interessenvertretung von Geschäftsleuten in Linden-Nord.
Die Geschäftsleute  befürchten starke Einbußen und eine für alle nachteilige Zerteilung der Fußgängerzone. Auch würde das Image der Limmerstraße leiden, die als Identifikation für Linden-Nord doch so wichtig ist.
Die bevorzugte Lösung ist die Niederflurtechnik, da mobilitätseingeschränkte Menschen es natürlich leicht haben sollen.
 

Unterschriftensammlung gegen Hochbahnsteig

„Pro Niederflur" der Aktion Limmerstraße sammelt gegen den Hochbahnsteig  seit einiger Zeit Unterschriften. Die Listen liegen in Geschäften aus und es wird über reine rege Teilnahme der Kunden berichtet. Unterschriftentext:
„Moderne Niederflurtechnik bei Bussen und Bahnen ist flexibel einsetzbar, komplett barrierefrei und greift nur schonend in die Stadtplanung ein. Monströse Hochbahnsteige zerstören das Straßenbild und behindern die Kommunikation unter den Menschen in Linden."  -> Unterschriftenliste

Hochbahnsteig

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Der Hochbahnsteig ermöglicht das Einsteigen auf beinahe gleicher Höhe bei einer verbleibenden ca. 10 cm hohen Stufe.

Niederflurtechnik

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Die Niederflurtechnik, wie hier in Bremen, wird durch einen Hublift bewirkt, der bis auf den Boden reicht. Einstiegshöhe ohne Hublift: 30 cm oder weniger, wenn ein Bahnsteigvorhanden ist. Foto: Hatesur

Vorteile Hochbahnsteig
Die Anwendung ist für alle Nutzer bequem. Das gilt auch für Rollstühle mit langen Beinstutzen und Gehilfen wie Rollator, etc.
Die Haltezeiten sind kurz.
Nachteile
Ein starker Eingriff in die Haltestellengestaltung ist notwendig. Evtl. müssen Haltestellen verlegt werden, wodurch sich oft längere Wege ergeben (evtl. am Küchengarten erforderlich).
Wenn nicht alle Haltestellen mit Hochbahnsteigen ausgestattet sind, können diese nicht entsprechend benutzt werden (z.B. Hauptbahnhof).
Es ergeben sich Behinderung bei Querungen in Fußgängerzonen und Beeinträchtigung des Charakters von Fußgängerzonen, Straßen und Plätzen.
Es werden Einbußen für Geschäfte erwartet.
Kosten
Eine Kalkulation im Gesamtsystem ist nicht verfügbar

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Simulation eines Hochbahnsteiges am Küchengarten. Im Gespräch sind weitere Standorte, davon teilweise alternativ und auch langfristig: Spinnereibrücke gegenüber Ihme-Zentrum, Apollokino, Netto an der Limmerstraße, Freizeitheim Linden, Harenberger Str., Wunstorfer Str., Benno-Ohnesorg-Brücke, Lindener Markt, etc..

 

Rollstuhl mit Beinstutzen

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Bernd Hatesur kann seine Beine nicht anwinkeln und muss sie daher auch im Rollstuhl immer gerade halten.

Bernd Hatesur war in Bremen, um die Niederflurtechnik dort kennenzulernen.
Er berichtete uns, dass er größere Schwierigkeiten hatte, weil seine Sicht auf den Hublift durch den Beinstutzen verstellt war und daher nur mit mehr Hilfe hinein- und hinauskam. Geschätzte Dauer: jeweils eine Minute. Er selbst spricht sich entschieden für einen Hochbahnsteig aus.
 

Behinderte gegen Niederflurtechnik

Die Verkehrs - AG der Körperbehindertenverbände Hannovers spricht sich gegen eine Niederflurstraßenbahn auf der Linie 10 aus.

Sie fordert für die Limmerstraße in den nächsten drei Jahren den Anschluss an das bestehende Stadtbahnsystem mit den barrierefreien Stadtbahnfahrzeugen (Silberpfeile) und der barrierefreien Zugänglichkeit über Hochbahnsteige.

Offener Brief: Gegen eine Niederflurstraßenbahn auf der Linie 10

Kontakt: Tel. 0511 / 447 147

Die Auseinandersetzungen um die Errichtung von Hochbahnsteigen in Linden-Nord nehmen zu. Derzeit steht die Frage nach den möglichen Alternativen im Vordergrund. Ziel ist es, einen weitgehend barrierefreien Zugang für mobilitätseingeschränkte Personen zum öffentlichen Nahverkehr zu schaffen. In den Diskussionen ist oft ein Mangel an Kenntnis über die Alternativen feststellbar.

Im Mittelpunkt der Diskussionen stehen die Alternativen Hochbahnsteig und Niederflurtechnik nach Bremer Vorbild.

Während der Hochbahnsteig am barrierefreiesten für mobilitätseingeschränkte Menschen ist, erfordert er jedoch gleichzeitig enorme Veränderungen an der Haltestelle und dem Umfeld. Die Fahrzeiten sind kurz.

Die Niederflurtechnik andererseits benötigt keinerlei Veränderungen an der Haltestelle und dem Umfeld, ist jedoch dafür nicht so einfach für mobilitätseingeschränkte Personen zu benutzen. Die Fahrzeiten sind etwas länger.

Im Folgenden schildern wir die Unterschiede zwischen beiden Systemen im Einzelnen.

Die Kosten lassen sich derzeit nicht vergleichen, weil es noch keine verfügbaren Angaben hierzu gibt.

Über die kostengünstigste Alternative wurde bisher kaum diskutiert: Niederflurbusse. Angesichts leerer Kassen wäre das zwar nicht perfekt, aber zumindest eine Verbesserung gegenüber dem jetzigen Zustand.

Termine zum Thema:
Bezirksrat Linden-Limmer am 18.11., 19:00, Freizeitheim Linden
Verkehrsausschuss der Region am (Korrektur!-nicht 20.11.) 24.11., 16:00, Haus der Region, Hildesheimer Straße 20

 

Text/Fotos: Klaus Öllerer
Letzte Aktualisierung: 18.11.2009