„Immer wieder in existenzieller Not sein und dafür kämpfen, dass die Einrichtung erhalten bleibt. Was für Zeit dabei drauf geht!" Wolfgang Jüttner (SPD) brachte die Situation des Sozial-Centers auf den Punkt. Seit 10 Jahren nagt der Kampf ums Geld an den Nerven und am Terminplan der Mitarbeiter. Oft stand in den vergangenen Jahren die Existenz der Einrichtung aus finanziellen Gründen auf der Kippe. Die Stadt Hannover finanziert das
Sozialcenter Linden zu 80%, die restlichen Mittel müssen von der Einrichtung durch Spendengelder selbst aufgebracht werden. Am 12.10.2007 feierten Menschen aus dem Stadtteil, Politiker und Kooperationspartner in der Elisenstraße 30 den 10jährigen Geburtstag des Sozialcenters Linden. Die Gäste kamen nicht mit leeren Händen. Neben dem klassischen Blumenstrauß oder nervenstärkenden Lebensmitteln wurden auffallend oft Flachgeschenke in Form von Briefumschlägen mit kontofüllendem Inhalt
überreicht. Alle Gratulanten versicherten, dass das Sozial-Center Linden erhalten bleiben muss. Die Bürgermeisterin der Stadt Hannover, Ingrid Lange (Die Grünen), betonte in ihrer Gratulation die „beispielhafte Zusammenarbeit zwischen Rat und Diakonie". Die Rückendeckung aus der Politik ist wichtig, aber ohne den Ideenreichtum und das Engagement der Mitarbeiter, sowie die Spendenbereitschaft der ansässigen Geschäftsleute und Bürger hätte sich das Sozial-Center Linden nicht zu dem
entwickelt, was es heute ist. esch Portrait Barbara Mann Die Diakonin der Bethlehemgemeinde, Barbara Mann, ist maßgeblich daran beteiligt, dass das Sozial-Center Linden am 12.10.07 sein 10-jähriges Bestehen feiern kann. Geboren in Bremen, zog sie nach dem Sozialpädagogikstudium vor 21 Jahren nach Hannover. Durch das
Anerkennungsjahr kam sie in die Bethlehemgemeinde und fühlte sich sofort wohl, weil die Arbeit spannend war und sich die Mitarbeiter um die Menschen hier in Linden-Nord kümmerten. So ist eine innige Liebe zur Kirchengemeinde, zu den hier lebenden Menschen und dem Stadtteil entstanden. Nach einigen Jahren studierte Barbara Mann berufsbegleitend Religionspädagogik. 1997 war ihre Einsegnung zur Diakonin. Seit dieser Zeit arbeitet sie mit einer halben Stelle in der Bethlehemgemeinde. Mit
der anderen halben Stelle hat sie das Sozial-Center Linden führend mit aufgebaut. Getragen wurde es in den ersten zwei Jahren durch eine kirchliche Anschubfinanzierung. Danach hat sich die Stadt Hannover bereit erklärt, das Sozial-Center finanziell zu unterstützen. Das Diakonische Werk Hannover übernahm die Trägerschaft. In der Bethlehemgemeinde liegen die Schwerpunkte Barbara Manns Tätigkeit in der Konfirmandenarbeit und der religiösen Erziehung im Kindergarten. Durch die
Erfahrungen innerhalb der Gemeindearbeit hat sich auch der Schwerpunkt „soziale Lebensfragen" im Sozial-Center entwickelt: Nachbarschaften zu organisieren, gemeinsam Konflikte zu lösen, Frauen unterschiedlicher Nationalitäten zusammen zu bringen und sich zu engagieren. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Beratung von pflegenden Angehörigen, indem sie Hilfs- und Entlastungsmöglichkeiten aufzeigt. Auch in alltäglichen Fragen und Problemen ist das Sozial-Center eine gute erste
Anlaufstelle. Ein wichtiges Anliegen ist Barbara Mann das Forum Linden Nord. Dort treffen sich Vertreter aus sozialen Einrichtungen, der Politik, Geschäftsleute und interessierte Bürgerinnen und Bürger. Aktuelle Themen aus Linden Nord werden aufgegriffen, diskutiert und Lösungsmöglichkeiten gesucht. Wichtig bei ihrer ganzen Arbeit ist Barbara Mann die Menschen so anzunehmen, wie sie sind, sie zu fördern und zu ermutigen, dass sie ihre Fähigkeiten entdecken und einbringen. Besonders
freut sie sich und ist stolz darauf, dass das Sozial-Center sein 10 jähriges Jubiläum feiern kann. Beeindruckend findet sie die Hilfe und Unterstützung von vielen Menschen aus Linden Nord, die durch Spenden dazu beigetragen haben, dass diese Arbeit so erfolgreich durchgeführt werden konnte und kann. bg
Fotos:esch Letzte Änderung: 20.10.2007 |