Bericht 53-07

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Die., 11.09.2007, Förderverein Von-Alten-Garten
Historischer Rundgang

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Nach dem ersten Beitrag wird ein Diskussionsforum eingerichtet.

Am Dienstag, dem 11. September luden die beiden Landschaftsarchitekten Claudia Wollkopf (Fachbereich Umwelt + Stadtgrün) und Andreas Ackermann zu einem historischen Spaziergang durch den Von Alten Garten ein.

Anhand von großen historischen Karten wurden in einem geführten, sehr spannenden zweistündigen Rundgang die Entstehung und noch vorhandene Spuren des ehemals barocken Gartens mit kleinem Lustschloss erläutert.

1688 pachtete Franz von Platen, Hofmarschall Herzog Ernst Augusts, das damals viel umfangreichere Gut mit allen Ländereien von der Familie von Alten, der damals praktisch ganz Linden gehörte. Franz von Platen, in den Reichsgrafenstand erhobener Premierminister, errichtete ein kleines Schloss und ließ einen Barockgarten anlegen, der früher fertig gestellt wurde als der Große Garten in Herrenhausen.
Das bestehende Gut erhielt Heckenboskette, aufwendige Parterres, eine Orangerie, Gemüse- und Obstgärten, dreieckige Fischteiche (wo heute der Deisterkreisel ist), einen Tiergarten und eine Wachsbleiche, in der gelbes Bienenwachs weiß geblichen wurde. Es gab sogar ein Gefängnis, von dem Reste noch erhalten sind („Hundeloch", s. Bild) und daneben eine Brauerei.

Der Erbe Ernst August von Platen ließ, um den Besitz während seiner Zeit in London zu sichern, um den Garten eine Mauer errichten.1728 sollte der Pachtvertrag mit der Familie von Alten eigentlich beendet werden, jedoch weigerten diese sich, die Ablösesumme für die Ergänzungen zu begleichen. Es entspann sich ein rund 100-jähriger Rechtsstreit, bis das Areal wieder an die von Altens erging.Im 19. Jahrhundert wurde der Garten erheblich umgestaltet und vereinfacht.

Durch aufkommende Industrialisierung und Bevölkerungszunahme dehnte sich Linden aus, Randbereiche des Gartens mußten Platz für Bebauung schaffen. Im 2.ten Weltkrieg wurden das Schloß und Teile des Gartens zerstört.

1998 bis 2000 wurde anläßlich der Expo der von Mauern umfriedete ehemalige Parterrebereich des Gartens neu gestaltet. Hier stand einst das Schloß auf der heute denkmalgeschützten Terrasse. Alter Baumbestand und zahlreiche außergewöhnliche Pflanzen und Gehölze, u.a. Gingko und sogar ein Mammutbaum, zieren diesen „neuen" Teil.Die Führung unterrichtete im Detail über die jüngeren Umgestaltungen und die Aktivitäten des Fördervereines „Von Alten Garten", dessen Vorsitz Herr Andreas Ackermann innehat.

Informationen zum Förderverein sind unter Telefon 0511-9245231 erhältlich. Die Broschüre des Fachbereich Umwelt und Stadtgrün bietet weitere Einblicke in die Geschichte und Gestaltung, erhältlich über Telefon 0511- 168 43801.
Der Von-Alten-Garten soll in seinem Charakter,seiner Eigenart, Vielfalt und Schönheit erhalten bleiben und weiter entwickelt werden.

Zur Erreichung dieser Ziele hat sich am 16. August 2001 der Förderverein Von-Alten-Garten e.V. mit Sitz in Hannover-Linden gegründet.

Foto/Text:habuli/Wollkopf
Letzte Aktualisierung: 18.09.2007

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Die Teilnehmer der Führung stehen im früheren Gefängnis, dem sogenannten "Hundeloch". Daneben war einst eine Brauerei.

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Die Landschaftsarchitekten Claudia Wollkopf (Fachbereich Umwelt + Stadtgrün) und Andreas Ackermann vom Förderverein.