Stimmen zur Wahl Michael Müller, Limmer Kundenbetreuer Ein neues Renten-System? - Die Wurzeln des heutigen Rentensystems reichen zurück in das deutsche Kaiserreich im späten 19. Jahrhundert. Damals bündelte Reichskanzler Otto von Bismarck die bereits existierenden Formen der Versorgung im Alter und ließ neue Elemente hinzufügen. Der sogenannte Generationenvertrag ist seit 1957 das Herz des öffentlichen Rentensystems in Deutschland. Jeder Beitragszahler sollte sich darauf verlassen können, dass, so wie er in das System eingezahlt und Ältere unterstützt hatte, seine Nachkommen auch dasselbe für ihn tun. Durch die
inzwischen gesamtdeutsche Massenarbeitslosigkeit mit Spitzenwerten von bis zu 5 Millionen erwerbsloser Menschen gerät die Finanzierung des Systems immer mehr aus den Fugen. Die Grundlage des deutschen Rentensystems ist allein der Arbeitsmarkt: Wer arbeitet und verdient, zahlt in die Kasse ein. Wer keine Arbeit hat, zahlt nicht ein. Die Konsequenz daraus sind ständig steigende Beitragssätze. Heute gehen schon rund 19,5% des Arbeitslohnes in die Rentenversicherung. Außerdem müssen die Menschen
in unserem Land immer länger arbeiten. Das Renteneintrittsalter wird von heute 65 schrittweise auf 67 Jahre erhöht. Dieser Trend ist weiterhin ungebrochen. Die Zahl der Beitragszahler sinkt und die Zahl der Leistungsempfänger wird weiter wachsen. Ich wünsche mir von unserer Regierung, dass das mit der Rente gesichert bleibt.
Vielleicht muss man sich ein neues System ausdenken, denn, so wie es jetzt aufgebaut ist, kann es nicht mehr weiter funktionieren. Ein Vorschlag wäre, dass jede Generation selbst für das Alter Vorsorge treffen sollte, um den Ausgleich zwischen Jung und Alt fairer zu gestalten. Die Rente, die ausschließlich über die erwerbstätige Bevölkerung finanziert wird, ist einfach ungerecht. Irgendwann will ich schließlich mein Geld aus den Rentenbeiträgen wiederhaben. Ich hab's nämlich dann verdient, so
wie jeder andere, der in seinem Leben viel gearbeitet hat. Michael Müller |