Selten war der Küchengartenplatz so voller Menschen. Seit dem frühen Nachmittag zeigte sich das
bunte Linden in seiner Vielfalt. Vom Urlindener bis zu Neulindenern aus allen möglichen Teilen Europas und der Welt waren alle vertreten. Und sie alle sind hier zu Hause und bilden unser Linden. Die Veranstalter vom Verein Lebendiges Linden e.V. und dem Freizeitheim Linden hatten ein hochwertiges Kulturprogramm organisiert.
Den Anfang machte die farbige Sängerin Elaine Thomas (elaine-thomas. de), die vor zwei Jahren aus Washington D.C. nach Linden-Mitte gezogen war. Ihre kräftige und brillante Stimme zog viele in ihren Bann. Und so ging es Schlag auf Schlag. Die Darbietungen kamen so gut an, dass viele Zuschauer zum Verweilen blieben. In einem Zirkuszelt versammelten sich Kinder und Erwachsene bei den Darbietungen und
probierten gleich selber Jonglieren und Artistik aus. Eine Initiative „Die Bücherbiene" beschäftigte die Kinder mit einem Linden-Buch und kündigte ihr Vorhaben eines Minilasters auf drei Rädern an, der Bücher zu den Menschen bringen soll. Die lateinamerikanische Vereinigung Casa Latina präsentierte sich mit einem Stand und führte farbenfrohe Indiotänze auf. Integrationslotsen gaben über ihre Arbeit Auskunft. Vielfalt bedeutet auch Unterschied und Widerspruch. Dieses
zeigte sich beim Stand des Hauses der Religionen, der von der islamischen Gemeinschaft Jama`atun Nur in der Dieckbornstr. aufgebaut war. Neben den Weltreligionen konnte der Besucher auch das dem Islam eigene Frauenbild in Broschüren und einer Kopftuchdemo näher kennenlernen oder im übersetzten Koran blättern. Mitglieder von Kargah e.V. warben gegenüber für Solidarität mit dem Widerstand im Iran und gegen die dortige islamische Republik. Es ist wohl das erste Mal, dass so viele unterschiedliche Kulturen in dieser Offenheit an einem Platz zusammengebracht und der Öffentlichkeit präsentiert wurden – gute Unterhaltung inklusive. Das Fest soll nächstes Jahr wiederholt und zu einer ständigen Einrichtung werden. Rede von Sid Auffahrt zum Küchengartenplatz Fotos/Text: Klaus Öllerer Letzte Änderung: 02.09.2009 |