Zuerst die gute Nachricht: Der Drogenkonsum unter deutschen Jugendlichen ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Das betrifft Alkohol, Tabak und Cannabis. Die schlechte Nachricht: Komasaufen hat zugenommen. Dr. Wygold vom Kinderkrankenhaus Bult berichtete, dass dort in den letzten Jahren mehr Fälle von alkoholisierten Jugendlichen eingeliefert wurden. Das sind derzeit 225 pro Jahr bei steigender Tendenz. Es
gibt die Spaßtrinker, Kampftrinker und Kummertrinker. Ungefähr 20% der Betroffenen haben eine schlechte Zukunftsprognose von der Sucht wegzukommen. Traudel Schlickau von der Landesstelle Jugendschutz kritisierte, dass man den Eindruck habe, dass alle für die Minderjährigen Verantwortung haben, nur nicht diese für sich selbst. Werbeverbote für Alkohol wären im Prinzip gut, aber Jugendliche sollten lernen vernünftige Entscheidungen zu treffen. Carsten Theile vom Präventionsteam für
Suchtberatung beschreibt als Ziel seiner Arbeit die Selbstverantwortung der Jugendlichen zu stärken. Nicht alle Jugendlichen wollen den Rausch und lassen sich durch ihr Umfeld jedoch mitziehen. Vielleicht gehöre zum Lernen auch einmal in der Gosse aufzuwachen. Karsten Goerke vom Präventionsteam der Polizeiinspektion West berichtete von der Arbeit berauschte Jugendliche ordnungsgemäß im Krankenhaus oder bei den Eltern abzuliefern. Sollten Eltern nicht Vielleicht die Kosten bezahlen,
wenn Ihre Kinder gebracht werden müssen? Die Diskussion verlief unter Beteiligung des Publikums lebhaft und war informativ. H. Grube von Radio Flora führte kompetent durch den Abend. Seine Eröffnungsfrage „Wie es denn die Podiumsteilnehmer selbst mit dem Alkohol halten" sorgte gleich für einen offenen und lockeren Auftakt. Niemand lehnte für sich den Alkohol ab. Auf die Menge kommt es eben an. Foto/Text: Klaus Öllerer Letze Aktualisierung: 15.11.2008
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