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Der halbwegs szenige Limmeraner geht normalerweise nach Linden, um sich mit
Freunden in der Kneipe zu verabreden. Aber mein Kumpel André und ich haben uns gefragt, warum wir nicht mal in unsere Kneipen um die Ecke gehen. Wir kennen sie ja gar nicht, zumindest nicht von innen. Also haben wir einen Limmer – Kneipentest gemacht und präsentieren hier unsere Ergebnisse und Erlebnisse. Unser Fazit lautet: Sehr gut kann
man hier in die Kneipen gehen. Jede hat ihren eigenen Charme und es gibt einen Unterschied zur typischen coolen Lindener Szenekneipe: Limmer - Kneipen sind Limmer – like. Sie haben ihre eigenen Kuriositäten und sind so bunt wie unser Stadtteil. Man grüßt, wenn man reinkommt, wie sich im alten Ortskern die Menschen auf der Straße grüßen. Das hat gemütlichen Dorfcharakter. Wussten Sie, dass es im Quark's 128 Sorten Rum gibt? Jeder Erstbesucher bekommt einen zur Begrüßung. Oder dass
das GTL offizielle Dart – Ligakneipe ist? Dass Fury in the Slaughterhouse im Frosch angefangen haben zu rocken? Wer Glück hat, kann in Zur gemütlichen Ecke neben dem ältesten Kneipengänger an der Theke sitzen. Der heißt Dieter und geht – abgesehen von einer Auslandsunterbrechung – seit 1952 hierher. Damit ist sie die älteste
Kneipe Limmers, wie alt, konnte uns niemand sagen. Schätzungen gehen von an die 100 Jahre aus. Wussten Sie, dass in Doms Röschen ein Cocktail (Paula Virgin –alkoholfrei-) nach einem Stammgast und Bei Melissa nach der damals einjährigen Tochter des Inhabers George benannt wurde? Sie müsste jetzt 10 sein. Zu den Kuriositäten zählt,
dass die beste Kneipe im Test eigentlich eine SM–Kneipe ist. So kann durchaus am Nachbartisch eine Zusammenkunft von Menschen mit eindeutigen sexuellen Neigungen stattfinden. Aber das stört nicht, man kann sehr gut als Otto Normalsexueller dort hin gehen. Nach anfänglichen Vorbehalten hat sich Doms Röschen zu einer festen Institution gemausert und ist aus Limmers Kneipenszene nicht mehr wegzudenken. Es gibt aber auch Defizite: Limmer hat keinen Biergarten. Was im Winter niemand vermisst, schmerzt im Sommer um so mehr. Das GTL hat doch eine schöne Pferdewiese hinterm Haus. Mit etwas gutem Willen ließe sich doch dort bestimmt etwas machen. Limmer hatte auch schon einmal
eine Cocktailbar. Das Arizona wird derzeit als Lager genutzt, ist aber ansonsten noch voll eingerichtet. Frage an die Sanierungskommission: Kann man nicht für die (Re-) Aktivierung dieser beiden Locations Quartiersgelder locker machen? Unseren Stadtteil würde das immens bereichern. Bis dahin stellen wir Limmers Kneipenkultur noch einmal richtig
auf die Probe. Es gibt nämlich eine Rückrunde, und das Beste ist, jede(r) kann mitmachen: Kumpel geschnappt, 20 € eingesteckt und beim ersten Bier seine eigene Testliste erstellt. Man kann z.B. den besten Witz küren und sich nach den aufregendsten Polizeieinsätzen erkundigen. Bewertung abgeben, fertig ist der Test. Wer seine Ergebnisse hier veröffentlicht sehen möchte, schickt eine E-Mail an Kneipentest@gmx.de. André und ich machen das wieder am 27. Februar. Vielleicht sieht man
sich. Und geht anschließend ins Bei Chez Heinz. Das liegt schließlich auch in Limmer. Kneipentest in Groß
Uwe Staade Letzte Aktualisierung: 18.02.2009 |

| GTL: André, Carola, Uwe Große Straße 19 |

| Gemütliche Ecke: Uwe, Nicole, André Weidestr. 16 |

| Dachstübchen: André, Jens, Uwe Franz-Nause-Straße 2 |

| Johannes, André, Micha, Uwe, Fussel, Timo im Doms Röschen Wunstorfer Str. 40 |

| Quarks: Uwe, Ben, André Wunstorfer Str. 86 |

| Dieter: André, Dieter, Uwe |

| Frosch: Micha, André, Manu 2, Uwe, Johannes Franz-Nause-Str. 3 |

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Bei Melissa: George, Micha, André, Uwe Varrelmannstr. 2 |
Kneipentest Nachlese Da haben wir ja etwas angerichtet mit unserem Limmer Kneipenbericht in der letzten Ausgabe: Wir haben ja etliche
Kneipen vergessen. Das Vereinsheim Silberborn aus der gleichnamigen Gartenkolonie (neben dem Fössebad) ist selbstverständlich eine Kneipe und hat unsere Tour als lückenhaft entlarvt. Bei unserer Rückrundeam 27.02. wollten wir auch hin, aber um 2 Uhr morgens war es wohl doch etwas zu spät. Schuld war die grandiose Karaoke Party im Frosch, wo
André und ich von der charmanten DJane so nett auf die Bühne gebeten wurden. Netterweise hatte sie einen Song ausgewählt, bei dem man auch als ungeübter Karaoker einigermaßen mitkam. Für die beleidigten Ohren, die ich mit meiner „I Will Survive" Interpretation im Publikum hinterlassen habe, möchte ich mich hiermit in aller Form entschuldigen. Gloria Gaynor würde jeden Schadenersatzprozess gewinnen. Ich hätte halt nicht versuchen sollen, permanent meine Duopartnerin zu übertönen (die, glaube
ich, Anke heißt und das Metier wirklich beherrscht). Standing Ovations hingegen gab es für einen gefühlt 16-jährigen mit Punkfrisur, der eine Arie in bester Paul Potts Manier hingelegt hat. Das war Weltklasse und hat Publikums Ohren gleich wieder repariert. Aber ich wollte noch von den Lücken in unserer Tour berichten. Streng genommen müsste
man die Sport und Gartenvereinskneipen hinzunehmen, ebenso den Lindenkrug, wo es neben Pilsener Urquell vom Fass eine international bekannte Raucherlounge gibt. Außerdem kann man dort sehr gut essen, für Nichtlimmeraner ein echter Geheimtipp. Gut essen kann man auch in Doms Röschen, schon die a la Carte Gerichte sind sehr lecker und alle paar
Wochen gibt es dort ein Gourmet Menü. Man wird ja immer etwas komisch angeguckt, wenn man sagt, dass man dort hingeht. Völlig zu unrecht: Man muss keine SM-Ambitionen haben, um dort gepflegt ein Bier zu trinken. Wir haben Doms Röschen sogar erfolgreich auf Familientauglichkeit getestet. Sonntags um 11 Uhr zum Brunch, mit Frauen und Kindern. Einen perfekteren Start in den Sonntag muss uns erst mal jemand bieten! Die Feststellung aus dem letzten Bericht, dass es in Limmer keine Cocktailbar gibt, hat Ben vom Quarks gar nicht gefallen: Bei ihm gibt es eine eigene Cocktailkarte, die er bei Bedarf auf 60 gehobene Drinks ausweiten könnte. Das wird dann mal ein gesonderter Test.
Für Fragen und Anregungen stehen wir gern zur Verfügung unter Kneipentest@gmx.de Foto/Text: Uwe Staade Letzte Änderung: 17.03.2009 |

| André (rechts) und Uwe im Frosch |
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