Bericht 58-06

 

ARCHIV 2006
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1936 - 2006 wir wollen's wissen!
Mi., 11.10.2006, Die Stadtbibliothek Linden feiert

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Nach dem ersten Beitrag wird ein Diskussionsforum eingerichtet.

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Erst mal die Hände waschen! Und nicht mehr als ein Buch auf einmal ausleihen! Das Personal in der „Weststadtbücherei" nahm es damit sehr genau. Am 30. Juni 1936 wurde in den Räumen des alten Lindener Rathauses, Deisterstraße 19, die vierte städtische Volksbücherei in Hannover eröffnet. Die Räume wurden extra für diesen Zweck umgebaut, im Erdgeschoss befand sich ein Kinderlesesaal mit Sitzgelegenheiten für 1000 Kinder. Die 5000 Bücher für die 774 eingetragenen LeserInnen der „Weststadtbücherei" waren nicht frei zugänglich, sondern in einem Magazin gelagert. Wer sich ein Buch ausleihen wollte, musste es sich vom Personal geben lassen. Auch während des Krieges war die Bücherei, mit zeittypischem, zensiertem Bestand, geöffnet. Viele Buchautoren waren jetzt verboten. 1943 fiel eine Bombe direkt vor die Tür des alten Lindener Rathauses und der Büchereibetrieb wurde in die Eleonorenschule verlegt. 1945 wurde der Betrieb im alten Rathaus wieder aufgenommen, Ende der vierziger Jahre wurde die NS Literatur entfernt. Erich Kästner konnte wieder einziehen.
Foto: Das Buchdruck-Musem aus dem Köthnerholzweg stellte Lesezeichen auf einer Druckmaschine aus den 50er Jahren her.

Fotos/Text: Evi Schaefer
Letzte Aktualisierung: 14.10.2006

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1955 zog die „Stadtbücherei Linden", wie die Bibliothek von nun an hieß, in den umgebauten Flügel des neuen Rathauses am Lindener Markt. Die Bücherei war als kulturelles Zentrum für Linden geplant und der Vortragssaal wurde häufig von Lindener Vereinen genutzt. In den fünfziger Jahren erlebt die Stadtbücherei einen nie gekannten Boom. Sie hatte nun 5000 eingetragene LeserInnen und einen Bestand von 145 000 Bänden. Die Besucher konnten die Bücher selbst aus den Regalen nehmen und nach Herzenslust stöbern.

In den sechziger Jahren eröffneten im Freizeitheim Linden und in Ricklingen weitere Stadteilbüchereien. Das blieb nicht ohne Auswirkung auf die Stadtbücherei Linden. Die Zahl der eingetragenen Leser sank im Jahre 1962 auf  3 160 Personen.
Ab 1971 wurde die Fotoverbuchung eingeführt, nun mussten die Leser keine umständlichen Leihscheine mehr ausfüllen. Jetzt wurden auch Schallplatten und Gesellschaftsspiele ausgeliehen, die Nachfrage war riesig. Die Ausleihzahlen stiegen wieder an. 1974 gab es auch Ausleihbücher in türkischer und jugoslawischer Sprache.

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Seit August 2002 werden drei öffentliche Internetplätze bereit gestellt; besonders Jugendliche nutzen begeistert den Service. In der ehemaligen „Weststadtbücherei", die heute Stadtbibliothek Linden heißt, können 26.000 Medieneinheiten ausgeliehen werden. Neben Büchern gibt es Spielfilme auf DVD, CDs, CD Roms, Sprachlehrgänge auf CD, ebenso wie Literatur in türkischer, russischer und spanischer Sprache. Durch das Hannoversche Bibliotheksystem sind 500 000 Titel, auch über das Internet zu bestellen, verfügbar. Die Zukunft der Bibliothek ist ungewiss. 2004 hat der Rat der Stadt Hannover im Zuge von Sparmaßnahmen beschlossen, die beiden Lindener Stadtbibliotheken zusammenzulegen. Wo der neue Standort sein wird, ist noch unklar.

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Am 12.10.2006 wurde das Jubiläum gebührend in den Räumen der Stadtbibliothek Linden gefeiert. Mit einem Kulturprogramm für Kinder und Erwachsene, versüßt durch kulinarische Spenden Lindener Geschäftsleute, bedankte sich das Team der Stadtbibliothek bei seinen Kunden.
Foto: Der „Barber's Spirit im Teutonia-Chor Linden" bei seinem Auftritt in der Kinderbibliothek..

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Feierten gemeinsam (von li.): Ingrid Lange, Bürgermeisterin der Stadt Hannover, Dr. Schelle-Wolff, Direktorin der Stadtbücherei Hannover und Isabell Wenz, Leiterin der Stadtbibliothek Linden.