Mit einer Riesenportion Optimismus, es anders zu machen als die anderen, startete der Sender 1997 auf dem FAUST-Gelände in Linden-Nord seinen Betrieb. Die Lizenz läuft im Frühjahr 2009 aus und wurde jetzt nicht verlängert. Eine Neubewerbung ist möglich. Der Normalbürger wird es kaum merken, wenn der Sender seinen Betrieb einstellt. Und das genau ist das Problem von
Radio Flora. Es gibt viel zu wenig Hörer. Dies stellte die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) in einer Befragung von 500 deutschsprachigen Personen fest. Radio Flora bezweifelt den Aussagewert der Umfrage und verweist auf ihre Sendungen in 12 Fremdsprachen und ihre Popularität bei MigrantInnen. Insbesondere wird Radio Flora vorgeworfen aus einer früheren Untersuchung nicht die richtigen Schlüsse gezogen zu haben. Die Orgnisationsstrukturen stünden einer Änderung im Wege. Diese
Einschätzung wird auch von Insidern geteilt, die dem Sender mit Sympathie gegenüber stehen. „Radio Flora ist ein selbstverwalteter Betrieb und organisiert sich in basisdemokratischen Gremien.", heißt es auf der Internetseite. Möglicherweise führt gerade dies zu Problemen die notwendige Entscheidungen zu treffen und durchzusetzen. Als sich der "Freundeskreis Lokal-Radio Hannover e.V." 1993 gründete, war ein empfundenes Defizit für alternatives und Minderheitenradio
verständlich. Ein „Radio zum Mitmachen", wie es der Sender sein will, ist heute jedoch im Internet fast in Perfektion möglich. MigrantInnen können dadurch sogar direkt in ihre alte Heimat hineinwirken. Radio Flora hat noch eine Chance. Es wäre zu wünschen, wenn es diese erfolgreich nützen würde. Schön wäre es, wenn Linden-Nord ein Rundfunksender erhalten bleiben könnte. Internet: www.RadioFlora.de Text/Foto: Klaus Öllerer Letzte Aktualisierung: 18.04.2007 Erstveröffentlichung in der Linden-Limmer Zeitung 04/07 |