Tausende Besucher strömten auf das Kraftwerksgelände. Neugierig stellten sie sich geduldig in eine lange Schlange, um schließlich im
Inneren erfahren zu können wie denn Strom und Wärme so produziert werden. Seit Jahrzehnten schon gelten die Schornsteine des Lindener Strom- und Wärmekraftwerkes - "Die drei Warmen Brüder" - als Wahrzeichen des Stadtteils. Von überall aus Hannover kann ein Lindener sofort erkennen wo seine Heimat ist. Die Warmen Brüder sind aus der Ferne unübersehbar. Das Heizkraftwerk arbeitet effektiv, weil es Wärme und Strom gleichzeitig erzeugt. So werden im Winter bis zu 90 % des
eingesetzten Brennstoffes genutzt. Im Sommer, ohne Wärmeauskopplung wird ein Wirkungsgrad von gut 54 % erreicht. Ein "normales" Kraftwerk erreicht nur ca. 40 %. Von dem Motto "Volle Kraft in Linden" konnten die Besucher im Inneren des Kesselhauses jedoch an diesem Tag nicht viel spüren. Es lief nämlich im Leerlauf und gerade nicht mit voller Kraft. Für die Führungen war das gut. Denn so konnten die Vortragenden noch einigermaßen gut verstanden werden. Energieliefernde Turbinen
machen einen Höllenlärm und das auch, wenn - wie hier - Lärmschutzdämmungen eingebaut sind. Für die Ökonomie und die Energiepreise war das eher ungünstig. Ein nicht laufendes Kraftwerk kostet Geld. Die Hauptursache für den Nichtbetrieb war dieser Sonntag im Sommer. Die Betriebe arbeiteten nicht und im Netz war genug billiger Strom vorhanden, so dass der relativ teure Gasstrom nicht absetzbar war. Ein weiterer Grund für den Stromüberschuss waren die relativ starken Winde, die bei
den Windkraftwerken an diesem Tag für gute Auslastungen sorgten. Dieser Strom hat Vorrang. Er muß abgenommen werden, wenn er erzeugt wird und auch unabhängig von den Kosten. Derzeit kommt ca. 15 % des Stroms aus Windenergie. Die "Drei Warmen Brüder" funktionieren andersherum auch als Reserve, wenn das mit dem Wind gerade nicht funktioniert. Im Prinzip braucht jedes Windkraftwerk entsprechende fossile Kraftwerke um Leistungsschwankungen auszugleichen. Auf dem Rundgang im Kesselhaus
konnte man auch erfahren, dass von dem dort eingesetzten Gas im Durchschnitt 60% aus europäischen Quellen (16 % Deutschland) und 40 % aus Russland stammen. Das große Interesse der siebentausend Besucher zeigt, dass dieses Kraftwerk auch ein Stück weit Lindener Kultur geworden ist. Fotos/Text: Klaus Öllerer Letzte Änderung: 02.09.2008 Einladung von enercity Volle Kraft in Linden!
Erstmalig Tag des offenen Kraftwerks in Lindener Wahrzeichen Nicht allen, die die drei markanten Türme des Kraftwerks aus den 60er Jahren im Stadtbild sehen, ist bewusst, dass es inzwischen eine der modernsten Erzeugungsanlagen Europas in sich birgt. Und das nun schon seit zehn Jahren, denn im Jahr 1998 waren die Bauarbeiten im zur Kochstraße gewandten Kesselhaus abgeschlossen und die neue Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) konnte ihren Betrieb aufnehmen. Diese Gas- und
Dampfturbinenanlage ist im Sommer 2008 zehn Jahre alt geworden - ein Grund zum Feiern: Im Heizkraftwerk Linden / Eingang Elisenstraße / 30449 Hannover, am 24. August 2008 // 10.00 - 18.00 Uhr (Besichtigungen / Führungen), sowie anschließend weiterem Bühnenprogramm (bis 21.00 Uhr) lädt die Stadtwerke Hannover AG anlässlich des runden Geburtstages unter dem Motto "Volle Kraft in Linden!" alle Interessierten zu einem ganztägigen Besuchstag in das Wahrzeichen von Linden
ein. Die Besucher erwartet bei dem dortigen Hoffest eine bunte Mischung aus Information und Entertainment. Parallel zu den Einblicken ins Kraftwerksinnere können sich die Besucher zum Unternehmen, seinen Produkten oder auch zum enercity-Fonds proKlima informieren. Zur Feier des Tages gibt es ein abwechslungsreiches Live-Programm, das eine ganze Menge Lindener Stadtkultur auf die Bühne bringt. Neben dem Singasongwriter "Kuersche", dem Halvelka-Streichquartett, den Hip
Hoppern von der "Föderation", dem Duo "SölterKirleis" (Chansons mit Punch) und der Independent-Rock-Band "Blank" sind auch weitere Acts aus dem Lindener Kulturleben zu sehen. So etwa eine ganze Reihe von Live-Poeten wie Tobias Kunze, Mirco Buchwitz,Christian Friedrich Sölter, Katja Merx oder Kersten Flenter und Hans-Jörg Hennicke (mit ihrem Programm "Lindemann & Stroganow heben ab"). Am Nachmittag werden im leer stehenden Kesselhaus 1 mit
seiner imposanten Höhe von gut 60 Metern Vorstellungen vom Kinder- und Jugendzirkus "Bunttropfen" zu bewundern sein. Für kurzweilige Beschäftigung der "Kleinen" ist ansonsten auch gesorgt, denn ein spannendes Angebot zum Basteln, Erkunden, Spielen und Springen wartet auf sie. Auf Trampolinen, an der Kletterwand oder im "Bungee-Run" können sie mal ganz ineffizient und hemmungslos ihre Energie verschwenden. Mit dem Besuchstag möchten die Stadtwerke Hannover
AG den Kunden Einblicke in die effiziente Energieerzeugung verschaffen. Ein Parcours sowie Sonderführungen durch das Innere des Kraftwerks vermitteln transparent, wie die energieeffiziente und umweltfreundliche städtische Energieversorgung in der GuD-Anlage funktioniert. Diese Erzeugungstechnik, aber auch das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung, welche Grundlage für die hier produzierte Fernwärme ist, stellt einen wichtigen Baustein des langjährigen Klimaschutzengagements von enercity dar.
Das Lindener Kraftwerk erreichte mit Installation der erdgasbetriebenen GuD-Anlage einen in ihrer Leistungsgröße bis dato unerreichten Wirkungsgrad von gut 54 Prozent bei der Erzeugung elektrischer Energie. Bei der kombinierten Produktion von Strom und Fernwärme wird ein Brennstoffnutzungsrad von rund 88 Prozent erreicht. Mit der Kombination aus Gasturbine und dreistufiger Dampfturbine liefert es heute Strom und Wärme im Mittel- und Grundlastbereich. Das ursprünglich auf Kohlebasis 1962 in
Betrieb genommene Heizkraftwerk Linden mit seiner für das Stadtbild charakteristischen Silhouette war auch Ausgangspunkt für das inzwischen weit verzweigte umweltfreundliche Fernwärmenetz, das von allen drei innerstädtischen Kraftwerken der Stadtwerke Hannover AG gespeist wird. So wird der Besuchertag "verborgene" Infrastruktur wie etwa das von dort ausgehende Fernwärmenetz verständlich machen. Ebenso befinden sich wichtige Komponenten des
Stromnetzes wie ein Umspannwerk vor Ort. Im Umspannwerk wird die Hochspannung auf Mittelspannung transformiert, um die umliegenden Stadtteile flächig zu versorgen. Anschaulich wird klar, wie Strom oder Wärme zum Kunden gelangt und welche aufwändige Infrastruktur dahinter steckt. |