Wenn sich die Lindener Bengels damals über die Fösse wagten, gab's manchmal Kloppe, lacht Herr
Bohne. Andersherum ging es den Limmeranern auch nicht besser. Da blieb schon mal eine Schmarre zurück. War aber alles halb so schlimm: in das solehaltige Wasser des Fössebades getunkt, verheilten die kleinen Ratscher schnell. Wenn man abends nach Hause kam, ließ sich der Schorf schon wieder abpulen und alles war gut. Horst Bohne (Jahrgang 1929) ist in Linden aufgewachsen und er kennt viele solcher Geschichten vom Leben und Leiden diesseits und jenseits der Fösse. Bei seinem
Stadtteilrundgang am 17.10. nahm er die TeilnehmerInnen der Tour mit auf eine 2 ½ stündige Zeitreise zwischen Linden-Nord und Limmer. Herr Bohne hatte viele Fotos mit historischen Aufnahmen dabei. So ließen sich gleich vor Ort Vergleiche zwischen Damals und Heute anstellen. Dort, wo jetzt der Verkehr auf dem
Westschnellweg rauscht, wurde früher das Vieh von Linden und Limmer gehütet. Als die Zeiten fortschrittlicher wurden, entstand auf der Limmer Weide eine Schiffswerft auf der kleine Frachtschiffe für den Warentransport auf Leine und Weser gebaut wurden. Die Gebäude vom Schlachthaus Linden und der Bettenfedernfabrik Max
Rüdenberg nahmen als nächste den Platz um den heutigen Fösselauf ein. In den Kaffeegärten vom „Gasthaus Schwanenburg" und dem „Mühlenpark" amüsierten sich die Bürger von Linden und Limmer. Bei den abendlichen Tanzvergnügen ging es öfters ganz schön rund, schmunzelt Herr Bohne. Die freie Initative „Lebensraum Linden" will die
Entwicklungen und die Veränderungen in unserem Stadtteil mit Hilfe von Zeitzeugen rekonstruieren und dokumentieren. Die Tour ist im Internet unter www.Lebensraum-Linden.de nachzulesen. Text: Beate Henne FotosText: Evi Schaefer Letzte Aktualisierung: 19.10.2009 |