Bericht 06-08

 

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So, 10.02.2008, Freizeitheim Linden:
 Ausstellung zur Geschichte der Freiheit

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Was Freiheit bedeutet, merkt man erst, wenn sie nicht mehr da ist.

Wer weiß schon noch aus eigener Erfahrung, wie es ist, wenn man sich nicht frei informieren, reden, schreiben oder reisen kann ? Die letzte Diktatur in Deutschland – die DDR – fand praktisch 1989 ihr Ende, als die Ostdeutschen versuchten sich das zu nehmen, was ihnen jahrzehntelang verwehrt worden war. Schließlich gaben die Machthaber nach und öffneten die Grenze.

Der Wunsch nach Freiheit ist uralt. Daher beginnt die Ausstellung auch mit den Freiheitsideen der alten Griechen. Erst im 19. Jahrhundert begann sich in Deutschland das Streben nach Menschenrechten und Demokratie erfolgreich zu organisieren.

Die wechselhafte Geschichte der Freiheit in Deutschland wird auf zahlreichen Schautafeln in leicht lesbarer Form dargestellt.
Doch dabei gibt es auch gravierende Lücken. So kommt die Geschichte der gewaltsamen Teilung Deutschlands und der Unfreiheit in der DDR so gut wie gar nicht vor. Dabei kann gerade dieser Teil unserer Geschichte sehr lehrreich für unser Verständnis von Freiheit sein. Ist Freiheit eher etwas Kollektives oder eher etwas Individuelles ? Immer schon hatten Diktaturen mit einem kollektiven Freiheitsbegriff geworben. Bei den Nazis war es die Freiheit der Rasse und bei den Kommunisten ist es die Freiheit der Klasse. Beide totalitären Systeme unterdrücken folgerichtig die Freiheit des Individiums.

Heute ist vielfach der totalitäre Islam zu einer Bedrohung für die Freiheit geworden. Auf einer Schautafel werden die Fälle von Salman Rushdie und Taslima Nasrin dargestellt. Man könnte noch hinzufügen, dass es in Deutschland eine Christenverfolgung gibt (konvertierte Muslime) und Zwangsheirat häufig stattfindet. Der Kampf für Freiheit ist in Deutschland längst nicht zu Ende.

Gezeigt wird die Geschichte der Freiheit aus der Sicht der „Freien Humanisten Niedersachsen", die die Ausstellung auch gestaltet haben. In diesem Verband sind humanistisch und kirchenfrei gesinnte Menschen organisiert.

Zu den Aktivitäten rund um die Ausstellung gehört auch ein philosophisch-künstlerisches Jugendprojekt zum Thema Freiheit. Im Rahmen des Projekts Freiheit-Kunst-Käfig stellten Jugendliche ihre persönliche Sicht auf die Freiheit dar. Gemeinsam mit Anette Klecha (Philosophin) und Elke Lückener (Künstlerin) wurden Käfige kreativ gestaltet.

Bis zum 29. Februar kann diese bemerkenswerte Ausstellung noch im Freizeitheim Linden angeschaut werden.

Termine
21.2.08, 15:30 - 17:00 Uhr: Erzählcafé im Geschichtskabinett, Historische Reise in das rote Linden
29.2.08, 19:00 Uhr: Unfreiheit und pol. Verfolgung im 21. Jh. Im Gespräch mit Zeitzeugen

www.humanisten.de , -> Flyer

Text/Fotos: Klaus Öllerer
Letzte Änderung: 10.02.2008

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Einige "Väter" der Freiheit: Voltaire, Newton, Locke, Descartes

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Freiheit fassziniert: Neugierig betrachten die Besucher die Tafeln.

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Freiheit-Kunst-Käfig
Werkstattgespräch über ein philosophisch-künstlerisches Jugendprojekt

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Beispiel:  Kunst zur Freiheit von Yasemin Yilmaz