Über 30 Anwesende freuten sich, dass nach einem relativ kurzen Bemühen innerhalb Jahresfrist die
Brücke nun auch offiziell "Charlys Brücke" heißt. Und das ist nichts Selbstverständliches. Eigentlich sollen alle neuen Namensgebungen in der Stadt Hannover weiblichen Personen gewidmet sein. Doch dieses Mal lief alles ziemlich rasch und bedenkenfrei im Sinne Limmers - Genderaspekte hin oder her. Ansprache von Barbara Knoke, Bezirksbürgermeisterin Liebe Hiltrud, liebe Familie Grote, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder des Stadtbezirksrates
Linden-Limmer, Gern wären auch noch Mitglieder der SPD-Ratsfraktion heute dabei gewesen. Bei der Terminfestlegung habe ich nicht gewusst, dass sich die Fraktion in einer Klausur befindet. Deshalb können die Ratsmitglieder leider nicht dabei sein, was ich sehr bedauere. Wir sind hier heute zusammengekommen, um dieser Brücke
einen Namen zu geben. Mit dieser Benennung wollen wir Friedhard Grote, der am 26. Mai 2008 auf der Reise anlässlich der goldenen Hochzeit in Russland sehr plötzlich und unerwartet aus dem Leben gerissen wurde, gedenken. Friedhard, von den meisten Charly genannt, ist gerade in Limmer sehr bekannt gewesen, so dass
ich zu seinem Leben und wirken nichts sagen bräuchte, da die meisten sicherlich mehr als ich wissen. Ich möchte es trotzdem sehr gerne tun, damit uns allen noch einmal klar wird, warum Charly uns so wichtig war, dass wir diese Brücke nach ihm benennen wollen. Friedhard gehörte von 1974 bis 1981 dem Rat der Landeshauptstadt
Hannover und von 1981 bis 1996 dem Bezirksrat des Stadtbezirkes Linden-Limmer an. Lange Jahre gehörte er der Arbeitsgemeinschaft der Limmerschen Verein an, deren Vorsitzender er von 1995 bis 2003 war. Dass diese Brücke nach Charly benannt werden soll, hat mit einer langen gemeinsamen Geschichte zu tun, die Charlie und diese
Brücke verbunden hat. Bis 1965 hat hier eine Vorgängerbrücke gestanden, die mit der Elektrifizierung der Bahnstrecke weichen musste. Die Bahn hatte zwar einen Ersatzbau versprochen. Aber 22 Jahre mussten die Limmeraner und Ahlemer, ins besondere die Mitglieder des TSV Limmer, der Schützengesellschaft und Kleingartenvereine auf den Neubau warten. Als Friedhard Grote nach einer feucht fröhlichen Weihnachtsfeier auf dem Weg nach Hause , damals von Limmer nach Davenstedt, vor dem Problem stand, einen Umweg von rund zwei Kilometer nach rechts oder links zu gehen, kam er zur Überlegung, die vermeintliche Abkürzung zu nehmen. Charly ging die Böschung runter und querte die Schienen. Dann versuchte er den Graben im Sprung zu queren. Charly gelang das nicht ganz und kam deshalb pitschnass und ohne Mütze zu Hause
an. Das war der Auslöser für Charlie für den Bau einer Brücke an diesem Ort zu kämpfen. Große Unterstützung erhielt er hierbei von seiner Frau Hiltrud, die ebenfalls seit 1981 im Bezirksrat war. Beide waren in diesem Anliegen sehr erfolgreich. 1988 wurde diese Brücke von Hiltrud Grote, jetzt als Bezirksbürgermeisterin in
ihrer ersten Amtshandlung, zusammen mit Günter Politze, dem damaligen Bezirksbürgermeister des Nachbarstadtbezirks eingeweiht. Diese Einweihung wurde mit einer fünftägigen Feier, die von der Arbeitsgemeinschaft der Limmerschen Vereine unter großer Beteiligung des TSV Limmer, der Schützengesellschaft Limmer und den Kleingärtner ausgerichtet wurde. In Zeitungsberichten wird erwähnt, dass 500 Besucher bei der Einweihung der Brücke dabei waren. Das zeigt wie wichtig diese Brücke für die
Limmeraner und den Bewohnern der anliegenden Stadtteile war. Jetzt konnte wieder jeder zu Fuß oder mit Rad trockenen Fußes diese Strecke überqueren. Da sich Friedhard „Charly" Grote so sehr für den Bau der Brücke eingesetzt und diese im Volksmund schon immer Charlys Brücke geheißen hat, soll sie nun auch offiziell diesen
Namen erhalten. Ich möchte jetzt Hiltrud Grote bitten, das Schild und die Legendentafel zu enthüllen. Barbara Knoke Bezirksbürgermeisterin Text/Fotos: Klaus Öllerer Letzte Aktualisierung: 28.10.2009 |