Bericht 23-08

 

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10.05.2008, Lindener-Mitte
Revolution auf dem Lindener Markt
siehe auch: Bild v. 10. Mai "Zoff auf Lindener Wochenmarkt"

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Der Lindener Markt ist einer der ältesten Märkte von Hannover und hat unter den Marktbesuchern einen eigenständigen Kultcharakter entwickelt. Das Besondere an ihm ist, dass er ein „Grüner Markt", also ein Markt mit fast überwiegenden Obst- und Gemüse-Ständen, ist. Nicht nur Kunden aus dem Stadtteil kommen, um hier einzukaufen. Auch Kunden aus anderen Stadtteilen, wie Misburg, der Südstadt oder Langenhagen, usw. haben den besonderen Flair entdeckt und genießen ihren Einkauf.

Da das Wochenende schon angefangen hat (er findet jeden Samstag statt), ist es für die Kunden und Verkäufer eigentlich alles entspannter, als Wochentags. Die Händler wollen möglichst ihr gesamtes Obst und Gemüse losschlagen, denn bis zum nächsten Markttag sind es 3 Tage. So können Kunden, die nur einen kleinen Geldbeutel haben, durchaus Produkte vom Markt erwerben. Erwerbstätige Kunden, die ihren Feierabend erst um 13 Uhr haben, können ihren Grundbedarf an frischen Nahrungsmitteln noch zum Wochenende erledigen. Alles ist mediterraner.
Bunt, entspannt und lebensnah.
Doch damit ist jetzt Schluss!

Ab jetzt sollen deutsche Tugenden durchgesetzt werden. Die 13-Uhr-Grenze muss eingehalten werden. Es gibt keine Ausnahmen und kein Pardon.
Ist es Behörden-Willkür oder gab es Beschwerden von Anrainern, denen das Marktleben nicht gepasst hat? Warum die Marktaufsicht am Lindener Markt plötzlich nach den Buchstaben des Gesetzes handelt ist nicht nachzuvollziehen? Fakt bleibt, dass die Marktaufsicht unter der Androhung von 500,- € Bußgeld und 3 Wochen Marktverbot, ab dem 3.5.2008, einen Abverkauf nach 13 Uhr nicht mehr duldet.

Die Marktbeschicker standen perplex vor der Entscheidung ihren Kunden, die noch in den Schlangen vor dem Ständen warteten, um ihre Wochenendeinkäufe zu erledigen,  zu sagen: „Nein, es ist 13 Uhr. Sie bekommen bei mir nichts mehr. Ich muss meine übrige Ware wegschmeißen." Oder die Händler mussten das Risiko eingehen, das Bußgeld zu zahlen und auf die nächsten Märkte zu verzichten.

„Wir Marktbeschicker versuchen uns mit Unterschriftenlisten und kollektivem Protest (alle die noch Kunden hatten, wurden bis zum Schluss bedient) zu wehren. Denn so ein willkürliches Verhalten der Marktaufsichtsbehörde nach Jahrzehnten der Duldung, ist nicht hinzunehmen," sagte eine Standinhaberin der Redaktion gegenüber. Dieser Meinung schlossen sich auch die anderen Standinhaber an.

Fotos/Text: Hanna von Linden - www.hanna-von-linden.de
Letzte Änderung: 11.05.2008
 

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Standinhaber im Gespräch mit der Marktaufsicht.

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WebCam am Lindener Markt -> mehr