Bericht 60-07

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19.11.2007, Präventionsrat Linden-Limmer
Sexuelle Gewalt an Frauen – was dann?

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Nach dem ersten Beitrag wird ein Diskussionsforum eingerichtet.

Information – Aufklärung – Unterstützung
Anmache, Belästigung, Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung - nur ein Ausschnitt davon wird öffentlich. Sexuelle Gewalt hinterlässt Spuren. „Danach ist nichts mehr wie es einmal war...." - für Betroffene, aber auch für Bezugspersonen. Diese Informationsveranstaltung am 19. November klärte auf: Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es für Frauen, für das soziale Umfeld, für Bezugspersonen? Wie können sich Frauen „schützen"? Welche Präventionsmöglichkeiten gibt es? Was können wir gegen sexuelle Gewalt im öffentlichen Raum tun?
Zwanzig Teilnehmer waren im Freizeitheim Linden erschienen. Das Thema interessierte. Vieles spielt sich im Verborgenen ab, ohne dass es die Öffentlichkeit erfährt. Für die Betroffenen bedeutet das oft einen langen, schmerzhaften und demütigenden Leidensweg bis sie sich entschließen um Hilfe zu ersuchen.
Sexuelle Gewalt ist nicht nur Vergewaltigung. Petra Klecina vom Notruf für vergewaltigte Frauen e.V. geht vom subjektiven Empfinden der Frau aus. Jedoch nicht alles was Frauen empfinden ist strafbar. Nicht alle Betroffenen benötigen eine Therapie. Oft reicht das persönliche Umfeld wie Freunde und Familie zur Bewältigung aus. Bei Vielen, die sich melden, liegt die Gewalt schon lange zurück. Gewalt gegen Frauen geht durch alle gesellschaftlichen Schichten, ob deutscher oder ausländischer Herkunft.
Migranten sind häufiger als deutsche Frauen von Gewalt betroffen", führt Natalja Zabeida aus (Suana Kargah e.V.). Migrantinnen sind oft isoliert und sprechen kaum deutsch. Sie haben häufig ein schlechtes Gewissen und schweigen lieber. Sie meinen, dass sie ihren Leuten eine Öffentlichmachung nicht antun können. Dreiviertel der Migrantinnen wissen nicht, dass es Hilfe gibt.
„Wir können diese Gewalt nicht akzeptieren, bloß weil sie in der Kultur üblich ist.", so Frau Zabeida.
Herr Huwald (ZKD, Polizeidirektion Hannover) gab einen statistischen Überblick: Bei 1,1 Mio Menschen gab es (2006) 124.000 Straftaten und davon 879 sexuelle Delikte. 75% werden aufgeklärt und von 623 Tätern sind 46 weiblich. Die Täter sind hauptsächlich zwischen 25 und 45 Jahre alt. Meistens sind sie mit den Opfern verwandt oder vorher schon bekannt. Nur in 261 Fällen gab es keine Vorbeziehung.
Elif Gencay (Fachanwältin für Familienrecht) vom Präventionsrat erläutert die sexuelle Gewalt juristisch. Sexuelle Gewalt hat das rein Sexuelle zum Gegenstand in Verbindung mit dem Körper. Es ist eine rein objektive Betrachtung zu der eine besondere Erheblichkeit (Intensität, Dauer) gehört. So ist z.B. das einmalige kurze Entlangstreifen der Hand an einem Oberschenkel nicht strafbar, auch wenn die Betroffene das als Belästigung oder Gewalt empfinden mag.

Hilfe für betroffene Personen gibt es hier:
0511/332112 Notruf für vergewaltigte Frauen e.V.
Internet:
www.praeventionsrat-linden-limmer.de
 

Fotos/Text: Klaus Öllerer
Letzte Aktualisierung: 16.12.2007

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von links: Elif Gencay und Marion Latzke (Präventionsrat Linden-Limmer), Herr Huwald (Zentraler Kriminaldienst, Polizei), Natalja Zabeida (Suana Kargah e.V.), Petra Klecina und Ira Morgan (Notruf für vergewaltigte Frauen e.V.)

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