Für viele Menschen im Stadtbezirk ist es kaum noch zu übersehen: Es gibt mehr kleine Kinder und schwangere Frauen als noch vor einigen Jahren. So spazieren Mütter und Väter mit oder (noch) ohne Kinderwagen, einzeln oder in Gruppen über die Limmerstraße, den Lindener Markt und die Deisterstraße. Oft wirken sie dabei sehr zufrieden. Diese Beobachtungen werden in allen vier Stadtteilen gemacht. Doch wie ist die Situation wirklich? Es folgt nun
eine kleine Entdeckungsreise. Charlotte Ost vom Kulturzentrum Kastanienhof in Limmer:"Dem Gefühl nach gibt es mehr Schwangere und Kinder in Limmer". Anja Niezel sieht es auch so:"Der gefühlte Trend in Limmer geht zum Drittkind." Mutter Pia aus Linden-Nord:„Kinder und Schwangere haben zugenommen - wahrscheinlich wegen den Studenten, die hier bleiben." Die Mütter Julia aus Linden-Mitte und Franzi aus Linden-Süd finden auch, dass es mehr Schwangere und Kinder gibt. Sie sehen
ebenfalls einen Trend zum Drittkind. Mutter Tanja aus dem Gilde Carré sieht im Durchschnitt zwei Kinder pro Haus. Weitere Kinder sind unterwegs. Dort gibt es 66 Reihenhäuser. Das bedeutet, dass im Gilde Carré ca. 130 Kinder leben. Die meisten Bewohner sind Familien im kinderkriegenden Alter. Ist das die Ursache für eine vielleicht nur lokale Erscheinung der Kinderzunahme, ohne dass es einen wirklichen Trend gibt? Im Gilde Carré ist derzeit der Kinderwunsch offensichtlich recht stark
ausgeprägt. Die Hebammen müssten es eigentlich wissen. Anrufe bei Herzklopfen in Linden-Nord und Valetudo in Linden-Süd ergeben eindeutige Resultate. Aus beiden Hebammenpraxen wird eine deutliche Zunahme an Schwangeren in den letzten Jahren gemeldet. Ute Volz von Valetudo:"Wir haben derart viel mehr Anmeldungen als noch vor einigen Jahren, dass wir heute mehr Hebammen beschäftigen müssen." Die offiziellen statistischen Zahlen der Stadt sind auf den ersten Blick
verwirrend. Wenn man nur die Zahlen anschaut, ist es schwer einen positiven Trend zu erkennen. Erst wenn die Zahlen als Grafik dargestellt werden, lichtet sich das Bild. In ganz Linden-Limmer gibt es seit 2006 immer mehr Kinder. Die Geburten haben zugenommen wie in nebenstehenden Grafiken für die einzelnen Stadtteile zu erkennen ist. Insgesamt leben jetzt 8% (93) mehr Kleinkinder (0-2 Jahre) in unserem Stadtbezirk als noch vor 2 1/2 Jahren. Über die Ursachen dieses kleinen
Babybooms kann noch spekuliert werden. Liegt es an Zuzügen oder gibt es gar noch unbekannte Gründe oder haben sich einfach nur mehr Paare zu Kindern entschlossen? Das Letztere wäre wünschenswert. Fotos/Text: Klaus Öllerer Letzte Änderung: 19.08.2008 -------------------------------------------------------------------------------------------- Kommentar Bundesweit werden immer weniger Kinder geboren. Derzeit liegt die Anzahl der Kinder pro Frau bei 1,3. Es müssten jedoch mindestens 2,0 sein damit die Bevölkerungszahl stabil bleibt und die Überalterung mit all ihren negativen Folgen gestoppt werden kann. So haben beispielsweise meine ehemaligen Mitschüler im Durchschnitt nur ein Kind hervorgebracht. Das bedeutet eine Halbierung unserer Klasse in nur einer Generation! Demnach
müsste zukünftig ein Kind zwei Rentner versorgen. Wenn das so weiter geht, dann haben wir bald das Nullkind. Was wir brauchen, ist mehr Mut zur Familiengründung mit mehreren Kindern. Klaus Öllerer -------------------------------------------------------------------------------------------- Danksagung an alle Mütter, Väter, Kinder und allen weiteren Personen, die mit großer Herzlichkeit und Engagement geholfen haben. Insbesondere dem Bereich Wahlen und Statistik bei der Landeshauptstadt Hannover danken wir für die freundliche und gute Unterstützung mit Zahlen. |