Bericht 03-08

 

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Sa, 26.01.2008, Irrtumsmanagement:
Rehabilitiert: Kriminalhauptkommissar ist unschuldig

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Die Mitglieder des Präventionsrates Linden-Limmer besuchen die Jugendanstalt Hameln. Thomas G. ist auch dabei. www.praeventionsrat-linden-limmer.de

Kürzlich erschien ein neues Buch auf dem Markt, dessen Inhalt den informierten Leser stutzen läßt. In „Rufmord und Medienopfer" wird der anonymisierte Fall eines Polizisten geschildert, der durch  Kollegen und Medien zum Beschuldigten wurde. Er wurde in der Eilenriede festgenommen und als Exhibitionist beschuldigt. Spätestens jetzt kommt sicher bei vielen Lesern die Erinnerung. Vor ca. zwei Jahren ging der Fall von Kriminalhauptkommissar Thomas G. durch die Presse. Von ihm ist in diesem Buch die Rede. Er und seine Familie mußten viel durchmachen. Aus Rücksicht werden wir hier seinen Namen nicht vollständig nennen.

Kriminalhauptkommissar G. ist in Linden-Limmer noch immer gut bekannt. Er war Beauftragter für Jugendsachen und arbeitete lange im Präventionsrat Linden-Limmer mit. Er war sehr aktiv und trieb die Arbeit des Präventionsrates mit voran. Der Autor dieser Zeilen hat ihn jedenfalls so jahrelang im Präventionsrat erlebt.

Heute ist von den ehemaligen Vorwürfen nichts mehr übrig geblieben. Das Verfahren wurde eingestellt. Bild und die Hannoversche Allgemeine Zeitung mußten saftige Entschädigungen bezahlen. Thomas G. ist weiterhin Polizist. Seine Familie hat zu ihm gehalten und das hat ihm den Halt gegeben alles zu überstehen.

Thomas G. hatte das Pech gehabt zum falschen Zeitpunkt, am falschen Ort und auch noch in der falschen Stimmung zu sein, um angemessen reagieren zu können.

Als er im Dezember 2005 abends an einer Ecke in der Eilenriede urinierte, konnte er nicht ahnen, dass eine Polizeikollegin als Lockvogel getarnt nur einige zig Meter entfernt mit ihren Kollegen darauf wartete einen Serienexhibitionisten dingfest zu machen. Es ging dann alles plötzlich ganz schnell und Thomas G. befand sich verletzt und gefesselt im Polizeigewahrsam.

Die Polizeikollegen glaubten den Richtigen zu haben. Die Beschreibung ( „20-50 Jahre alt, Ringglatze) paßte auf Thomas G.. Die Medienmaschine kam in Gang und verbreitete Beschreibungen über den Verdächtigen, die die Identität zweifelsfrei erkennen ließen. Ein Spießrutenlaufen begann.

Doch spätestens zwei Monate später bei der Gegenüberstellung war klar, dass der Serientäter jemand anders sein mußte. Kein Zeuge identifizierte Thomas G. als den Täter.

Auch der Eindruck, der in den Medien entstand, dass er auf frischer Tat als Exhibitionist geschnappt worden sei, entspricht nicht den Beobachtungen. Die Schilderung der Polizistin, die als Lockvogel arbeitete, spricht ihn faktisch frei von diesem Vorwurf.

Auch heute, zwei Jahre später sind die Folgen längst noch nicht ausgestanden. Thomas G. kämpft weiter um Aufklärung der Vorgänge und um Wiedergutmachung.

Rufmord und Medienopfer
Die Verletzung der persönlichen Ehre"
von Christian Schertz und Thomas Schuler
ISBN: 386153424X

Text/Foto: Klaus Öllerer
Letzte Aktualisierung: 26.01.2008