Bericht 30-08

 

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Mi, 28.05. 2008, Bezirksrat
Demo gegen die Schließung der Bibliothek im Freizeitheim Linden

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Um die Stadtbibliothek im Freizeitheim Linden ist ein heftiger Kampf entbrannt. Wie sehen die Fakten und die Positionen der Kontrahenten aus ? Darum geht es  im Folgenden.

Im Jahre 2007 wurden die Bibliotheken im Stadtbezirk wie folgt benutzt:
(Limmerstraße | Lindener Rathaus)

Besucher/-innen: 43.524 | 50.648,
Entleihungen: 121.539 | 150.146
Veranstaltungen wie Bilderbuchkinos, Vorlesungen und Führungen: 166 | 220

Als noch einziger Stadtbezirk verfügt Linden-Limmer über zwei Bibliotheken. Daher erschien es dem Rat der Stadt Hannover folgerichtig im Zuge von notwendigen Haushaltseinsparungen eine der Bibliotheken zu schließen. Die Kommunalaufsicht hatte die Genehmigung von weiteren Krediten zur Schulsanierung im Jahre 2004 mit der Auflage von Sparmaßnahmen verbunden.

So beschloss der Rat der Stadt  die Stadtbibliothek Limmerstraße im Freizeitheim Linden in Linden-Nord zu schließen und mit der in Linden-Mitte zusammen zulegen. Die geplante Einsparung wurde mit 245.000 € pro Jahr angegeben. Gleichzeitig wurde eine Ausweitung des Angebotes geplant. Ein Medienzentrum soll entstehen (Bibliothek + Lernzentrum der Volkshochschule) mit deutlich mehr Möglichkeiten für Nutzer und Nutzergruppen. "Vergleichbar ist die Zusammenlegung zweier Bibliotheken in der List (Bonifatiusplatz und vier Grenzen) im Bürger-Amt Podbipark. Hier gab es einen deutlichen Qualitätssprung und eine Zunahme der Nutzerinnen und Nutzer.", so Stadtrat Jürgen Mineur in einer Stellungnahme.

Längere Wege
Für die Nutzer bedeutet eine Zusammenlegung also mehr Leistung und für einen Teil auch längere Wege. Der Fußweg vom Freizeitheim Linden zum Lindener Markt beträgt 1.700 m. Nutzer aus dem Bereich Limmer und Ahlem, die die Straßenbahn benutzen, können ohne zusätzlich umzusteigen am Küchengarten aussteigen. Der Fußweg von der Straßenbahnhaltestelle Küchengarten zur dann zusammengelegten Bibliothek am Lindener Markt beträgt jedoch nur unter 700 m (Google Earth).
Die Erreichbarkeit scheint aus Sicht der Verwaltung auch für Bewohner aus Ahlem, Limmer und Linden-Nord zumutbar. In Ahlem verkehrt auch regelmäßig ein Bücherbus.

Bezirksrat Linden-Limmer
Der Bezirksrat hat selbst keine Möglichkeiten eine Schließung und Zusammenlegung der Bibliotheken zu verhindern. Die Beschlüsse werden vom Rat der Stadt Hannover gefasst.
Der Bezirksrat hatte in einem Beschluss den Rat aufgefordert vor einer Zusammenlegung die Nutzer zu befragen, um den bestmöglichen Standort zu finden. Das wurde abgelehnt.

Initiative gegen die Schließung
Eine Bürgerinitiative gegen die Schließung der Stadtbibliothek hat bisher 3.500 Unterschriften gesammelt. Die Unterschriftenliste gibt es hier und auch hier.

Demo
Die Demo mit 70-100 Teilnehmern ist hier in den Bildern dokumentiert. Das offensive Auftreten in der Fragestunde der Bezirksratssitzung erweckte den Eindruck von "unter Druck setzen". Matthias Wietzer (DKP) drohte der Bezirksratsmehrheit (rotgrün) mit einem heißen Sommer, heißen Herbst und heißen Winter. Mehrmals wurden Anwesende ermahnt ihre herabsetzenden Gesten während der Redebeiträge von Bezirksratsmitgliedern zu unterlassen.
Die Rede von Matthias Wietzer kann hier nachgelesen werden.

Bezirksbügermeisterin Barbara Knoke schloss dann schließlich die Fragestunde und forderte sichtlich genervt die Demonstranten zum Gehen auf.

Versuch einer Zusammenfassung der Argumente:
* Der Standort Freizeitheim Linden wird aufgegeben, um 245.000 € pro Jahr im Haushalt der Stadt zu sparen.
* Die zusammengelegte Bibliothek am Lindener Markt wird im Angebot ausgeweitet und zu einem Medienzentrum entwickelt.
* Für einen großen Teil der alten Besucher der Stadtbibliothek Limmerstraße ergeben sich längere Wege. Für die Verwaltung erscheint das zumutbar. 700 m beträgt der Mehrweg, wenn die Haltestelle Küchengarten benutzt wird für z.B. Nutzer aus Limmer und Ahlem.
* Die Kritiker sehen in den längeren Wegen eine bedeutende Verhinderung zum Lesen für Kitas, Schulen, Senioren, Bürger mit Kindern, Behinderte, Arme, kinderreiche Familien und für Nutzer aus Ahlem und Limmer. Das sei "kultureller und sozialer" Kahlschlag.

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Fotos: Evi Schaefer, Klaus Öllerer, Text: Klaus Öllerer
Letzte Änderung: 08.06.2008

 

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Bezirksbürgermeisterin Barbara Knoke (links) leitet die Sitzung und bemüht sich erfolgreich um einen geordneten Ablauf. Die Anwesenheit so vieler Demonstranten mit einer offensiven Grundstimmung lässt die Spannung im Raum greifbar werden.

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Gleich geht's los (v.l.n.r.): Frank Pharao (DIE LINKE), Luna Ali, Matthias Wietzer (DKP), ... am Aufstellungsort Küchengarten.

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Mit ca. 70-100 Teilnehmern bewegte sich der Demonstrationszug über die Limmerstraße zum Freizeitheim in der Windheimstr.

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Abkürzung SDAJ = Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend, DKP

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Einmarsch zur Bürgerfragestunde beim Bezirksrat.

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Mehrmals sah sich die Bezirksbürgermeisterin zur Ermahnung von Anwesenden gezwungen. Grund waren Gesten der Herabsetzung wie hier auf dem Foto, wenn Bezirksratsmitglieder sprachen.

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Bezirksratsherr Harry Meyer (DIE LINKE) kämpft mit äußerst starker Entschlossenheit gegen die Schließung. Ratsherr Jürgen Mineur (links, SPD) versucht andere Gesichtspunkte mit einzubeziehen und sieht Verbesserungen durch ein neues Medienzentrum am Lindener Markt.

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Demonstranten zeigen ihre Lieblingsbücher: Mao-Bibel, Wallraff, Ketten der Sklaverei, etc.

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Georg Weil, ehemals Bezirksratsherr bei den Grünen, sieht, stellvertretend für den Kita-Stadtelternrat, das Bücherlesen generell durch die Schließung der Bibliothek im Freizeitheim als bedroht.an.

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Empfang der Demonstranten am Eingang des Freizeitheims.

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Bezirksbürgermeisterin Barbara Knoke nimmt die Unterschriftenlisten entgegen - überreicht durch Matthias Wietzer von der Bürgerinitiative.

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