Erkan und Igor hatten miese Chancen. Mit ihren schlechten
Deutschkenntnissen wären sie von der Schulbank weg durch die Maschen sämtlicher Bildungseinrichtungen gerutscht, ohne Aussicht auf eine gesellschaftlich respektierte Zukunft zu haben. Um jungen Menschen wie Erkan und Igor eine Perspektive zu geben, wurde im Jahr 1984 der Verein „Gesellschaft zur Förderung Ausländischer Jugendlicher, GFA e.V.„ gegründet. Ehrenamtlich arbeitende Mitglieder begannen hier Integrationsarbeit mit Kindern und Jugendlichen aus Familien mit
Migrationshintergrund zu leisten.
Die Sprachförderung und die Hausaufgabenhilfe sind damals wie heute eine der tragenden Säulen der Fördereinrichtung. Bereits im Jahr 1986 konnte der Verein die ersten zwei hauptberuflichen Stellen besetzen. Heute arbeiten in der GFA vier SozialpädagogInnen, die aus kommunalen Mitteln finanziert werden. Dazu kommt eine halbe Stelle, die von Landesmitteln unterhalten wird. Der Vereinsvorstand setzt sich aus vier ehrenamtlichen
MitarbeiterInnen zusammen. Zur Zeit werden 70 Kinder und Jugendliche in der Einrichtung betreut.
Die GFA bezog im Jahr 1999 die Räumlichkeiten in der Pfarrlandstraße 5A und das Angebot wurde nach und nach erweitert. Heute finden sich hier auch die Lückekinder ein und ein täglicher Mittagstisch ist fester Bestandteil des Tagesablaufs geworden. Nach den Schularbeiten wird gespielt und gebastelt, Ausflüge und sportliche Aktivitäten stehen auf dem Programm. Natürlich gibt es auch
richtige Highlights: Fischstäbchen zum Mittag oder ein Kinobesuch mit Gunda und Iris werden immer bejubelt.
Auch in den Ferien sind die Kinder unter der Obhut der GFA. In Kooperation mit dem Domino - dem Kindertreffpunkt der Kirchengemeinde Linden Nord - und dem Spielhaus im Familienzentrum der Caritas wird seit vielen Jahren ein Sommerferienprogramm angeboten. Die Feriencard der Stadt Hannover mit ihren Formularen und den langen Wegen bis in die Innenstadt ist oft viel zu
komplziert, um von den Eltern bewerkstelligt zu werden. Finanziert wird das Sommerferienprogramm der GFA zum Teil durch die LindenLimmerStiftung.
Die Vernetzung im Stadtteil ist bemerkenswert: Durch die Mitarbeit im Forum Linden Nord wird die GFA stets über die Arbeit an den Schulen, sowie der sozialen Dienste und Institutionen in Linden informiert und in die Planungen involviert. Die Heranwachsenden kommen in die GFA, der „Gesellschaft zur Förderung Ausländischer
Jugendlicher", weil sie hier beim Übergang von der Schule in den Beruf begleitet werden. Die Sozialpädagoginnen der GFA bieten Unterstützung beim Schreiben der Berwerbungsmappen an; die Bewerbungsdateien werden im PC der Einrichtung gespeichert und können bei Bedarf noch einmal ausgedruckt werden. Von Vorteil ist es auch, dass die GFA oft weiß, wo es in der näheren Umgebung freie Praktikumsplätze gibt. Der Kontakt vieler Kinder, Jugendlicher und deren Eltern zur GFA bleibt über
Jahre bestehen. Das Vertrauen in die Einrichtung und die Kompetenz der MitarbeiterInnen ist hoch und wird in den Familien oft an die nächste Generation weitergegeben. Fotos/Text: Evi Schaefer Letzte Aktualisierung: 03.10.2009 |