|
Lindener Geselligkeit - persönliche Eindrücke von Klaus Öllerer Es gab zwei Dinge, die mich an diesem Abend besonders beeindruckt haben. Das eine war der Vortrag von Heinz Gremmler aus der Kochstr. Er sprach Lindener Platt. Er sprach anders, als man es sonst manchmal hört, wenn jemand sagt: "Wir gehen auf'n Garten" (wobei das "Garten" ähnlich wie "Gachten"ausgesprochen wird). Der Vortrag enthielt Wörter, die für mich nicht immer verständlich waren. Keine Frage - Lindener Platt ist eine stark dezimierte Spezies und nur noch ganz wenige können es. Als ehemaliger
Kölner weiß ich, wie wichtig ein eigener Dialekt für das Heimatgefühl ist. Schade, hier ist etwas Wichtiges verloren gegangen. Sollte man es wiederbeleben ? Rolf Harre, der Vorsitzende, führte durch das Treffen und stellte gleich einige Quizfragen zum Lindener Platt. Die Beantwortung war nicht einfach und nur wenige wußten es. Freu up staher = Frühaufsteher Kallebräser = umfangreicher Hut Karwenzmann = großer breiter Mann, etwas großes Flitzpiepe = Berlin, unzuverlässiger Junge Mickeln = Kleines Schreiben Kodelsäcke = schlecht gewaschene Säcke Gah hen un licke Fett = kümmere dich nicht darum Das zweite Beindruckende war das gemeinsame Singen. Schon in meiner Realschulzeit hatte mir der Musikunterricht in dieser Beziehung immer gefallen. Nur habe ich nie bisher daran angeknüpft und das fortgesetzt. Hier hatte ich nun die Chance dazu. Lilo Falke aus der Nordstadt spielte das Stimmungsinstrument Schifferklavier und alle 50 Anwesenden legten nach vorher verteilten Texten kräftig los. Nach der Melodie "My Bonnie is over the ocean": Nun haben wir gefüllt den Magen, die Hose wird eng, dick das Blut, da Hilft nun kein Jammern und Klagen, Bewegung allein tut gut. Refrain Ja, ja, ja, ja, Bewegung allein tut uns gut, juche! Ja, ja, ja, ja, Bewegung allein tut uns gut, juche! usw. Und etwas frivoler nach der Melodie "Mariechen saß weinend im Garten ..." Mariechen, die sonnt sich im Garten, am Pflaumenbaum hängt ihr BH und auch alle anderen Textilien, die lagen im Grase da. Refrain Die Sonne schien vom Himmel, die Luft war lau und lind, es flackert am Gartenzaune ihr Hösen im Sommerwind. usw. Hans-Jörg Hennecke trug auf seine bekannt unterhaltsame Art den ganz neuen "Lindemann" vor, der erst in der nächsten Ausgabe von "VorOrt" erscheinen wird. Harry Weigelt erzählte aus seinem Leben in der Kochstr. in der Nachkriegszeit: "... das ist das Schöne gewesen, das wir immer was zu futtern hatten. Es war eine schöne Jugend. Wir haben es uns schön gemacht." Solche sympathischen Veranstaltungen können ruhig häufiger stattfinden.
Hier traf man sich im Stern in der Weberstr. in Linden-Mitte. Kontakt: AGLV, Rolf Harre, Email: aglv-linden@arcor.de Text, Fotos: Klaus Öllerer Letzte Änderung: 01.07.2007 |